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Planung einer Pelletsheizung

Planungshinweise zur Plelletsheizung! 

LAGERRAUM: Die Lage des Holzpelletlagers und des Heizraumes 

Die Pellets werden mittels Tankwagen angeliefert und in den Lagerraum eingeblasen. Diese Tankwagen verfügen über einen Pumpschlauch mit max. 30 m Länge. Der Pelletslagerraum (bzw. die Befüllkupplungen) soll daher max. 30 m von der Hauszufahrt entfernt sein. Wenn möglich, sollte der Pelletslagerraum an eine Außenmauer angrenzen, da die Befüllstutzen von außen zugänglich sein sollen. Bei innenliegendem Lagerraum müssen die Einblas- und Abluftrohre bis an die Außenmauer geführt werden. (Achtung – Bestimmungen des Brandschutzes beachten!). Der Heizraum sollte ebenfalls an eine Außenmauer angrenzen, weil dadurch eine direkte Be- und Entlüftung des Heizraumes möglich ist. Bei innenliegendem Heizraum muss ein Lüftungsrohr (mind. 200 cm²) bis an die Außenmauer geführt werden. HINWEIS: Grundsätzlich müssen Lagerräume „trocken“ sein. Nässe führt dazu, dass die Pellets aufquellen und zerstört werden. Bei feuchten Räumen ist ein Gewebetank zu verwenden.

Lagerraum; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH
Lagerraum; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

Elektroinstallation: Im Pelletslagerraum dürfen sich keine Lichtschalter, Steckdosen, Lichtlampen oder Verteilerdosen u. dgl. befinden. Heizungsanschluss: Die Anlage ist steckerfertig vorverdrahtet. Im Heizraum ist lediglich eine Lichtstrom-Steckdose (230 Volt) notwendig. Not-Aus-Schalter: Außerhalb des Heizraumes – im Bereich der Heizraumtür – muss ein „Not-Aus-Schalter“ angebracht werden. Die Größe des Holzpellets-Lagerraumes: Grundsätzlich sollte der Pelletslagerraum länglich rechteckig sein, wobei die Raumbreite – wenn möglich – 2,0 m nicht übersteigen soll: z. B.: 2 m x 3 m  oder 1,8 m x 3,2 m etc. Je schmäler der Raum ist, desto weniger „Leerraum“ bleibt. Die Größe des benötigten Lagerraumes hängt von der Gebäudeheizlast ab. Berücksichtigt man das nicht nutzbare Raumvolumen, so ergibt sich folgende Faustregel: pro 1 kW Heizlast = 0,9 m³ Lagerraum (inkl. Leerraum)

Lagerraum; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

Wie statte ich meinen Heiz- und Lagerraum aus?  

Umfassungswände: Die Umfassungswände und die Geschossdecke des Pelletslagerraumes und des Heizraumes müssen der Brandwiderstandsklasse F 90 entsprechen. Die Umschließungswände müssen den statischen Anforderungen der Gewichtsbelastung durch die Holzpellets standhalten (Schüttgewicht ca. 650 kg/m³). Die Lagerraumwände sowie deren Verankerung im umgebenden Mauerwerk müssen sach- und fachgerecht entsprechend den Regeln der Technik ausgebildet sein. Decken und Wände sind so zu gestalten, dass es nicht durch Abrieb oder Ablösungen zu einer Verunreinigung der Holzpellets kommt.

Heiz und Lagerraum; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

Türen: Wie auch bei allen anderen Heizsystemen ist die Heizraumtür und die Tür des Lagerraumes als Brandschutztür (mind. T 30) auszuführen. Sie müssen nach außen aufgehen und mit einer Dichtung versehen sein. Bei der Tür des Pelletslagerraumes müssen auf der Innenseite der Türöffnung Holzbretter oder Pfosten angebracht werden, damit die Pellets nicht gegen die Tür drücken.

Heiz und Lagerraum – Türe; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

Schrägboden: Damit der Pelletslagerraum auch fast vollständig entleert wird, empfehlen wir, im Lagerraum einen Zwischen-Schrägboden einzubauen. Für die Unterkonstruktion gibt es bei ÖkoFEN passende Winkelträger, die die Herstellung des Zwischenbodens wesentlich erleichtern.

Heiz und Lagerraum – Schrägbögen; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

Befüllkupplungen: Die Pellets werden direkt in den Lagerraum eingeblasen und die Abluft abgesaugt. Dazu benötigt man zwei „Befüllkupplungen“ mit Verschlussdeckel. (1 x einblasen + 1 x absaugen) Diese Kupplungen samt evtl. Verlängerungsrohr oder Rohrbogen und Verschlussdeckel sowie Erdungsschelle gibt es bei ÖkoFEN als fertiges Set, welches gemeinsam mit der Heizungsanlage geliefert wird. Bauseits muss ein Wanddurchbruch mit einem Durchmesser von 125 bis 150 mm hergestellt werden. Am besten verwendet man dafür ein PVC-Rohr mit Ø 125 bis 150 mm, welches entweder eingemauert oder einbetoniert wird. Die Befüllkupplung wird im Zuge der Montage der Heizungsanlage dann mittels Brunnenschaum in den vorbereiteten Mauerdurchbruch eingeschäumt. Die Befüllkupplungen müssen mit dem Mauerwerk (Erdung) verbunden werden.

Heiz und Lagerraum – Befüllkupplung; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

GEWEBETANK 

Die Auswahl der Tankgröße: Die Tankgröße ist abhängig von der Gebäudeheizlast. Bezogen auf durchschnittliche Heizgewohnheiten ergibt sich folgende Faustregel: pro 1 kW Heizlast = 400 kg Holzpellets-Jahresbedarf Beispiele

  • Heizlast 12 kW x 400 kg = 4800 kg
  • Heizlast 10 kW x 400 kg = 4000 kg
  • Heizlast    7 kW x 400 kg = 2800 kg 

Die Lage des Tankraumes: Die Pellets werden mittels Tankwagen angeliefert und in den Gewebetank eingeblasen. Diese Tankwagen verfügen über einen Pumpschlauch mit max. 30 m Länge. Der Gewebetank (bzw. die Befüllkupplung) soll daher max. 30 m von der Hauszufahrt entfernt sein. Wenn möglich, sollte der Tankraum an eine Außenmauer angrenzen, da der Befüllstutzen von außen zugänglich sein soll. Im Tankraum muss eine Entlüftungsmöglichkeit vorgesehen werden. Bei innen liegendem Tankraum müssen Befüllrohr und Entlüftungsrohre bis an die Außenmauer geführt werden. (Achtung – in „Österreich die Bestimmungen des Brandschutzes beachten“.) Der Heizraum sollte ebenfalls an eine Außenmauer angrenzen, weil dadurch eine direkte Be- und Entlüftung des Heizraumes möglich ist. Bei innenliegendem Heizraum muss ein Lüftungsrohr (mind. 200 cm²) bis an die Außenmauer geführt werden.

Tankraumlage; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

 

Größe des Tankraumes 

Grundrissmaße: Der Aufstellungsraum muss um mind. 7 – 10 cm breiter sein als der Tank. z.B.: S190 – Tankbreite 197 cm = Mindestraumlänge = 205 cm. Aus montagetechnischen Gründen muss der Raum an der Seite, an der die Befülleinheit angebracht wird, um mind. 30 cm länger sein als die Mindestraumlänge. z.B.: S190 – Mindestraumlänge 205 cm + 30 cm = 235 cm;  Raumhöhe: Die erforderliche Mindestraumhöhe beträgt 215 cm 

Tankraumgröße; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH
Tankraumausstattung; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH 

Wie statte ich meinen Heiz- und Tankraum aus? 

Heizungsanschluss: Die Anlage ist steckerfertig vorverdrahtet. Im Heizraum ist lediglich eine Lichtstromsteckdose (230 Volt) notwendig. Not-Aus-Schalter: Außerhalb des Heizraumes – im Bereich der Heizraumtür – muss ein „Not-Aus-Schalter“ angebracht werden. 

Die Ausstattung des Tank- und Heizraumes 

Umfassungswände: Die Umfassungwände und die Geschossdecke des Tankraumes und des Heizraumes müssen der Brandschutzwiderstandsklasse F 90 entsprechen. Türen: Wie auch bei allen anderen Heizsystemen sidie Heizraumtür und die Tanktür als Brandschutztüren (T 30) auszuführen. Sie müssen nach außen aufgehen und mit einer Dichtung versehen sein. Befüllsystem: Grundsätzlich ist beim Gewebetank keine Absaugung der Einblasluft notwendig. Der Aufstellraum muss jedoch über eine entsprechende Abluftöffnung (Fenster oder sonstige Öffnung) mit mind. 170 cm² verfügen. Je nach Größe des Tanks bzw. je nach Möglichkeit der Anordnung der Befülleinheit sind jedoch ein bis zwei Befülleinheiten notwendig, um das Tankvolumen optimal nutzen zu können. Brandschutz: Auskünfte über Brandschutzbestimmungen erteilt Ihnen gerne Ihr Energieberater!

Befüllungssystem; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH

Feuchtigkeit: Normale kellerfeuchte Wände sowie Luftfeuchtigkeit (Außenaufstellung) stellen kein Problem dar. Das Gewebe darf jedoch nicht an feuchten Wänden anliegen. Bei Außenaufstellung muss der Gewebetank vor Regen und UV-Licht geschützt werden. 

Kamin – Was muss ich beim Kamin beachten? 

Die Auswahl und die richtige Dimensionierung des Schornsteinsystems ist eine wichtige Voraussetzung für die einwandfreie Funktion der Feuerungsanlage. Der benötigte Kaminquerschnitt ist von verschiedenen Faktoren wie z.B. Nennheizleistung und wirksamer Kaminhöhe abhängig. Wir empfehlen Ihnen daher, vom Kaminhersteller bzw. -fachberater eine Kaminberechnung durchführen zu lassen. Als Faustregel gilt jedoch: Beim Neubau ist der Einbau eines feuchtebeständigen Kamins unbedingt erforderlich. Für Kaminsanierungen werden von den Kaminherstellern verschiedene Systeme angeboten – fragen Sie Ihren Heizungsfachmann oder Rauchfangkehrer, er berät Sie gerne. 

Kesselnennheizleistung                             Kaminquerschnitt
bis 10 kW                                                                14 cm
10 bis 20 kW                                                         14 bis 16 cm
20 bis 30 kW                                                        16 cm
   

WARTUNG EINER PELLETSANLAGE 

Mindestens 1x jährlich ist eine Kesselreinigung und eine Reinigung der Verbindungsleitung durchzuführen. Bei Verwendung von Pellets die zur Verschlackung neigen (Ascheschmelzpunkt < 1.300 °C) und Pellets mit einem höheren Schüttgewicht als 650 kg/m³ ist eine regelmäßige (wöchentliche) manuelle Reinigung des Brenntellers notwendig. Bildbeschreibung ist am Ende des Artikels angeführt! 

Jährliche Kesselreinigung: Der Pelletskessel ist mit einer automatischen Reinigungseinrichtung ausgestattet, die den Wärmetauscher täglich reinigt. Darüber hinaus müssen Sie 1x jährlich (vor Beginn der Heizperiode) eine generelle händische Kesselreinigung durchführen. Visueller Hinweis – siehe am Ende des Artikels HINWEIS: Um Schäden am Pelletskessel durch Verstopfung der Luftzuführung und eine Verringerung der Kesselleistung zu vermeiden, reinigen Sie die Luftzuführungen, das Brennteller und das Flammrohr. Visueller Hinweis – siehe am Ende des Artikels

Wartungsintervalle: In manchen europäischen Ländern bestehen gesetzliche Verpflichtungen bezüglich Wartungsintervallen und Emissionsmessungen. Wenden Sie sich an Ihren autorisierten Fachberater! ÖkoFEN empfiehlt einen Wartungsvertrag mit Ihrem Servicetechniker abzuschließen.  

Kontrolltätigkeiten im Heiz- und Lagerraum

Die regelmäßige Kontrolle der Heizungsanlage bewahrt vor Störungen und unerwarteten Ausfällen. Heizraum:

  • Prüfen Sie, dass keine brennbaren Materialien im Heizraum gelagert sind.
  • Prüfen Sie, dass keine Wäsche im Heizraum hängt.
  • Prüfen Sie die Anzeige am Bedienteil auf Störmeldungen.
  • Prüfen Sie das Abgasrohr und den Kamin. Reinigen Sie diese regelmäßig, mind 1x jährlich.
  • Falls Ihre Heizungsanlage über keine automatische Ascheaustragung verfügt, prüfen Sie regelmäßig den Füllstand der Aschelade und entleeren Sie diese.
  • Prüfen Sie den Lagerstand im Pelletslagerraum oder Gewebetank und bestellen Sie rechtzeitig Pellets.

HINWEIS: Belüften Sie den Pelletslagerraum vor dem Betreten ausreichend. Schalten Sie die Heizungsanlage vor dem Betreten des Pelletslagerraumes ab. Mit freundlicher Bereitstellung durch ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH. Download – PDF:Planung einer Pelletsheizung„. Mehr zu „Pelletsheizung“ sowie „Förderungsinformationen“ für Österreich, Deutschland und der Schweiz.  

Wartung – Kesselreinigung; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH
Wartung – Kesselreinigung; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH
Wartung – Kesselreinigung; Bildquelle: ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH 
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