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Dritter Wiener Betriebskostenspiegel 2010

Versicherungsprämien steigen überproportional an

Wien – „Es ist erfreulich, dass die Betriebskosten nur gering angestiegen sind“…

, freut sich LAbg. Georg Niedermühlbichler, Präsident der Mietervereinigung Österreichs. „Das ist sicher auch auf unseren jährlich erscheinenden Betriebskostenspiegel zurückzuführen“, ergänzt Mag. Nadja Shah, Bundesgeschäftsführerin der Mietervereinigung Österreichs. Mit der dritten Auflage des Betriebskostenspiegels präsentiert die Mietervereinigung Österreichs die aktualisierten Werte im Bereich der Hausbetriebskosten für Wien und schafft so Transparenz in diesem Bereich. Mit dem Betriebskostenspiegel haben alle Mieter und Mieterinnen ein Instrument zur Hand, mit dem sie selbstständig abschätzen könne, ob die Betriebskostenabrechnung in ihrem Wohnhaus korrekt erfolgt.

Betriebskostenspiegel 2010

Müll und Wasser bleiben gleich, Versicherungen steigen stark an. Der Betriebskostenspiegel 2010 der Mietervereinigung Österreichs liegt jetzt mit den aktualisierten Werten vor. Der Durchschnittsbetrag der Gesamtbetriebskosten ist im vergangenen Jahr von 1,60 auf 1,62 Euro leicht gestiegen. Die Teuerung von 1,5% liegt erfreulicher Weise unter der Inflationsrate von 2008, die 3,2 % betrug. Die Kosten für Müll, Wasser und Lift sind nahezu gleich geblieben und die Reinigungskosten sind mit 1,09 % leicht angestiegen.
Auffallend stark sind hingegen die Versicherungskosten gestiegen, mit 3,8% deutlich über der Inflationsrate 2008.

Versicherungskosten sollen aus dem Betriebskostenkatalog gestrichen werden

„Mittlerweile machen die Versicherungsprämien ein Viertel der Betriebskosten aus, damit werden die Kosten die eigentlich der Hauseigentümer zu zahlen hätte, auf die MieterInnen überwälzt“, betont Niedermühlbichler.Wenn durch einen Sturm oder Hagel das Hausdach beschädigt wird, müsste dafür eigentlich der Hauseigentümer die Kosten übernehmen und dürfte diese nicht auf die MieterInnen überwälzen. Die Kosten werden aber dadurch den MieterInnen angelastet, da diese die Versicherungsprämien über die Betriebskostenabrechnungen zahlen, die im Schadensfall die gesamten Kosten deckt. „Dies ist so nicht länger hinzunehmen“, so Niedermühlbichler.Die Mietervereinigung bekräftigt daher ihre Forderung an den Gesetzgeber, Versicherungskosten und öffentliche Abgaben aus dem Betriebskostenkatalog zu streichen.“Besonders erfreulich ist, dass der Betriebskostenspiegel auch in der Immobilienwirtschaft und bei Gericht immer mehr zur Orientierungshilfe wird, denn nur so ist zu erklären, dass sich auch die Hausverwaltungen immer mehr bemühen, die Betriebskosten korrekt abzurechnen“, stellt Shah fest.

Einzelergebnisse des Wiener Betriebskostenspiegels:

– Der wienweite Durchschnittswert (netto ohne Gemeinschaftsanlagen) liegt bei Euro 19,46/m2 im Jahr bzw bei Euro 1,62/m2 im Monat. Bei 70
m2 ergibt dies eine Kostenbelastung von Euro 1.152,20 netto im Jahr bzw. Euro 113,40,- netto im Monat.

– Für Liftanlagen liegt der Durchschnittswert netto bei Euro 1,91/m2 und Jahr bzw. bei Euro 0,16 pro Monat. Eine Wohnung mit 70 m2 kommt so auf Liftkosten von Euro 11,20 pro Monat bzw. Euro 133,70 im Jahr.
Da sich die Gebäude mit Lift unregelmäßig in Wien verteilen, werden keine Bezirksergebnisse dazu angeführt.

– Die niedrigsten Werte finden sich im 9. Bezirk, die höchsten im 20.
Bezirk.

– Die Versicherungsprämien liegen im Schnitt bei Euro 4,66/m2 jährlich (0,39/m2 mtl.). Ein Anstieg der Versicherungsprämien ist mit
3,8 % überproportional hoch.

– Reinigungskosten liegen im Schnitt bei Euro 4,60/m2 jährlich
(0,38/m2 mtl.). Zusammen machen die Reinigungskosten und Versicherungsprämien in Wien 50% der allgemeinen Betriebskosten aus.

Der Betriebskostenspiegel basiert auf dem Datenmaterial jener Abrechnungen, …

die der Mietervereinigung von ihren Mitgliedern zur Überprüfung vorgelegt wurden und bezieht sich auf die Betriebskosten in privaten Miethäusern. In Summe liegen der Berechnung die Werte von mehr als 3,5 Millionen Quadratmeter Nutzfläche zu Grunde. Die Mietervereinigung überprüft jährlich mehr als 5.000 einzelne Betriebskostenabrechnungen.Die Mietervereinigung empfiehlt allen Mieterinnen und Mietern, ihre Abrechnungen überprüfen zu lassen, falls die Beträge signifikant von den Werten des Betriebskostenspiegels abweichen.Auf der Homepage der MVÖ (www.mietervereinigung.at) kann mit Hilfe eines Betriebskostenrechners rasch ein Richtwert für die eigenen Betriebskosten ermittelt werden.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im AOM/Original Text Service, sowie über den Link „Anhänge zu dieser Meldung“ unter http://www.ots.at

Rückfragehinweis:

Bakk. Julia Zdovc
Mietervereinigung Österreichs – Landesorganisation Wien
Reichsratsstraße 15, 1010 Wien
Tel.: +43 1 40 185 12
Fax: +43 1 40 185 912
E-Mail: j.zdovc@mvoe.at

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