Was noch vor wenigen Jahren nach Zukunftsmusik klang, wird zunehmend Realität: Im französischen Bezannes entsteht derzeit das größte 3D-gedruckte Wohnhaus Europas – ein dreigeschossiger Bau mit zwölf Sozialwohnungen und rund 800 Quadratmetern Fläche. Möglich wird das durch die Zusammenarbeit eines deutschen 3D-Druck-Spezialisten mit einem französischen Sozialbau-Unternehmen. Als Baustoff kommt ein speziell entwickelter, besonders stabiler und feuerfester Beton zum Einsatz.
Besonders bemerkenswert: Direkt daneben entsteht ein klassisch gemauertes Vergleichsgebäude. Beide Bauten sollen später hinsichtlich Bauzeit, Qualität, Nachhaltigkeit und Kosten direkt gegenübergestellt werden – eine Art Realexperiment für die gesamte Branche. Schon jetzt zeigt sich der größte Vorteil der Technologie: Der reine Druckvorgang für den Rohbau dauert bei vergleichbaren Projekten oft nur vier bis sieben Tage, während klassische Bauweisen dafür Wochen benötigen.
Auch in Bayern wurde bereits das erste 3D-gedruckte Mehrfamilienhaus Europas realisiert – die Druckzeit betrug lediglich 72 Stunden, die gesamte Rohbauphase rund sechs Wochen. Für Bauunternehmen bleibt die Technologie aktuell aber noch ein zweischneidiges Schwert: Sie kann helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Bauzeiten drastisch zu verkürzen, doch fehlende einheitliche Normen und Genehmigungsverfahren bremsen die breite Anwendung nach wie vor spürbar. Fachleute rechnen damit, dass sich die Technik erst in den kommenden vier bis fünf Jahren für eine breitere Zahl an Bauherren wirklich rechnet.
Quelle: wattmoves.de, „Europas größtes 3D-Druck-Haus“ (Stand April 2025); fertighaus.de, „3D-Druck-Haus: Kosten, Anbieter & Bauzeit 2026″ (Stand November 2025)
Veröffentlicht am 22.07.2026

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