Viele Bauprodukte werden künftig mit einem digitalen Produktpass ausgestattet sein. Dahinter verbirgt sich eine digitale Datensammlung, die wichtige Informationen über ein Produkt enthält – von den verwendeten Materialien über technische Eigenschaften bis hin zu Angaben zur Wiederverwertung am Ende des Lebenszyklus.
Für Planer, Bauunternehmen und Gebäudebetreiber ergeben sich dadurch völlig neue Möglichkeiten. Informationen zu Baustoffen müssen nicht mehr mühsam in Ordnern oder Datenbanken gesucht werden, sondern können direkt digital abgerufen werden. Gerade bei Sanierungen oder Rückbauprojekten wird es einfacher, Materialien zu identifizieren und deren Wiederverwendbarkeit zu beurteilen. Das unterstützt die Entwicklung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Verknüpfung mit Building Information Modeling (BIM). Werden digitale Produktpässe direkt in Gebäudemodelle integriert, können Informationen über Bauteile während des gesamten Gebäudelebenszyklus verfügbar bleiben. Für Bauunternehmen bedeutet das mehr Transparenz, für Auftraggeber bessere Dokumentation und für Eigentümer eine langfristig wertvolle Datengrundlage. Experten gehen davon aus, dass digitale Produktpässe in den kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil moderner Bauprojekte werden.
Quelle: EU-Verordnung 2024/3110 – Digitales Produktpasssystem für Bauprodukte | Springer Nature: „Digitale Produktpässe zur Umsetzung der Twin Transformation in der Bauwirtschaft“ (2026) | Umweltbundesamt Deutschland: „Produktinformation 4.0: Grundlage für digitale Produktpässe“ | BUILD UP (EU): Analyse zur BIM-Einführung in Europa (2025)
veröffentlicht am 22.06.2026

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