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Badezimmergestaltung – Fokus auf Sicherheit und Wohnlichkeit

Die Einrichtung und Ausstattung des eigenen Badezimmers spielt nicht nur beim Neubau einer Immobilie eine entscheidende Rolle. Auch bei großangelegten Renovierungs- und Sanierungsarbeiten kann es notwendig sein, das Wohnkonzept im Badezimmer zu verändern. Die wichtigsten Punkte sind hierbei nicht nur optische Aspekte, sondern auch die Sicherheit der Bewohner und die Pflegeleichtigkeit der Einrichtung. Schon durch einfache Veränderungen können sich Haus- und Wohnungsbesitzer mehr Komfort und Hygiene im Bad erschaffen.

Die richtigen Fliesen auswählen

Etwa 24,6 Minuten verbringen deutsche Männer laut Statistik durchschnittlich pro Tag im Bad. Frauen benötigen mit 28,1 Minuten sogar etwas mehr Zeit für die tägliche Körperhygiene. Die Gestaltung des Badezimmers bestimmt dabei maßgeblich über das Wohlgefühl, das sich bei der Nutzung dieses besonderen Raumes einstellt. Fliesen sind in diesem Zusammenhang ein wichtiges Detail, da sie sich als Bodenbelag besser eignen als andere Materialien wie Holz oder gar Teppich.

Grundsätzlich gilt für Fliesen, die den Badezimmerboden verschönern sollen, dass sich eine rutschhemmende Oberfläche als sicherer erweist. Auch mit nassen Füßen und auf einem leicht feuchten Untergrund verringert sich so die Wahrscheinlichkeit, auszurutschen. Rutschhemmend sind nicht nur gemusterte und speziell behandelte Fliesen, sondern auch Feinsteinzeug, das ganz auf eine Glasierung verzichtet. In jedem Fall lohnt sich ein Blick auf die Klassifizierung der favorisierten Fliese. Die Rutschhemmung von Fliesen wird durch den Haftreibwert angegeben. Beispielsweise gibt ein Haftreibwert von R 9 eine geringe, der Wert von R 13 dagegen eine hohe Rutschhemmung an. Da durch einen hohen Haftreibwert ebenfalls die Reinigung der Fliesen erschwert wird, wird als Kompromiss zwischen Sicherheit und Pflegeleichtigkeit ein mittlerer Wert von R 11 empfohlen.
(Quelle: http://www.wand-und-beet.de/wohnen/renovieren-umbauen/bad/praktische-bodenfliesen)

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Fliesen bestimmen die Atmosphäre im Badezimmer maßgeblich. (Quelle: GregoryButler  (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Abstriche bezüglich der optischen Gestaltung müssen Badbesitzer bei der Auswahl neuer Fliesen nicht machen. Heutzutage gibt es eine große Zahl verschiedenfarbiger Fliesen und auch besondere Varianten, wie Fliesen in Holzoptik, können das Badezimmer nach individuellen Wünschen gestaltbar machen.

Glas als pflegeleichtes Detail

Glas im Badezimmer kommt immer dann zum Tragen, wenn sinnvolle und effektive Abtrennungen einzelner Bereiche erschaffen werden sollen. Am häufigsten verwendet wird Glas hierbei

  • als Trennwand,
  • als Duschkabine,
  • und als Spritzschutz an der Badewanne.

Oft sind sich Badbesitzer unsicher, ob Kunststoff oder Glas die bessere Wahl ist. Vergrößert wird die allgemeine Verunsicherung durch die Tatsache, dass Duschkabinen und Trennwände aus Glas häufig etwas teurer sind als solche aus Kunststoff.

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Glas im Badezimmer erweist sich als pflegeleicht und stabil. (Quelle: ErikaWittlieb (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Der Preis sollte jedoch nicht das einzige Auswahlkriterium bleiben. So erweist sich Glas im Badezimmer aus vielerlei Gründen als gute Entscheidung. Da es deutlich schwerer als Kunststoff ist, braucht es für Trennwände und Duschkabinen aus Glas eine sehr viel stabilere Grundkonstruktion. Sowohl die Beschläge als auch der gesamte Rahmen müssen dazu in der Lage sein, eine schwere Glasfläche über einen langen Zeitraum hinweg sicher zu halten. Wackelnde Bestandteile und lockere Beschläge werden Besitzer einer Duschkabine aus Glas daher nicht finden. In Sachen Bruchsicherheit sollte für das Badezimmer stets Sicherheitsglas genutzt werden, das auch Stößen problemlos standhält. Glasprofi24.de empfiehlt  acht Millimeter dickes Einscheiben-Sicherheitsglas für Duschkabinen zu benutzen. So lassen sich die Gefahr eines Bruches und das Folgerisiko von Schnittverletzungen stark minimieren.

Zudem ist Glas in seiner Handhabung und Pflege etwas unkomplizierter als Kunststoff. Mit Kalkreiniger und weichen Mikrofasertüchern lässt sich eine Trennwand im Bad schnell von Ablagerungen befreien. Während Glas bei guter Pflege auch nach einigen Jahren noch klar ist, bilden sich bei Kunststoffflächen oft schon nach einigen Monaten blinde Flecken, die das gesamte Badezimmer weniger wohnlich erscheinen lassen.

Feuchtigkeitsbeständige Wandbeläge

Moderne Badezimmer verzichten auf einen vollflächigen Fliesenbelag an den Wänden. Für mehr Wohnlichkeit und ein ansprechendes Design der Räumlichkeit wünschen sich daher immer mehr Badbesitzer entsprechende Alternativen. Was den Wandbelag im Badezimmer betrifft, so sollte dieser in jedem Fall so ausgewählt werden, dass er den besonderen Bedingungen wie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen trotzen kann.

Passende Alternativen zu Fliesen an den Badezimmerwänden sind unter anderem verputzte und gestrichene Wände, feuchtigkeitsbeständige Tapeten und Feuchtraum-Farben. Wer sich für Latexfarbe oder witterungsbeständige Dispersionsfarbe entscheidet, kann die Wände außerdem problemlos mit einem feuchten Tuch abwischen, um Schmutzablagerungen unkompliziert zu entfernen. Ein glanzvolles Finish für die Wände lässt sich außerdem mit Lacken auf Acryl- oder Kunstharzbasis erzeugen.

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Wandfarben im Badezimmer sollten witterungsbeständig und feuchtigkeitsresistent sein. (Quelle: DoroLucia  (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Im Bereich der Tapeten gilt es, spezielle Modelle für Feuchträume auszuwählen. Eine einfache Tapete ohne besondere Beschichtung wird schon nach kurzer Zeit Falten werfen und die Feuchtigkeit aufnehmen. Dies führt letztlich nicht nur zu einer unschönen Optik, sondern kann auch die Schimmelbildung im Badezimmer begünstigen. Als optimal erweisen sich Tapeten mit einer Kunststoff-Beschichtung. Wer sich bezüglich der Eignung einer Tapete unsicher ist, findet in den Herstellerangaben zumeist wellenförmige Symbole. Drei Wellen verwenden die Tapetenhersteller für hochwaschbeständige Varianten, aber auch zwei Wellen (=waschbeständig) genügen für eine sichere Verschönerung der Badezimmerwände mit Tapeten.

Als sinnvoll erweist es sich außerdem, Wände innerhalb der Duschkabine und oberhalb der Badewanne und der Waschbecken dennoch mit Fliesen zu verkleiden. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass es hier häufiger zum direkten Kontakt der Wand mit Spritzwasser kommen kann. Denn nach wie vor sind Fliesen bei direktem Wasserkontakt am besten geeignet.

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Veröffentlicht am 6. April, 2016 von Dohnal