Immer mehr Wohnanlagen produzieren ihren eigenen Strom – und genau daraus entwickelt sich gerade ein neuer Trend: Energiegemeinschaften innerhalb von Mehrparteienhäusern. Dabei teilen Bewohner selbst erzeugte Energie, meist aus Photovoltaikanlagen auf dem Dach.
Das Modell wird besonders bei Neubauten interessant. Statt dass jede Wohnung ihren Strom komplett einzeln bezieht, kann ein Teil direkt im Gebäude verteilt werden. Überschüsse werden gespeichert oder ins Netz eingespeist. Dadurch sinken langfristig die Energiekosten und Bewohner werden unabhängiger von starken Preisschwankungen.
Für Bauträger und Wohnbaugesellschaften entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Gebäude werden nicht mehr nur als Wohnraum geplant, sondern zunehmend als kleine Energiezentren. Besonders in Kombination mit Wärmepumpen, Batteriespeichern und E-Mobilität entstehen völlig neue Wohnkonzepte.
Die Umsetzung bleibt allerdings komplex. Eigentumsverhältnisse, Abrechnungssysteme und technische Infrastruktur müssen genau abgestimmt werden. Studien zeigen jedoch, dass solche Systeme in Mehrfamilienhäusern enormes Potenzial haben und hohe Eigenversorgungsquoten erreichen können.
Für Bewohner bedeutet das langfristig vor allem eines: mehr Kontrolle über Energieverbrauch und laufende Kosten. Gerade bei steigenden Energiepreisen könnte das in Zukunft ein entscheidender Faktor bei der Wohnungswahl werden.
Quelle: Studie zu Energiegemeinschaften in Mehrfamilienhäusern | BUILD UP – Entwicklung der europäischen Bauwirtschaft 2026
Veröffentlicht am 27.05.2026