Die Baukonjunktur steckt weiterhin in einer Schwächephase, doch Analysten sehen erstmals seit Jahren ein Ende der Talfahrt. Laut aktueller EY-Parthenon Bauprognose sinkt das reale Bauvolumen von 58,7 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf voraussichtlich 51,7 Milliarden Euro im Jahr 2026 – der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders betroffen ist der Wohnungsneubau, der jahrelang der wichtigste Wachstumstreiber der Branche war.
Für 2026 rechnen die Experten dennoch mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent im Neubau – nach mehreren Jahren mit teils zweistelligen Rückgängen ist das ein spürbares Signal. Der Wohnungsbau bleibt mit rund 27,5 Milliarden Euro Volumen das mit Abstand größte Segment der Branche, mehr als dreimal so groß wie der gesamte Infrastrukturbau zusammen. Genau deshalb hängt die Erholung der gesamten Baubranche maßgeblich davon ab, ob der Wohnbau wieder in Schwung kommt.
Die Gründe für die anhaltende Zurückhaltung sind bekannt, aber hartnäckig: hohe Baukosten, strengere Finanzierungsbedingungen, höhere Eigenkapitalanforderungen und teurere Grundstücke bremsen neue Projektstarts. Der Nicht-Wohnungsbau entwickelt sich mit rund 15,7 Milliarden Euro etwas stabiler, liefert aber ebenfalls keinen kräftigen Impuls für die Branche. Auch die Zahl der Baubewilligungen deutet aktuell nicht auf eine rasche Erholung hin.
Für Bauunternehmen bedeutet das: Wer 2026 plant, sollte mit einem weiterhin angespannten, aber sich stabilisierenden Markt kalkulieren. Wichtiger als kurzfristige Auftragsspitzen wird zunehmend die Fähigkeit, Projekte trotz strengerer Finanzierungsbedingungen realistisch zu kalkulieren und Kunden bei der Fördermittel- und Finanzierungssuche aktiv zu unterstützen.
Quelle: EY-Parthenon Bauprognose 2026, zitiert nach Extrajournal.Net und i-Magazin.com
Veröffentlicht am 12.08.2026

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