GEPRÜFTE BAUSTELLEN IM JAHR
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Baumängel gehören zu den häufigsten Problemen bei Bauprojekten – sowohl im privaten Hausbau als auch bei größeren Bauvorhaben. Um finanzielle Schäden zu vermeiden und die eigene Position zu sichern, ist es wichtig, die gesetzlichen Regelungen zur Gewährleistung in Österreich zu kennen. Diese schützen Auftraggeber und sorgen gleichzeitig für Qualitätsstandards in der Bauausführung.

Was ist ein Baumangel?

Ein Baumangel liegt vor, wenn eine Bauleistung nicht wie vertraglich vereinbart oder nicht nach den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt wurde. Entscheidend ist dabei der Zustand zum Zeitpunkt der Übergabe.

Typische Beispiele für Baumängel sind:

  • Risse im Mauerwerk oder Putz

  • Feuchtigkeitsschäden oder undichte Stellen

  • Fehlerhafte Abdichtungen

  • Schiefe Bauteile oder unsaubere Ausführung

  • Mängel bei Fenstern, Türen oder Dämmung

Auch scheinbar kleine Ausführungsfehler können langfristig zu erheblichen Schäden führen.

Gewährleistungsfrist bei Bauwerken

In Österreich beträgt die gesetzliche Gewährleistungsfrist für unbewegliche Sachen, also Bauwerke, drei Jahre ab Übergabe.

Diese Regelung ist im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) festgelegt. Die gesetzliche Grundlage wird durch das Bundesministerium fur Justiz bereitgestellt und geregelt.

Wichtig zu wissen:
Die Gewährleistung gilt unabhängig davon, ob den Auftragnehmer ein Verschulden trifft. Entscheidend ist ausschließlich, dass ein Mangel vorliegt.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Rechte von Bauherren und Auftraggebern

Wenn ein Baumangel festgestellt wird, haben Auftraggeber klare gesetzliche Rechte. Dazu gehören:

Verbesserung (Nachbesserung)
Der Mangel muss vom Bauunternehmen behoben werden.

Austausch
Falls eine Verbesserung nicht möglich ist, kann ein Austausch verlangt werden.

Preisminderung
Ist eine Behebung nicht möglich oder nicht zumutbar, kann der Preis reduziert werden.

Wandlung des Vertrags
In schweren Fällen kann auch eine Rückabwicklung möglich sein.

Voraussetzung ist, dass der Mangel innerhalb der Gewährleistungsfrist gemeldet wird.

Bedeutung für Bauunternehmen

Auch für Bauunternehmen ist die Gewährleistung ein wichtiger Bestandteil der Bauabwicklung.

Unternehmen sind verpflichtet:

  • mangelfrei zu arbeiten

  • gemeldete Mängel zu prüfen

  • berechtigte Mängel zu beheben

Eine saubere Planung, fachgerechte Ausführung und vollständige Dokumentation sind entscheidend, um spätere Konflikte zu vermeiden.

Informationen und Empfehlungen für Unternehmen stellt unter anderem die WKO zur Verfügung.

Wichtig: Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie

Die gesetzliche Gewährleistung ist verpflichtend und beträgt drei Jahre bei Bauwerken.

Eine Garantie hingegen ist eine freiwillige Zusatzleistung, die vertraglich vereinbart werden kann.

Fazit

Die Gewährleistung ist ein zentraler Bestandteil des Bauvertragsrechts in Österreich und schützt Auftraggeber vor mangelhaften Leistungen.

Für Bauherren bedeutet sie Sicherheit, für Bauunternehmen stellt sie einen wichtigen Qualitätsstandard dar.

Eine frühzeitige Erkennung und Meldung von Baumängeln sowie eine gute Dokumentation sind entscheidend, um Rechte erfolgreich durchzusetzen und Bauprojekte langfristig mängelfrei zu halten.

(Veröffentlicht am 23.02.2026)

(Quellen und Mehr: justiz.gv.at|wko.at)