GEPRÜFTE BAUSTELLEN IM JAHR
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In der Baubranche wird seit einigen Jahren intensiv an sogenannten Carbonbeton-Systemen gearbeitet. Dabei wird anstelle von Stahl eine Bewehrung aus Carbonfasern verwendet. Das Material rostet nicht, ist deutlich leichter und gleichzeitig extrem belastbar. Besonders interessant: Weil Carbon nicht korrodiert, kann wesentlich dünner gebaut werden als bei herkömmlichem Stahlbeton.

Für Bauunternehmen, Planer, Architekten und öffentliche Auftraggeber könnte das langfristig große Auswirkungen haben. Brücken, Fassaden oder Balkone benötigen weniger Materialstärke und dadurch oft auch weniger Beton. Genau das macht die Bauweise spannend, weil die Herstellung von Zement weltweit zu den größten CO₂-Verursachern zählt.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei Sanierungen. Alte Gebäude oder Brücken können mit dünnen Carbonbeton-Schichten verstärkt werden, ohne dass schwere zusätzliche Konstruktionen notwendig sind. Dadurch lassen sich bestehende Bauwerke teilweise deutlich länger nutzen, statt sie komplett abzureißen.

Besonders in Deutschland laufen aktuell mehrere Forschungs- und Pilotprojekte, bei denen ganze Gebäude oder Brückenelemente aus Carbonbeton entstehen. Experten sehen darin eine mögliche Schlüsseltechnologie für ressourcenschonendes Bauen. Gleichzeitig ist das Material derzeit noch teurer als klassischer Stahlbeton, weshalb die Technik bisher vor allem bei Spezialprojekten eingesetzt wird.

Wichtig: Carbonbeton ersetzt nicht automatisch jede klassische Bauweise, könnte aber künftig vor allem bei langlebigen Infrastrukturprojekten eine größere Rolle spielen.

Quelle: Informationen zu Carbonbeton beim Deutschen Ausschuss für Stahlbeton| Carbonbeton-Forschung der TU Dresden

Veröffentlicht am 13.05.2026