Eschentriebsterben: Wenn der Baum im Garten zur Gefahr wird
Die Esche galt lange als robuster, wertvoller Baum. Doch seit einigen Jahren stirbt sie in ganz Europa in großer Zahl ab. Schuld ist ein Pilz, das Falsche Weiße Stängelbecherchen, der in seiner ostasiatischen Heimat kaum Schaden anrichtet, die heimische Esche aber nahezu schutzlos trifft.
Erstmals beobachtet wurde das Absterben Anfang der 1990er-Jahre im Osten Polens. Die Fruchtkörper des Pilzes sind als kleine weiße Punkte auf den abgefallenen Blattstielen am Boden zu erkennen. Von dort verbreiten sich die Sporen über die Luft und infizieren die Bäume.
Der Pilz lässt Triebe, Äste und Kronenteile innerhalb weniger Jahre absterben, bis oft der ganze Baum verloren ist. Das eigentliche Problem für Grundbesitzer kommt danach: Am Stammfuß entstehen abgestorbene Bereiche, die von weiteren Pilzen besiedelt werden. Dadurch verliert die Esche ihre Standfestigkeit, und Äste oder ganze Bäume können unerwartet fallen.
Wer eine Esche auf dem Grundstück hat, sollte deshalb genauer hinschauen. Warnzeichen sind eine lichte, verkahlende Krone, tote Äste und Verfärbungen am Stammfuß. Besonders heikel sind Bäume neben Gehwegen, Spielplätzen, Zufahrten, Gebäuden und Stellplätzen.
Eine Behandlung mit Chemie hilft nicht. Wichtig ist, die Bäume regelmäßig zu kontrollieren und bei Auffälligkeiten eine Fachperson beizuziehen. Gesunde Eschen sollten dagegen nicht vorschnell gefällt werden, denn manche Bäume sind offenbar von Natur aus widerstandsfähig. Forschungsprojekte suchen genau diese Exemplare, um daraus neue, tolerante Eschen zu vermehren.
Quelle:
- ORF Wien: Eschensterben – BOKU sucht nach Lösung
- Falter: Esche zu Staub
- WSL Birmensdorf: Zukunft der Esche, Programm und Abstracts (2021)
- Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft: Merkblatt 28 Eschentriebsterben (2019)
Veröffentlicht am 08.10.2026

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