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Dauerhaft und zukunftsfähig…

Die Wiener Holzschutztage fanden am 30. November und 1. Dezember 2017 mit rund 70 TeilnehmerInnen in der Nähe der Uno City in Wien statt. Grundlagen, praktische Erfahrungen und aktuelle Forschungsergebnisse aus den drei Themenbereichen Dauerhaftigkeit, Bauwerke und Zukunftstechnologien wurden von international renommierten ExpertInnen erläutert.

Die Wiener Holzschutztage der Holzforschung Austria (HFA) fanden diesmal im Arcotel Kaiserwasser statt. Die rund 70 TeilnehmerInnen informierten sich umfassend über wissenschaftliche Erkenntnisse und Praxiserfahrung auf den Gebieten der Dauerhaftigkeit, Bauwerke und Zukunftstechnologien. Seminarleiter Dr. Gerhard Grüll (Holzforschung Austria) zeigte mit dem Programm, dass Fragen der modernen Bauweise mit Holz immer wieder neu und gut beantwortet werden können. Holz ist somit nicht nur ein Baustoff mit langer Tradition, sondern er eröffnet durch seine Dauerhaftigkeit auch Perspektiven für die Zukunft.

Dauerhaftigkeit
Mag. DI Eva Guttmann (Architekturpublizistin) hielt die Keynote zu den Wiener Holzschutztagen über „Schönheit in der Baukunst im Allgemeinen“. Sie zeigte anhand von Architekturbeispielen das Zusammenspiel von Architekturästhetik, Nutzung und Pflege. Konkreter wurde Dr. Boris Forsthuber (Holzforschung Austria), der anschließend über ein Lebensdauervorhersagemodell für Holzbeschichtungen aus dem Projekt Servowood referierte. Die richtigen Wartungsintervalle von beschichteten Holzfassaden erläuterte im Anschluss Ing. Christian Schaffrath (Synthesa). Er widmete sich vor allem den Faktoren, wie der Lage, klimatischer Voraussetzungen und Beschichtung. Dauerhaftigkeit war auch das Thema des Vortrages von Mag.a Notburga Pfabigan (Holzforschung Austria), die eine Erhöhung derselben bei Fenstereckverbindungen im Fokus hatte. Fazit: Die Holzschutzmittel-Imprägnierung nach der Verklebung durchzuführen ist nicht schlechter, als wenn sie vor der Verklebung durchgeführt wird. Von großer Bedeutung ist dabei die Qualität der Verklebung. Danach griff Seminarleiter Dr. Gerhard Grüll (Holzforschung Austria) selbst zum Mikrofon. Bei seinem Vortrag traf Holz auf Hagel. Er beleuchtete sowohl Strategien zur Verbesserung der Hagelsicherheit als auch Entwicklungsstrategien für Beschichtungssysteme, die aber auf dem Verständnis über die Entwicklung von Folgeschäden basieren müssen.

Bauwerke
Den zweiten Block über gebaute Beispiele eröffnete Dr. Richard Woschitz (Woschitz Group). Er erklärte anhand seines Projektes HoHo dessen statisches Konzept. Hier nahm er vor allem die einzelnen Konstruktionselemente, wie Decken, Stiegenhauskerne und den Regelknoten ins Visier. DI (FH) Frank Miebach  (IB Miebach /DE) widmete sich dann Brücken aus Holz mit grossen Spannweiten und zeigte anhand eindrucksvoller Architekturbeispiele verschiedene Verbundkonstruktionen mit konstruktivem Holzschutz. Für Miebach erzeugt die heutige technische Entwicklung im allgemeinen Holzbau eine ähnliche Situation wie bei Stahl und Beton im Zuge der Industrialisierung am Anfang des 20. Jahrhunderts. DI Dr. Wilhelm F. Luggin (Ziviltechniker für Bauwesen) sprach im nächsten Vortrag über die Zustandsbeurteilung von Holzbrücken und erzählte aus seiner Gutachterpraxis. Er ging näher auf die Normen und die laufende Überwachung, Kontrolle und Prüfung von Brücken ein. Wichtigster Moment bei der Festlegung der Lebensdauer von Brücken ist die Planungsphase. Flachdächern in Holzbauweisen widmete sich Dr. Bernd Nusser (Holzforschung Austria) mit seinem Referat über die richtige bauphysikalische Ausführung. Er informierte das Publikum über grundlegende Do’s und Dont’s im Flachdachbau. Den letzten Vortrag des ersten Tages bestritt Richard Weiss, MSc (InnoAction GmbH /DE) über den Einfluss der Fassaden auf den urbanen Raum. Er zog dabei einen weiten Bogen über Energieverbrauch, Wärme-Absorbtion, Emission und Lärm, die mittels intelligenter Fertigung von Fassaden eingedämmt werden können.

Zukunftstechnologien
Den dritten Block eröffnete Dr. Susanne Bollmus (Uni Göttingen /DE). Sie sprach über Herausforderungen von Laubholz im Aussenbereich. Die Optimierung der Holzschutzsysteme für Laubhölzer wird immer wichtiger, da durch neuartige Waldbaukonzepte in Deutschland der Bestand Richtung Mischwälder verschoben wird. Holzbau-Meister Bernd Strahammer (Ing. Graf – Zimmerei und Holzbau Ges.m.b.H) brachte Know How aus der Praxis ein und erläuterte die Möglichkeiten und Probleme aus der Sicht eines Holzbaubetriebes. Sein Fazit: Heute wird konstruktiver Holzschutz bereits gut eingesetzt. Chemischer Holzschutz soll nur dort verwendet werden, wo er unbedingt erforderlich ist. Danach erklärte Dr. Stefan Friebel (Fraunhofer WKI /DE) Vor- und Nachteile von Beschichtungen auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Über das Projekt Terpenguard berichtete Mag.a Andrea Steitz (Holzforschung Austria). Ziel ist die Extrahierung natürlicher Ersatzstoffe aus dem Holz, die gegen Pilz- und Bakterienabbau schützen sollen. Der Wald liefert so seinen Holzschutz für den konstruktiv verwendeten Baustoff Holz selbst. DI Dominik Jaros (Obenauf GmbH) zeigte im Anschluss Lösungen des konstruktiven Holzbaus bei der Nachverdichtung durch Dachgeschossaufbauten in Wien. Den Abschluss der Veranstaltung gestaltete Mag. Hans Ulreich (Ulreich Bauträger GmbH), der über die Herausforderungen der Sanierung von Gründerzeithäusern aus der Sicht des privaten Wohnbaus sprach.

Die Wiener Holzschutztage waren wieder ein Erfolg. Die Veranstaltung wird 2019 wieder stattfinden.

Dr. Andreas Suttner, Öffentlichkeitsarbeit, a.suttner@holzforschung.at,
www.holzforschung.at

Bildquelle: www.holzforschung.at; Holzschutztage 2017

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