Kleine Risse gehören bei Betonbauwerken zum Alltag. Feuchtigkeit kann eindringen, Bewehrungsstahl angreifen und langfristig erhebliche Schäden verursachen. Deshalb wird weltweit an sogenanntem selbstheilendem Beton geforscht. Eine der bekanntesten Methoden nutzt spezielle Bakterien, die während der Herstellung in den Beton eingebracht werden. Bleibt der Beton trocken, bleiben diese Mikroorganismen inaktiv. Dringt später Wasser durch einen feinen Riss ein, werden sie aktiv und bilden Kalkstein, der den Riss wieder verschließt.
Die Technik eignet sich vor allem für Brücken, Tunnel, Parkgaragen oder Wasserbauwerke, bei denen spätere Reparaturen teuer oder schwer zugänglich sind. Auch Mikroverkapselungen mit mineralischen Stoffen oder Polymeren werden als Alternative untersucht. Ziel ist es, Wartungsintervalle deutlich zu verlängern und die Lebensdauer von Bauwerken zu erhöhen. Noch befindet sich diese Technologie überwiegend im Forschungs- und Pilotprojektstadium, doch zahlreiche Universitäten und Bauunternehmen testen bereits erste Anwendungen im realen Betrieb. Für Bauunternehmen und öffentliche Auftraggeber könnte selbstheilender Beton künftig erhebliche Instandhaltungskosten einsparen.
Quelle: Delft University of Technology | RILEM – International Union of Laboratories and Experts in Construction Materials | Nature Reviews Materials
Veröffentlicht am 14.07.2026

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