Nach der ausgeprägten Preiskorrektur der Jahre 2022 bis 2024 zeigt der Wohnimmobilienmarkt seit Anfang 2026 erste klare Erholungstendenzen. Der Wohnimmobilienpreisindex, den Professor Feilmayr von der TU Wien im Auftrag der Oesterreichischen Nationalbank erstellt, verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Preisanstieg von 2,1 auf 3,1 Prozent im Jahresvergleich – eine spürbare Beschleunigung gegenüber den Vorquartalen.
Grund dafür sind vor allem rückläufige Wohnbaukreditzinsen in Kombination mit vorangegangenen Lohnsteigerungen, die die Leistbarkeit für viele Haushalte wieder verbessert haben. Für Eigentumswohnungen wird mittelfristig mit jährlichen Preissteigerungen von rund 2 bis 4 Prozent gerechnet, getragen auch von einem historisch schwachen Neubauvolumen. Weniger neue Wohnungen bedeuten ein knapperes Angebot – und das wirkt in vielen Städten zusätzlich preisstützend.
Der erste offizielle Neubaubericht liefert dazu passende Zahlen: 2025 wurden landesweit rund 24.530 Wohneinheiten fertiggestellt, deutlich weniger als in den Vorjahren. Für 2026 wird ein Anstieg auf etwa 27.000 Einheiten erwartet. Wirtschaftskammer und Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen warnen jedoch unisono: Der tatsächliche Bedarf an Wohnraum bleibe damit weiterhin deutlich ungedeckt, zusätzliche neue Bauprojekte seien dringend nötig.
Für Familien und private Käufer bedeutet das eine veränderte Ausgangslage gegenüber den vergangenen Jahren: Das Zeitfenster mit stagnierenden oder fallenden Preisen dürfte sich schließen. Wer eine Kauf- oder Bauentscheidung plant, sollte aktuelle Finanzierungskonditionen und Wohnbauförderungen aktiv prüfen – Studien zeigen, dass nur rund ein Viertel der Haushalte diese Förderungen überhaupt in Anspruch nimmt.
Quelle: SIRA Real Estate, Immobilienpreisbericht Juni 2026; Immobilien-Redaktion, Österreichischer Neubaubericht 2026
Veröffentlicht am 12.08.2026

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