GEPRÜFTE BAUSTELLEN IM JAHR
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In vielen Altbauten, insbesondere in Gebäuden aus der Zeit vor 1945, stecken bis heute Trinkwasserleitungen aus Blei. Seit dem 12. Jänner 2026 gilt eine verschärfte Rechtslage: Bleileitungen, Teilstücke und selbst innen beschichtete Rohre müssen entfernt oder stillgelegt werden. Der aktuelle Grenzwert liegt bei 10 Mikrogramm Blei pro Liter, ab 2028 sinkt er weiter auf 5 Mikrogramm.

Besonders tückisch ist sogenanntes Stagnationswasser – also Wasser, das über Nacht, übers Wochenende oder während eines Urlaubs in der Leitung steht. Hier kann die Bleikonzentration deutlich über dem erlaubten Wert liegen, selbst wenn eine Wasseranalyse zu anderen Zeiten unauffällig ausfällt. Abkochen oder handelsübliche Wasserfilter helfen gegen Blei nicht – das Schwermetall lässt sich damit nicht aus dem Wasser entfernen, nur der vollständige Austausch der Leitung schafft Abhilfe.

Blei ist ein Nervengift und reichert sich im Körper an. Besonders gefährdet sind Schwangere und Kleinkinder, da schon geringe Mengen die geistige Entwicklung beeinträchtigen können. Wer im Herbst und Winter ohnehin Sanierungsarbeiten plant, sollte die Wasserleitungen mitdenken: Die Heizperiode ist oft der Moment, in dem ältere Installationen ohnehin geöffnet oder überprüft werden, und ein Leitungstausch lässt sich dann effizient mitplanen.

Für Eigentümer liegt die Verantwortung für den Austausch grundsätzlich bei ihnen selbst, bei vermieteten Wohnungen zählt er zur Instandhaltungspflicht des Vermieters. Auskunft über das verbaute Rohrmaterial gibt in der Regel die Hausverwaltung oder ein Blick ins Baujahr des Gebäudes: Bleirohre erkennt man an der dunkelgrauen, weichen, stumpf glänzenden Oberfläche im Unterschied zu rotem Kupfer oder silbernem Edelstahl. Für Sanitär- und Installationsbetriebe wächst dadurch aktuell die Nachfrage nach Bestandsaufnahmen und Rohrtausch in Gründerzeithäusern spürbar.

Quelle: Umweltbundesamt (umweltbundesamt.de), Stadt Wien – Magistratsabteilung Umwelt, energie-fachberater.de, wohnnet.at | Bild von Tom auf Pixabay

Veröffentlicht am 22.09.2026