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Sachversicherung Teil 1 – Einbruchsschaden

TO DO – VOR und NACH Schadensfall! 

Aus den Medien entnimmt man immer öfter, dass Einbrüche in Wohnungen, Häuser und Firmen nahezu fast täglich geschehen. In der Regel brechen unbekannte Täter die Türen oder Fenster auf und dringen so in das Objekt ein und stehlen was nicht „Niet -und  Nagelfest“  ist.  Es kommt auch schon mal vor, dass ganze Wertschutzschränke gestohlen werden, obwohl in diesen nur Dokumente, also für den Einbrecher nicht wertvoll, aufbewahrt werden.  Meines Erachtens werden die meisten Einbrüche seitens der Einbrecher geplant. Ich könnte mir vorstellen, dass die Täter warten bis Sie das Haus oder die Wohnung verlassen haben und danach gleich den Einbruch vornehmen. Es genügt in den meisten Fällen, eine Abwesenheit von nur 10 Minuten. 10 Minuten, die Ihr Leben für kurze Zeit verändern.

Sie  kommen  von  ihrer kurzen  Abwesenheit  (zB.  Einkauf fürs Abend essen) nach Hause und betreten Ihre Wohneinheit. Schon beim Aufsperren merken Sie, dass irgendetwas nicht „stimmt“, gehen in den Vorraum und schauen in die benachbarten Räume. Sie können Ihren Augen nicht trauen, alle Laden und Kästen von den Schränken und Kommoden sind geöffnet und der Inhalt  liegt verstreut über den Fußboden. Sie können es nicht fassen,  auch Ihr Schlafzimmerschrank ist ausgeräumt und am Boden bzw. am Bett verteilt,…

Hier könnte man ins Detail gehen und den Tatort weiter beschreiben, aber ich denke, manche von Ihnen haben oa Vorfall bereits erlebt, den Anderen wollen  wir dies ersparen und nicht unnötig ängstigen.

  • Was ist zu tun?

Als erstes ist die Polizei zu verständigen und auf deren Eintreffen zu warten. Diese führt dann das Ermittlungsverfahren, wie zum Beispiel die Spurenabnahme auf den Gegenständen oder Möbelstücken, welche die Täter angefasst haben. (schwarzes Pulver), weiters werden Lichtbilder angefertigt und zum Erhebungsakt gegeben.  Wenn der Tatort freigeben ist, sprich wenn Sie wieder in Ihre Wohnung können, dann machen Sie bitte Lichtbilder mit Ihrem Fotoapparat oder mit Ihrem Handy. Hierbei ist es wichtig, dass das allgemeine Schadensbild aufgenommen wird. Es genügt im Großen und Ganzen ein Lichtbild pro Raum und mehrere Bilder von der Stelle, an der in die Wohnung eingebrochen wurde (Fenster, Türe). Warum brauchen Sie auch Bilder, wenn doch schon die Polizei welche gemacht hat, werden Sie sich fragen? Die Sache ist schnell erklärt: Die Lichtbilder der Polizei werden zum Erhebungsakt gegeben, dieser Akt ergeht an die Staatsanwaltschaft, welche eine Tätersuche durchführen lässt. Erst wenn ein (oder auch kein) Täter gefasst wird, dann hat man Zugriff zum Akt und den Bildern der Polizei. Dies dauert in der Regel mehrere Monate.

  • Meldung an Ihre Versicherung

Nach dem Sie Bilder von Ihrer Wohnung gemacht haben, können Sie mit den Aufräumarbeiten und der Reinigung beginnen.  Im Zuge dieser Arbeiten, werden Sie feststellen,  dass  auch  bei  Ihnen  einige Gegenstände  abhanden gekommen  sind. Erstellen Sie eine Liste, welche in Schmuck, Münzen, Gegenstände und Bargeld u

nterteilt ist. Führen Sie auch Positionsnummern an. Einkaufspreise, bzw. heutige Wiederbeschaffungspreise  werden  ebenfalls benötigt.  Für jeden  gestohlenen Gegenstand wird Ihre Versicherung Besitznachweise benötigen, sprich Rechnungen, Bilder, Zertifikate,…  Erst wenn Sie alle Unterlagen haben, übermitteln Sie diese Ihrer Versicherung. Sollte die Erstellung der oa Unterlagen länger als 5 Tage benötigen, so machen Sie Ihre Versicherung vorab auf den Schadensfall „Einbruch“ aufmerksam und teilen mit, dass die fehlenden Unterlagen folgen.

  • Was zahlt die Versicherung im Schadensfall?

Grundsätzlich  ist  eine  Entschädigung  nach  Neuwert  angedacht  (je nach Versicherungsvertrag) wenn Sie die Güter nachkaufen  wollen. Hierbei  haben Sie Anspruch auf den aktuellen Wiederbeschaffungswert, wobei dieser bei Schmuck vermutlich höher liegt und bei EDV – Geräten niedriger als der ursprüngliche Kaufpreis liegt. Diese Regulierung ist aber nur dann möglich, wenn Sie den Besitz nachweisen können.  Sollten Ihnen Gegenstände  gestohlen werden,  für die Sie keinen Besitznachweis haben,  so wird es schwierig von Ihrer Versicherung dafür eine Entschädigung zu erhalten. Für Schmuck und Bargeld, sowie Münzen gibt es maximale Versicherungssummen.  Die Summen finden Sie in Ihrem Versicherungsvertrag, bzw. in den zugehörigen Bedingungen.

  • Was müssen Sie beachten?

In den Versicherungsbedingungen ist vermerkt, dass alle Öffnungen, auch wenn das Objekt nur kurz verlassen wird, verschlossen werden müssen. Somit steht eindeutig fest, dass die Eingangstüre versperrt werden muss. Die Fenster sind geschlossen und nicht gekippt zu hinterlassen.  Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Angeblich gibt es immer wieder Fälle, wo die Versicherung auch zahlt, wenn die Türe nicht versperrt oder das Fenster offen war, angeblich…

TO DO – vor Schadensfall

Besitznachweise erstellen

Fotos von Ihren Wertstücken, Bildern, Münzen, Uhren, etc. … anfertigen, die Bilder in einem Bankschließfach aufbewahren.

Kontrolle Ihrer Versicherungspolizze

Was ist alles versichert, muss ich meinen Safe am Mauerwerk befestigen, welche Versicherungssummen stehen mir für Münzen, Schmuck und Bargeld zur Verfügung?

Bei Verlassen der Wohnung

Alle  Fenster verschließen (nicht in gekippter Stellung belassen), Türen versperren („Zuziehen“ reicht nicht), benutzen Sie immer alle Schlösser bei der Eingangstüre, eventuell Rollläden herunterlassen, bei Urlauben bitte Sie Nachbarn die Zeitungen vor der Türe und im Postkasten zu entfernen und ab und zu nach dem Rechten zu sehen.

TO DO – im Schadenfall

  • Verständigen Sie die Polizei
  • Machen Sie selbständig Bilder vom Schadensfall
  • Erstellen von vollständigen Listen der gestohlenen Güter (siehe oben)
  • Meldung an Ihre Versicherung
  • Entschädigung nur bei Besitznachweis möglich, die Werte finden Sie in Ihrer Polizze

Denken Sie bitte nicht an einen Versicherungsbetrug, sprich geben Sie nicht mehr an, als Ihnen tatsächlich gestohlen wurde, das Strafausmaß wird vermutlich sehr hoch ausfallen!

Autor: SV Christian Bäunard  – www.attessa.at

Bildquelle: Teckentrup GmbH & Co. KG – Kellertüre

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