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Journalisten und Sachverständige

Am 6.1.2010 erschien in der von mir sehr geschätzten Standard-Online-Ausgabe ein Artikel über Schreiberlinge in der Journalistenkrise. ( „Journalistenkrise ist nicht überstanden“ )Das wäre noch nichts besonderes, wenn der Autor Erich Felix Mautner nicht auch zahlreiche Journalisten beim Namen genannt hätte, noch dazu in Verbindung mit Konkurseröffnungen… Aber nachdem Journalisten sich gegenseitig nicht weh tun, verschwand der Artikel einen Tag später aus der Online-Ausgabe. 2 Dinge stören mich daran: 1. ist es genau -u.a.- diese Mentalität die uns bei Bauleistungen eine immer schlechtere Qualität bringt. Keiner will dem anderen weh tun, nicht selten dass Gutachter Aufträge nicht annehmen (das wäre noch „fair“) oder im Schlimmsten Fall „Gefälligkeitsgutachten“ schreiben um andere zu decken. Natürlich auf Kosten des Auftraggebers und zu Ungunsten der Bauqualität. (…der Immobilie)

2. Darf es kein Stigma sein einen Konkurs verursacht zu haben. Während in den USA ein Geschäftsmann mit Konkurs als „erfahren“ gilt, führt dieser bei uns an den Rand der Ausgrenzung. Diese Einstellung macht es einem „Konkursler“, gleich ob verschuldet oder unverschuldet (ganz unverschuldet geht wohl selten), schwer, oder unmöglich neu anzufangen. Keine Chance einen Betriebsmittelrahmen bei der Bank zu bekommen, egal wie gut die Auftragslage oder Kennzahlen sind. Schwer Lieferanten zu finden, und noch schwerer an gute Kunden ran zu kommen. Die Qualität der Bauleistung oder Dienstleistung hat sich BEI UNS der Bonität zu unterwerfen…

Firmen-Konkurse werden in den Edikten, und spektakuläre Fälle auch von Journalisten gerne veröffentlicht. Da schreit dann niemand auf… Leider hat Spiegel-Autor Mautner seinen Artikel vorwiegend auf den Redakteurs-Namen aufgebaut, das führte vermutlich zu den Protesten der Selben. (Siehe Kommentare im obigen PDF-Link) Inhaltlich werden als „Knackpunkt“ für die Journalistenkrise steigende Kosten bei gleichen Honoraren angegeben… (Welch Überraschung) Da dürfte der Redakteur kein weiteres Interesse mehr gegeben haben. Die Ursache „Krisen“ zu ergründen wäre eine feine, journalistische Aufgabe gewesen. Aber es liegt auch auf der Hand, dass Tagesjournalismus keine tiefgründigen Ergebnisse bringen kann.

Scheinbar unterliegen Journalisten unterliegen besonderem Schutz, sind unantastbar und verbreiten besonders im Tagesjournalismus viel zu oft Unwahrheiten bzw. Ungenauigkeiten. So geschehen in der Spiegel-Online-Ausgabe vom 5.12.09, da schreibt Anselm Waldermann: „Teurer Ökostrom“ Es werden vermeintlich hohe Kosten für die solare Stromgewinnung angeprangert, falsche Schlüsse gezogen, und damit ein Riesen-Schaden an Umwelt und Gesundheit angerichtet. Das Zahlenspiel mit Milliarden-Förderbeträgen beeindruckt. Nur werden dabei Milliarden an Staatsförderungen für Atomstrom, Kohle und Öl verschwiegen. Neue Technologien brauchen staatliche Förderung, die freie Marktwirschaft greift stets nur zum billigsten Angebot. Alte Technologien haben die Milliarden-Förderungen schon bekommen, und bekommen diese immer noch. Nebenbei zerstören diese unsere Umwelt und Gesundheit. Im Übrigen scheint die Endlagerung von ausgebrannten Atom-Brennstäben in keiner Kostenrechnung auf, vom Pförtner der 20.000 Jahre lang das Endlager bewacht ganz abgesehen…

GottSeiDank gibt es auch fast immer gute Gegendarstellungen, nur werden diese leider nicht so oft gelesen und kopiert:

Journalisten haben Macht, unterliegen aber keinen Normen oder Regelwerken. Wenn im Vergleich dazu ein Gutachter dermaßen schlecht recherchiert kann er sich einer Klage sicher sein.? Dagegen richtet ein Fliesenleger mit verpfuschter Bauleistung wenig Schaden an. Wird aber keinen Werklohn bekommen wenn die Fliese mal schief hängt. Wer kontrolliert eigentlich die Journalisten ? Gibt es „Sachverständige für Medienschreiber“ ?

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Ein Gedanke zu „Journalisten und Sachverständige

  1. bauherrenhilfe.at says:  

    „Microstocks“ und schlechte Konditionen setzen Pressefotografen zu
    15. Jänner 2010, 11:42
    Branche sucht nach Lösungen – „Die Zeiten, wo man ein Foto von Wolken um 45.000 Schilling verkaufen konnte, sind vorbei“

    Pressefotografen haben ein Imageproblem: Jeder findet ihren Job spannend, genug Ansehen für angemessene Bezahlung haben sie aber offenbar nicht. Dies ist nur eines von vielen Problemen, die der Branche derzeit unter den Nägeln brennen, wie sich bei einem einigermaßen turbulenten Diskussionsabend am Donnerstagabend in Wien zeigte. Fest steht: Die Möglichkeiten, Geld zu verdienen, werden geringer, die Fotografen beklagen schlechte Verträge und die Konkurrenz von Billigagenturen aus dem Internet – Stichwort: „Microstocks“.

    Die freien Fotografen sehen sich von Seiten der Verlage immer öfter mit folgendem Szenario konfrontiert: Für ein Bild soll nur mehr einmal gezahlt werden, um es dann uneingeschränkt abdrucken und sogar weiterverkaufen zu können, ohne dass der Urheber dafür weiteres Geld sieht. Diese „Knebelverträge“ erzürnen so manchen Bildreporter erheblich, wie sich bei der Podiumsdiskussion zeigen sollte: Von „Diebstahl“ und „Erpressung“ war in den zahlreichen wütenden Wortmeldungen aus dem Publikum die Rede.

    Cyberlab-Geschäftsführer Gerhard Hinterleitner attestiert der Branche einen „Paradigmenwechsel ohne Gleichen im Jahr 2000“. Er erachtet die Microstockagenturen im Internet für problematisch, die Bilder oft für wenige Euro mit uneingeschränkten Nutzungsrechten verkaufen würden. Heute sei es für Pressefotografen schwer, mit Themenbildern noch nebenher Geld zu verdienen. „Die Zeiten, wo ich ein Bild von Wolken um 45.000 Schilling verkaufen habe können, weil es ein Panorama-Dia war, sind vorbei.“

    Beruf für viele nicht mehr leistbar

    Fotodoyen Gerhard Sokol vom Syndikat der Pressefotografen berichtete von seinen eigenen Erfahrungen mit einer dieser Agenturen. Von 200 Bildern seien 40 genommen worden, die Ausbeute waren wenige Euro. Viele Fotografen seien finanziell in extrem schwierigen Verhältnissen, was von den Verlagen auch ausgenutzt werde, lautete der Tenor. „Ich glaube nicht, dass sich die Situation bessern wird“, so Sokol. Er plädierte dafür, den Verlagen mit Moral zu begegnen, um ihnen nahe zu bringen, dass für viele der Beruf einfach nicht mehr leistbar sei.

    Kritik wurde letztlich auch an der Fotografeninnung laut: Besonders der Umstand, dass ein Pressefotograf im Gegensatz zu einem Meisterfotografen nicht einmal Passbilder oder Hochzeitsfotos anfertigen darf, erregte die Gemüter. „Ich darf für die New York Times fotografieren, aber ein Passbild darf ich nicht machen“, spottete ein Anwesender.

    Die Zukunft der Pressefotografen im Videobereich ist im übrigen umstritten: Der Foto-Chef von Reuters Österreich, Leonhard Föger, kann dem Szenario nichts abgewinnen, wiewohl moderne Kameras auch hochauflösende Bewegtbilder zulassen würden, aus denen man theoretisch auch einzelne Kader als Foto verwenden könnte. Föger winkt ab: Die Arbeitsweise von Video und Foto sei völlig konträr, nur in den seltensten Fällen werde ein Filmclip durchsucht, um ein Einzelbild herauszunehmen. „Die Fotografie bleibt.“ (APA)

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