GEPRÜFTE BAUSTELLEN IM JAHR
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Blei im Trinkwasser ist ein leises Problem. Gesundheitlich bedeutsam ist vor allem die schleichende Belastung durch regelmäßige Aufnahme kleiner Mengen, die man nicht bemerkt. Besonders empfindlich reagiert das sich entwickelnde Nervensystem von Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern.

Blei kann die Blutbildung und die Intelligenzentwicklung beeinträchtigen. Bei Erwachsenen wird es ausgeschieden oder in den Knochen eingelagert und kann später wieder ins Blut gelangen, etwa während einer Schwangerschaft. Deshalb ist Wasser aus Bleirohren für Schwangere, Säuglinge und Kinder bis zum sechsten Lebensjahr als Trinkwasser ungeeignet.

Betroffen sind nur ältere Gebäude, denn seit 1973 wird Blei nicht mehr als Leitungsmaterial verwendet. In Teilen Süddeutschlands waren Bleileitungen schon seit dem späten 19. Jahrhundert kaum noch im Einsatz. Nicht jedes Haus vor 1973 hat Bleirohre, weil häufig auch Kupfer oder verzinkter Stahl verbaut wurde.

Deutschland hat die Schrauben deutlich angezogen: Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Eigentümer, Bleileitungen samt Teilstücken bis zum 12. Jänner 2026 zu entfernen oder stillzulegen. Auch kurze Bleistücke sind kritisch, weil sie im Kontakt mit anderen Metallen durch galvanische Korrosion viel Blei abgeben können. Der Grenzwert liegt seit 2013 bei 10 Mikrogramm pro Liter und sinkt ab 12. Jänner 2028 auf 5 Mikrogramm pro Liter.

So prüfen Sie Ihr Haus: Schauen Sie im Keller vor und hinter dem Wasserzähler nach. Blei ist silbergrau und weich und lässt sich mit einem Messer leicht ritzen, Eisenleitungen dagegen halten einen Magneten. Fragen Sie außerdem Vermieter, Hausverwaltung oder Verkäufer, wann und aus welchem Material die Leitungen verlegt wurden.

Im Zweifel hilft eine Laboruntersuchung, die kostenpflichtig ist. Das Wasser sollte vor der Probe mindestens vier Stunden in der Leitung gestanden haben, denn im Stagnationswasser wird der Grenzwert oft um ein Vielfaches überschritten. Filter zur Bleientfernung sind laut Umweltbundesamt nicht sinnvoll, nur der vollständige Austausch der Leitung löst das Problem.

Bis dahin gilt: Lassen Sie Wasser, das lange in der Leitung stand, ablaufen, bis es kühl kommt, und verwenden Sie es nicht für Essen und Trinken. Für Säuglingsnahrung eignet sich abgepacktes Wasser mit dem Aufdruck „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“. Wer ein älteres Haus kauft, sollte das Leitungsmaterial vor dem Kauf klären.

Quelle: Umweltbundesamt (Deutschland), „Bleirohre: Blei im Trinkwasser ist gesundheitsgefährdend“, zuletzt aktualisiert am 04.08.2026: https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/bleirohre-blei-im-trinkwasser-ist

Veröffentlicht am 21.09.2026