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Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das aus dem Boden austritt und sich in Gebäuden ansammeln kann. Es ist weder sichtbar noch riechbar oder schmeckbar und bleibt deshalb häufig unbemerkt. Gelangt Radon über Risse in Bodenplatten, undichte Rohrdurchführungen oder Fugen in das Gebäude, können insbesondere Kellerräume und das Erdgeschoss betroffen sein. Die tatsächliche Belastung hängt jedoch nicht allein von der Region ab, sondern ebenso von der Bauweise, der Dichtheit des Gebäudes, den Bodenverhältnissen und dem Lüftungsverhalten. Deshalb lässt sich die Radonkonzentration nicht zuverlässig schätzen – Gewissheit bringt nur eine Messung. Für Hausbesitzer, Bauherren und Käufer einer Bestandsimmobilie kann diese Information bei geplanten Sanierungen oder Modernisierungen eine wichtige Entscheidungsgrundlage sein.

Besonders interessant ist, dass bereits vergleichsweise einfache bauliche Maßnahmen die Radonbelastung deutlich reduzieren können. Dazu gehören das fachgerechte Abdichten von Rissen und Leitungsdurchführungen, eine verbesserte Abdichtung erdberührter Bauteile oder – je nach Gebäude – der Einbau einer kontrollierten Lüftung beziehungsweise eines Radonbrunnens oder Radonsaugsystems. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt immer von der gemessenen Konzentration und der jeweiligen Gebäudesituation ab. Experten empfehlen daher, zunächst eine Langzeitmessung über mehrere Monate durchzuführen. Erst auf Basis dieser Messergebnisse sollte entschieden werden, ob und welche Sanierungsmaßnahmen notwendig sind. Ohne Messwerte besteht die Gefahr, entweder unnötige Kosten zu verursachen oder ein tatsächliches Problem zu übersehen.

Mit der zunehmenden energetischen Sanierung von Gebäuden gewinnt das Thema zusätzlich an Bedeutung. Moderne Gebäudehüllen sind deutlich luftdichter als ältere Bauweisen. Das verbessert zwar die Energieeffizienz, kann aber gleichzeitig dazu führen, dass sich Radon leichter im Gebäude anreichert, wenn keine ausreichende Lüftung vorhanden ist. Eine sorgfältige Planung sollte deshalb immer sowohl den Wärmeschutz als auch die Raumluftqualität berücksichtigen. Wer Neubauten errichtet oder umfassend saniert, kann geeignete Radonschutzmaßnahmen oft bereits in der Planungsphase berücksichtigen und damit späteren Aufwand vermeiden. Für Eigentümer bestehender Gebäude gilt hingegen: Eine fachgerecht durchgeführte Messung liefert die verlässlichste Grundlage, um den tatsächlichen Handlungsbedarf zu beurteilen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Fachberatung. Ob Maßnahmen erforderlich sind, sollte auf Grundlage einer fachgerecht durchgeführten Radonmessung und einer Bewertung durch qualifizierte Fachleute entschieden werden.

Quelle: Weltgesundheitsorganisation (WHO): WHO Handbook on Indoor Radon – A Public Health Perspective. | Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA): Veröffentlichungen zum Radonschutz in Gebäuden. | Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Fachinformationen zu Radon in Wohngebäuden und Radonmessungen.

Veröffentlicht am 20.07.2026