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Mietennepp – Ungerechtfertigte Aufschläge bei Altbau-Mietwohnungen!

AK Inserate-Auswertung! 

Wien (OTS) – Befristete Mietwohnungen sind um mehr als drei Viertel teurer, als erlaubt, unbefristete um ein Drittel: Das zeigt eine AK Auswertung von 150 Inseraten von Wiener Altbauwohnungen. „Die enormen Aufschläge zum Mietzins sind durch nichts zu rechtfertigen“, sagt Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik. „Ein Durchschnitts-Arbeitnehmer mit einer befristeten Wohnung arbeitet gute zwei Monate im Jahr nur für das, was der Vermieter zu viel einstreift.“ Das undurchschaubare Richtwertmietsystem muss dringend reformiert werden: klare Miet-Obergrenzen und weniger Befristungen, verlangt die AK.

Die AK hat 150 Immobilien-Inserate in Wien unter die Lupe genommen – die Altbau-Mieten von 85 unbefristeten und 65 befristeten Verträgen. Der gesetzliche Richtwert in Wien für eine durchschnittliche Altbauwohnung liegt bei 5,16 Euro pro Quadratmeter. Wird befristet, sind es 3,87 Euro pro Quadratmeter, da 25 Prozent abgezogen werden müssen. Anhand der Lage und der in den Inseraten genannten Merkmale, etwa, ob es einen Lift gibt, oder in welchem Stockwerk die Wohnung liegt, wurden die zulässigen Zuschläge berücksichtigt. Auf dieser Basis wurde ein zulässiger Richtwertmietzins ermittelt.

Das Ergebnis: Im Durchschnitt lagen die zulässigen Nettomietzinse bei 6,11 Euro pro Quadratmeter für die unbefristeten Wohnungen, bei 4,58 Euro pro Quadratmeter für die befristeten. Tatsächlich verlangt wurden im Schnitt 8,07 (unbefristet) pro Quadratmeter bzw. 8,30 Euro pro Quadratmeter (befristet). „Das bedeutet bei unbefristeten Wohnungen einen Aufschlag von durchschnittlich 32 Prozent und bei befristeten gar einen satten Aufschlag von im Schnitt 82 Prozent“, so Zgubic.

Das Netto-Durchschnitts-Einkommen eines unselbstständigen Beschäftigten beträgt etwas mehr als 1.500 Euro. So liefert bei einem befristeten Mietvertrag der durchschnittliche Arbeitnehmer gute zwei Monats-Nettolöhne im Jahr an seinen Vermieter ab, die diesem eigentlich nicht zustehen.

Was die Vermieter draufschlagen – was die Mieter zu viel zahlen (für eine Durchschnittswohnung mit 77 Quadratmeter):

  • zulässiger Richtwertmietzins unbefristet pro m2          6,11 Euro
  • Nettoangebotszins unbefristet pro m2 laut Inserate    8,07 Euro
  • Differenz pro m2                                                                   1,96 Euro
  • Überhöhte Miete pro Monat                                            150,92 Euro
  • Überhöhte Miete pro Jahr                                             1811,04 Euro
  • zulässiger Richtwertmietzins befristet pro m2               4,58 Euro
  • Nettoangebotszins befristet pro m2 laut Inserate         8,30 Euro
  • Differenz pro m2                                                                  3,72 Euro
  • Überhöhte Miete pro Monat                                           286,44 Euro
  • Überhöhte Miete pro Jahr                                            3437,28 Euro
 
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