Beton bleibt einer der wichtigsten Baustoffe weltweit, steht jedoch aufgrund seines hohen CO₂-Ausstoßes zunehmend im Fokus. Besonders die Zementherstellung verursacht große Mengen an Emissionen. In den vergangenen Jahren wurden daher neue Betonrezepturen entwickelt, die deutlich weniger Klinker enthalten und dadurch wesentlich klimafreundlicher sind. Lange galt jedoch die Frage, ob diese Materialien auch unter realen Baustellenbedingungen zuverlässig eingesetzt werden können.
Im Rahmen des Forschungsprojekts RCC2 wurden innovative Betonmischungen unter Sommer- und Winterbedingungen getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass CO₂-Einsparungen von bis zu 80 Prozent gegenüber herkömmlichen Betonrezepturen möglich sind, ohne die Anforderungen an Stabilität und Sicherheit zu vernachlässigen. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die langsamere Festigkeitsentwicklung bei niedrigen Temperaturen auszugleichen. Hier kamen intelligente beheizbare Schalungen zum Einsatz, welche die Aushärtung unterstützen können.
Für Bauunternehmen, Planer und Bauträger ist diese Entwicklung besonders interessant. Die Forschung zeigt, dass klimafreundlichere Betonvarianten nicht mehr nur ein Laborthema sind, sondern zunehmend auf realen Baustellen eingesetzt werden können. Wer künftig öffentliche Ausschreibungen, ESG-Anforderungen oder Nachhaltigkeitsziele erfüllen muss, wird sich mit solchen Baustoffen intensiv beschäftigen müssen. Gleichzeitig könnten neue Betonrezepturen helfen, die Umweltbilanz von Gebäuden deutlich zu verbessern, ohne auf die bekannten Vorteile des Baustoffs verzichten zu müssen.
Quelle: Forschungsprojekt RCC2 – Holcim Österreich | Doka – Forschungsprojekt RCC2 | Klimaneutrale Stadt – RCC2-Projektbericht
Veröffentlicht am 17.06.2026

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