Die österreichische Bauwirtschaft steht zunehmend unter Druck, klimafreundlichere Baustoffe einzusetzen. Ein zentraler Ansatzpunkt ist dabei die Entwicklung von CO₂-reduziertem Beton, der herkömmliche Zementanteile teilweise ersetzt. Da die Zementproduktion weltweit für rund 7–8 % der CO₂-Emissionen verantwortlich ist, liegt hier ein enormes Einsparpotenzial.
In Österreich setzen erste Bauprojekte bereits auf sogenannte Low-Carbon-Betone, bei denen alternative Bindemittel wie Hüttensand, Flugasche oder neuartige Zementmischungen verwendet werden. Diese Materialien ermöglichen es, den CO₂-Ausstoß um bis zu 30-50 % zu reduzieren, ohne die statischen Eigenschaften wesentlich zu beeinträchtigen.
Ein weiterer Trend ist die verstärkte Nutzung von recycelten Zuschlagstoffen, die aus Abbruchmaterial gewonnen werden. Dadurch wird nicht nur CO₂ eingespart, sondern auch der Verbrauch natürlicher Ressourcen reduziert. Gerade im urbanen Raum – etwa bei Infrastrukturprojekten oder Wohnbau – gewinnt dieser Ansatz stark an Bedeutung.
Trotz der positiven Entwicklungen gibt es noch Herausforderungen, insbesondere bei der Normung und Zulassung sowie bei der breiten Marktdurchdringung. Dennoch zeigt sich klar: CO₂-armer Beton wird in Österreich zunehmend zum Standard der Zukunft im nachhaltigen Bauen.
Quelle: Österreichisches Institut für Bautechnik (OIB), Fachverband der Stein- und keramischen Industrie Österreich
Veröffentlicht am 20.04.2026

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