Schottergärten galten lange als pflegeleichte und moderne Lösung für den Außenbereich. Doch in Österreich geraten diese „pflegeleichten“ Gärten zunehmend in Kritik – und werden in vielen Gemeinden bereits eingeschränkt oder verboten. Sowohl für private Hausbesitzer als auch für Bauträger und Bauunternehmen ist es daher wichtig, die aktuelle Rechtslage sowie sinnvolle Alternativen zu kennen.
Warum Schottergärten problematisch sind
Ein Schottergarten besteht meist aus einer mit Folie abgedeckten Fläche, die mit Steinen oder Kies bedeckt ist und kaum Pflanzen enthält. Was zunächst wartungsarm erscheint, bringt zahlreiche Nachteile mit sich.
Ein wesentliches Problem ist die starke Aufheizung. Steine speichern Wärme und geben sie über Stunden wieder ab. Dadurch entstehen rund um Gebäude sogenannte Hitzeinseln. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzewellen kann dies die Wohnqualität erheblich verschlechtern. Pflanzen hingegen kühlen ihre Umgebung aktiv durch Verdunstung.
Ein weiterer Nachteil betrifft die Umwelt. Schotterflächen bieten weder Insekten noch Vögeln Lebensraum. Dadurch leisten sie keinen Beitrag zur Biodiversität. Zudem kann Regenwasser schlechter versickern, was bei Starkregen die Kanalisation zusätzlich belastet.
Auch der Pflegeaufwand wird oft unterschätzt. Trotz Vlies wachsen mit der Zeit Unkraut und organisches Material sammelt sich zwischen den Steinen.

Rechtliche Situation in Österreich
In Österreich gibt es kein einheitliches Bundesverbot, jedoch haben viele Gemeinden und Bundesländer bereits Maßnahmen gesetzt oder entsprechende Regelungen in Bebauungsplänen integriert.
So fördern zahlreiche Gemeinden gezielt die Begrünung von Grundstücken und schreiben einen Mindestanteil an Grünflächen vor. Hintergrund ist unter anderem die nationale Klimawandelanpassungsstrategie, die mehr Grünflächen zur Kühlung von Siedlungsräumen vorsieht.
Auch die Bodenversiegelung ist ein zunehmendes Thema. Österreich verliert täglich mehrere Hektar Boden durch Verbauung und Versiegelung. Schottergärten gelten dabei als ökologisch problematisch, da sie keinen ökologischen Nutzen erfüllen.
Institutionen wie das Umweltbundesamt empfehlen daher ausdrücklich naturnahe Gartengestaltung statt Steinflächen.
Nachteile auch für Hausbesitzer und Bauunternehmen
Neben ökologischen Aspekten entstehen auch praktische Nachteile:
– höhere Temperaturen im Sommer
– geringere Wohnqualität
– negatives Image bei Immobilien
– mögliche Einschränkungen durch Bauvorschriften
– sinkende Attraktivität für Käufer
Für Bauträger kann eine naturnahe Gestaltung inzwischen sogar ein Verkaufsargument sein.
Sinnvolle Alternativen zum Schottergarten
Moderne Gartengestaltung kann gleichzeitig pflegeleicht und ökologisch sinnvoll sein.
Bewährt haben sich beispielsweise:
Naturgärten mit heimischen Pflanzen
Diese benötigen wenig Pflege und sind an das Klima angepasst.
Blühflächen und Wildblumenwiesen
Sie fördern Insekten und benötigen nur wenige Schnitte pro Jahr.
Kombination aus Grünflächen und befestigten Wegen
So bleibt der Garten funktional und optisch ansprechend.
Sträucher und Bäume
Sie sorgen für Schatten und verbessern das Mikroklima deutlich.
Auch kleinere Grünflächen leisten bereits einen wichtigen Beitrag zur Kühlung.

Bedeutung für Neubauten im Jahr 2026
Durch steigende Temperaturen, strengere Bauvorschriften und wachsendes Umweltbewusstsein wird die Bedeutung von Grünflächen weiter steigen.
Wer heute ein Haus baut oder plant, sollte daher bewusst auf eine nachhaltige Gartengestaltung setzen.
Dies bringt Vorteile für:
– Wohnkomfort
– Umwelt
– Immobilienwert
– Zukunftssicherheit
Schottergärten hingegen gelten zunehmend als veraltet und problematisch.
Fazit
Schottergärten sind in Österreich immer weniger zeitgemäß und stehen zunehmend im Konflikt mit Klimaschutz und Bauvorschriften. Sowohl private Hausbesitzer als auch Bauunternehmen sollten auf nachhaltige Alternativen setzen.
Naturnahe Gärten bieten nicht nur ökologische Vorteile, sondern verbessern auch das Wohnklima und steigern langfristig den Wert einer Immobilie.
Eine durchdachte Gartengestaltung ist daher heute ein wichtiger Bestandteil moderner Bauprojekte.
(Veröffentlicht am 23.02.2026)
(Quellen und Mehr: umweltbundesamt.at – bmk.gv.at– naturimgarten.at)

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