Wer keinen eigenen Hausanschluss für eine große Photovoltaikanlage hat, kann trotzdem eigenen Solarstrom erzeugen: Ein Balkonkraftwerk (auch Steckersolaranlage oder Mini-PV genannt) besteht aus ein bis vier Modulen und einem Wechselrichter, der direkt in eine Steckdose eingesteckt wird. Der erzeugte Strom fließt sofort ins Hausnetz und senkt den Bezug aus dem öffentlichen Netz. Ein Set mit rund 800 Watt kostet aktuell etwa 400 bis 900 Euro.
Die Rechtslage hat sich deutlich verbessert: Steckersolargeräte gelten heute im Wohnungseigentum als privilegierte Maßnahme. Wird die Eigentümergemeinschaft über das Vorhaben informiert und erfolgt innerhalb von zwei Monaten kein begründeter Widerspruch, gilt die Zustimmung als erteilt. Auch Mieterinnen und Mieter haben grundsätzlich einen Anspruch auf Gestattung, sofern keine triftigen Gründe – etwa Denkmalschutz oder besondere Gestaltungsvorgaben – dagegensprechen.
Technisch ist die maximale Einspeiseleistung auf 800 Watt am Wechselrichter begrenzt, maßgeblich ist dabei die Ausgangsleistung des Geräts, nicht die installierte Modulleistung. Vor der Inbetriebnahme muss die Anlage kostenlos beim zuständigen Netzbetreiber gemeldet werden, eine gesonderte Genehmigung ist bei Einhaltung der Grenzwerte nicht nötig. Fachleute empfehlen zudem, beim Kauf auf ein VDE-Prüfzeichen sowie eine CE-Kennzeichnung zu achten und den Wieland-Stecker der Schuko-Variante vorzuziehen, um Verpolungen auszuschließen.
Quelle: ÖVE (Österreichischer Verband für Elektrotechnik); PV Rechner 24; enerix Ratgeber Photovoltaik
Veröffentlicht am 31.08.2026

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