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Wasser im Keller, Bitumendickbeschichtung (KMB)

Gleich vorweg, ich bin kein Anhänger von Bitumendickbeschichtungen. Und ist der Trend weg vom professionellen Schwarzdecker und Gebäudeabdichter leider nicht aufzuhalten. Zu groß ist die Verlockung der Baufirmen einfach ein paar Kübel „Bitumendickbeschichtung“ zu kaufen und damit den Keller ohne Fremdfirma selber „dicht zu spachteln“. Zu groß ist auch der Irrglaube daß hierfür keine besonderen Fachleute nötig sind!? Schon früh habe ich gelernt daß Fehler in der Gebäudeabdichtung mitunter zu den teuersten gehören.

Ähnlich wie beim Trockenbauer, der ja auch zu den freien Gewerben gehört, liegt hier eine hochqualifizierte Leistung vor. Hier sollten Qualifizierungen und FREMDKONTROLLEN zwingend verlangt werden. Zu oft gibt es die Baufirma nach Jahren nicht mehr, der dann undichte Keller darf auf Kosten der Bewohner saniert werden. Im gegenständlichen Fall gibt es die Baufirma zwar noch, und waren nach totalem Untergang des Kellers auch sofort 2 Bauleute vor Ort und haben die den Schaden „behoben“.

Aber 1) waren die Arbeiter völlig ahnungslos und haben daher auch nur untaugliches geleistet, und 2) hat keiner auf die Gefahren der „abgesoffenen“ Kellerwände und Bodenplatte hingewiesen. Hier ist die Dämmung unter dem Estrich pitschnass, es droht Schimmelbefall! Nebenbei erfahre ich daß der Keller schon im Vorjahr 2x abgesoffen ist!? Hier liegt eine mangelhafte Bitumendickbeschichtung vor, aber schadenskausals ist eine völlig fehlende Abdichtung bei den Rohrdurchgängen in das Haus. Hier haben die 2 Arbeiter als Ersatz für eine Rohreinbindung einfach 3 Kübel Beton auf die Rohr geklatscht.

Der Hausherrin gegenüber haben sie angegeben daß sie einen Riss gefunden und abgedichtet haben… Ist das eine Lüge oder schon Betrug ? Quasi nach dem Motto: „Eine Zeit lange wird es schon halten, und dann gibt es mich eh nimma…“ Ein Fehler kommt selten alleine – ich führe eine Hausbegehung durch und finde zahlreiche weitere „bautechnische Fehler“.

Sogar bei der Trocknung wurde gepfuscht! Ein kleiner Luftentfeuchter wird ohne jeder Einschulung aufgestellt. Vermutete Trocknungsdauer: 2 Jahre. Das entspricht der natürlichen Trocknung, weil der Trockner nur für den Stromverbrauch dient! Hier müssen entsprechend dimensionierte Großtrockner mit Ventilatoren aufgestellt werden. Weiters muss der Estrich geöffnet und auf Schimmel untersucht werden. Danach erfolgt entweder (bei Schimmelbefall) der komplette Abriss, oder eine aufwändige Estrichtrocknung. Erwarten sie von den Versicherungen keine freiwillige Kostenübernahmen, weil es hier auch um wirtschaftliche Interessen geht. Nur sind die bei drohenden Gesundheitsgefahren zweitrangig!

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