GEPRÜFTE BAUSTELLEN IM JAHR
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Steigende Baukosten beschäftigen sowohl private Bauherren als auch Bauunternehmen und Projektentwickler. Ein Ansatz, der derzeit intensiv diskutiert wird, ist der sogenannte Gebäudetyp E. Das „E“ steht für einfach beziehungsweise experimentell und beschreibt kein neues Bauverfahren, sondern eine andere Herangehensweise an Planung und Ausführung. Ziel ist es, Gebäude dort zu vereinfachen, wo gesetzliche Mindestanforderungen bereits erfüllt sind, darüber hinausgehende Komfort- oder Ausstattungsstandards jedoch bewusst reduziert werden. So könnten beispielsweise weniger komplexe Fassaden, standardisierte Grundrisse oder einfachere technische Lösungen eingesetzt werden, ohne Sicherheit oder Funktionalität einzuschränken. Gerade in Zeiten hoher Material- und Lohnkosten zeigt dieser Ansatz, dass nicht jedes Bauprojekt automatisch die technisch aufwendigste Lösung benötigt.

Interessant ist dabei, dass viele Kostensteigerungen nicht durch gesetzliche Vorgaben entstehen, sondern durch zusätzliche Anforderungen, die sich im Laufe der Jahre etabliert haben. Dazu zählen unter anderem besonders aufwendige Ausführungsdetails, individuelle Sonderlösungen oder technische Ausstattungen, deren Nutzen im Verhältnis zu den Mehrkosten oft gering ist. Fachleute sehen deshalb großes Potenzial darin, Bauprozesse wieder stärker zu standardisieren und Planungen zu vereinfachen. Weniger Komplexität bedeutet häufig auch weniger Planungsfehler, kürzere Bauzeiten und eine bessere Kalkulierbarkeit der Kosten. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung bestehen, alle geltenden Sicherheits-, Energie- und Qualitätsvorgaben einzuhalten.

Für Baufirmen, Planer und Bauherren lohnt es sich daher, bereits in einer frühen Projektphase kritisch zu hinterfragen, welche Ausführungen tatsächlich notwendig sind und wo bewusst auf unnötige Komplexität verzichtet werden kann. Der Gedanke hinter dem Gebäudetyp E ist nicht, Qualität zu reduzieren, sondern wirtschaftlicher und ressourcenschonender zu bauen. Auch wenn das Konzept derzeit vor allem in Deutschland diskutiert wird, zeigen die Überlegungen, wie wichtig eine ausgewogene Balance zwischen Komfort, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit für zukünftige Bauprojekte sein kann.

Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (Deutschland): Gebäudetyp E | Bundesarchitektenkammer: Stellungnahmen und Fachinformationen zum Gebäudetyp E | WKO – Sparpotenziale und Baukostenentwicklung im Hochbau | Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau (IRB) – Veröffentlichungen zu Baukosten und Standardisierung

Veröffentlicht am 08.07.2026