Bei Neubauten gehört Building Information Modeling (BIM) mittlerweile vielerorts zum Standard. Spannend wird die Technologie jedoch vor allem im Bestand. Immer mehr Planungsbüros und ausführende Unternehmen setzen bei Sanierungen auf sogenannte digitale Zwillinge. Dabei wird ein bestehendes Gebäude mittels Laserscanning millimetergenau erfasst und anschließend als digitales Modell dargestellt. Dieses Modell dient als zentrale Informationsquelle für alle Beteiligten – von Architekten über Fachplaner bis hin zu ausführenden Gewerken.
Der große Vorteil liegt in der Genauigkeit. Gerade bei älteren Gebäuden stimmen vorhandene Pläne häufig nicht mehr mit der Realität überein. Leitungen wurden verlegt, Wände versetzt oder Umbauten nie dokumentiert. Durch die digitale Erfassung können Planungsfehler deutlich reduziert werden. Gleichzeitig lassen sich Kollisionen zwischen Gewerken bereits vor Baubeginn erkennen. Das spart Zeit, Material und Nacharbeiten auf der Baustelle. Besonders bei komplexen Sanierungen von Wohnanlagen, Bürogebäuden oder Industrieobjekten gewinnt diese Methode zunehmend an Bedeutung.
Auch die Zukunft geht in diese Richtung. Forschende arbeiten bereits daran, digitale Zwillinge mit Sensoren und künstlicher Intelligenz zu verbinden. Gebäude könnten dadurch ihren Zustand laufend überwachen und Wartungsbedarf frühzeitig melden. Für Planer, Bauunternehmen und Eigentümer eröffnet dies völlig neue Möglichkeiten im Gebäudemanagement und bei langfristigen Investitionsentscheidungen.
Quelle: European Commission – Smart Buildings & Digitalisierung im Gebäudesektor | Arxiv Research: „Digital Twin Buildings“ (2025) | Arxiv Research: „A-Scan2BIM“ (2023)
Veröffentlicht am 09.08.2026

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