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Ein neuer Schädling breitet sich derzeit von Süden her über den Kontinent aus und sorgt bei Pflanzenschutzbehörden für Alarmstimmung: der Japankäfer (Popillia japonica). Das goldgrün-kupferfarbene Insekt wurde 2014 versehentlich nach Norditalien eingeschleppt und hat sich seither über die Schweiz bis ins Elsass ausgebreitet. Fachleute gehen davon aus, dass eine weitere Ausbreitung nur eine Frage der Zeit ist.

Gefährlich ist der Käfer vor allem wegen seines enormen Appetits: Die erwachsenen Tiere fressen an über 400 verschiedenen Pflanzenarten, von Rosen und Weinreben bis zu Obstbäumen und Ahorn. Die Larven leben im Boden und schädigen dort die Wurzeln von Rasenflächen, was großflächige braune Flecken verursachen kann. Wirtschaftlich besonders gefährdet sind laut EU-Angaben klassische Weinbauregionen.

Für Gartenbesitzer bedeutet das: Wachsamkeit ist gefragt, besonders bei Pflanzenkäufen aus betroffenen Regionen. Verdächtige Käfer – etwa 1 cm groß, metallisch glänzend, mit charakteristischen weißen Haarbüscheln am Hinterleib – sollten fotografiert und der zuständigen Pflanzenschutzbehörde gemeldet werden. Nur solange eine Population noch klein ist, lässt sich ihre Ausbreitung wirksam eindämmen.

Auch die EU reagiert: Über das Forschungsprojekt IPM-Popillia wurde eine Bürgerwissenschafts-App entwickelt, mit der Sichtungen direkt gemeldet werden können. Wer im eigenen Garten, auf dem Balkon oder im Betrieb ungewöhnlichen Fraßschaden an Blättern bemerkt, sollte genauer hinsehen, bevor er ihn vorschnell auf altbekannte Schädlinge wie den Rosenkäfer zurückführt.

Quelle: CORDIS – Forschungsergebnisse der Europäischen Union, Projekt IPM-Popillia (cordis.europa.eu)

Veröffentlicht am 24.08.2026