Was früher einfach Asphalt und Kanal war, wird heute immer öfter als „Schwammstadt“ geplant. Dabei wird Regenwasser nicht sofort abgeleitet, sondern direkt unter Straßen, Gehwegen oder Parkplätzen gespeichert. Das Besondere: Unter der Oberfläche entsteht ein spezieller Aufbau aus grobem Steinmaterial und wasserspeicherndem Substrat. Dadurch können Bäume selbst in langen Hitzeperioden ausreichend Wasser aufnehmen, während gleichzeitig die Kanalisation bei Starkregen entlastet wird.
Für Baufirmen, Gemeinden und Projektentwickler wird dieses System zunehmend interessant, weil klassische Entwässerungslösungen bei Extremwetter an ihre Grenzen kommen. Besonders spannend: Das Konzept stammt ursprünglich aus Skandinavien und wird mittlerweile bei immer mehr Stadtprojekten eingesetzt. In der Seestadt Aspern wurden bereits große Straßenflächen nach diesem Prinzip gebaut. Neben dem technischen Nutzen verbessert das System auch das Mikroklima und reduziert aufgeheizte Asphaltflächen im Sommer deutlich.
Der Aufbau funktioniert vereinfacht gesagt wie ein unterirdischer Wasserspeicher. Regenwasser sickert durch spezielle Beläge oder Abläufe in die darunterliegende Schicht ein und bleibt dort gespeichert. Straßenbäume können dieses Wasser später über ihre Wurzeln aufnehmen. Dadurch müssen Grünflächen seltener künstlich bewässert werden. Gleichzeitig wird verhindert, dass bei Starkregen große Wassermengen sofort in die Kanalisation gelangen. Gerade bei immer häufigeren Hitze- und Starkregenperioden gilt das als wichtiger Vorteil moderner Stadtplanung.
Auch wirtschaftlich wird das Thema relevanter. Städte investieren zunehmend in langlebige Lösungen, weil Schäden durch Überhitzung oder Überschwemmungen hohe Folgekosten verursachen können. Für Bauunternehmen entstehen dadurch neue Anforderungen im Tiefbau, bei Pflasterungen und in der Entwässerungstechnik. Hersteller entwickeln inzwischen eigene Systeme für Schwammstadt-Projekte – von speziellen Baumrigolen bis zu wasserdurchlässigen Oberflächen. Experten gehen davon aus, dass solche Bauweisen in Zukunft deutlich häufiger eingeplant werden.
Interessant ist außerdem, dass das Konzept nicht nur für große Städte geeignet ist. Auch kleinere Wohnanlagen, Schulhöfe oder Gewerbeprojekte nutzen inzwischen ähnliche Lösungen. Besonders bei Neubauten wird häufig versucht, möglichst viel Regenwasser direkt auf dem Grundstück zurückzuhalten. Dadurch entstehen langfristig robustere und klimaangepasste Außenbereiche.
Quelle: Schwammstadt-Prinzip für Bäume | ACO Österreich – Schwammstadt-System | Klimafit NÖ – Schwammstadt
Veröffentlicht am 11.05.2026

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