Radon in den eigenen vier Wänden – das unsichtbare Risiko unter dem Fundament
Radon ist ein radioaktives, farb- und geruchloses Edelgas, das beim Zerfall von Uran im Erdboden entsteht und durch undichte Stellen im erdberührten Mauerwerk in Wohnräume eindringt. Nach dem Rauchen gilt es als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs, bei Nichtrauchern sogar als häufigste. Der gesetzlich festgelegte Referenzwert liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel – wird er überschritten, sind bauliche Optimierungsmaßnahmen empfohlen.
Aktuell gelten 104 von rund 2.095 Gemeinden als ausgewiesenes Radonschutzgebiet, besonders betroffen sind Regionen in Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol. Doch auch außerhalb dieser Gebiete kann die Konzentration im Einzelfall stark erhöht sein, da sie stark von Bodenbeschaffenheit, Fundamentausführung und Nutzerverhalten abhängt. Nur eine Messung schafft hier wirklich Gewissheit.
Besonders wichtig: Wer im Zuge einer thermischen Sanierung alte Fenster gegen dichte, moderne Modelle tauscht oder die Fassade dämmt, verringert damit den natürlichen Luftwechsel im Gebäude. Das kann paradoxerweise dazu führen, dass die Radonkonzentration nach der Sanierung ansteigt, obwohl sich am Untergrund nichts verändert hat. Eine Messung vor und nach solchen Maßnahmen ist deshalb ratsam, ebenso wie eine kontrollierte Wohnraumlüftung.
Interessant für Familien und werdende Eltern: Zu bestimmten Terminen im Jahr werden für Privathaushalte kostenlose Radondetektoren zur Selbstmessung ausgegeben. Die Messung läuft über sechs Monate und erfasst so die jahreszeitlichen Schwankungen zuverlässig. Wer in einem Haus mit Keller, direktem Erdkontakt oder älterem Fundament wohnt, sollte diese Möglichkeit nutzen, besonders in Schlaf- und Kinderzimmern.
Quelle: AGES – Fachstelle für Radon; Land Steiermark – Gesundheitsserver; pieno.at – Radon im Haus (Referenzwert, Messung, baulicher Schutz)
Veröffentlicht 16.09.2026

Qualitätsbetriebe.com
Bauherrenhilfe.tv








