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Welche Neuerungen bringt das Bundes-Energieeffizienzgesetz?

Das neue Bundes-Energieeffizienzgesetz, kurz EnEffG, ist beschlossene Sache!

Am vergangenen Mittwoch hat man sich im österreichischen Nationalrat nach langen Verhandlungen auf das Gesetz geeinigt, dessen Erstentwurf bereits letztes Jahr vorgelegen hat. Das EnEffG wird als „Meilenstein der österreichischen Energiepolitik“ bezeichnet, da es zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte verbindliche Ziele für das Energiesparen vorgibt. So ist der Kern des EnEffGs das Ziel, den heimischen Endenergieverbrauch bis 2020 auf 1.050 Petajoule zu senken. Welche Schlussfolgerungen ergeben  sich daraus für Bauherren und Immobilienbesitzer?

Das Bundes-Energieeffizienzgesetz will nun endlich die EU-Richtlinie umsetzen, welche eine Steigerung der Energieeffizienz in den EU-Mitgliedsstaaten um 1,5 Prozent pro Jahr vorsieht. Der Energieverbrauch Österreichs soll demnach bis 2020 deutlich auf 1.050 Petajoule gesenkt werden. Das neue Gesetz nimmt hierfür insbesondere die Energieversorger in die Pflicht mit Auswirkungen auf die Endverbraucher. Strom-, Erdöl- und Gaslieferanten, aber auch Tankstellenbetreiber, sind nun verpflichtet, durch Dienstleistungen für einen effizienten Energieeinsatz bei ihren Kunden zu sorgen. Diese Dienstleistungen können vielseitig sein und beispielsweise in

  • Stromsparpaketen
  • Einsatz von Standby-Killern
  • Geräte-Tauschaktionen
  • der Installation von Wärmepumpen
  • oder Energieberatungen

bestehen. Ziel der Dienstleistung ist immer, dass der Kunde Energie und Geld spart. Was tatsächlich bei der Energielieferanten-Verpflichtung herumkommt, bleibt abzuwarten.

Von Anfang an in moderne Heizanlagen investieren

Die Neuerungen des EnEffGs, der Novelle zur EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und Gebäudeteilen, beziehen sich weiter auf Neubauten und zukünftige Bauprojekte. Hier wird es für Bauherren und Immobilienbesitzer besonders interessant. Nach dem neuen Gesetz zählt der Einbau eines modernen Öl-Brennwertgerätes nun nicht mehr als Effizienzmaßnahme. Ab dem Jahr 2018 wird zudem auch der Austausch alter Ölheizungen gegen moderne Geräte nicht mehr als Maßnahme zur Energieeffizienz-Verbesserung angerechnet. Das Gesetz bevorzugt damit die erneuerbaren Energien und erreicht eine Besserstellung von alternativen Heizsystemen wie Sonnenkollektoren, Luft- und Erd-Wärmepumpen im Vergleich zu solchen, die fossile Brennstoffe nutzen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch soll bis 2020 auf 34 Prozent erhöht werden, so das Ziel des EnEffGs. Um dieses Ziel zu erreichen, wird ein neues Förderprogramm des Wirtschafts- und Energieministeriums eingerichtet. Bei Neubauprojekten wird es dementsprechend immer interessanter von Anfang an über den Einbau von alternativen Heizsystemen nachzudenken.

Neuerungen auch für Immobilienkäufer interessant

Die Neuerungen des Bundes-Energieeffizienzgesetzes sind nicht nur für Bauherren, sondern auch für Immobilienkäufer von Interesse. Da das Gesetz erneuerbare Energien bevorzugt, kann es sich lohnen, die Heizanlage zu einem entscheidenden Punkt bei der Kaufentscheidung zu machen. Der Wert einer Immobilie wird sich in Zukunft auch daran messen, inwieweit sie den erneut gestiegenen Anforderungen an die Energieeffizienz gerecht wird. Immobilienportale wie neubaukompass.de tragen dem verändernden Bewusstsein bereits Rechnung und stellen die wichtigsten Angaben zur Energieeffizienz einer Immobilie wie den Energieausweistyp, den Energieträger und den geschätzten Endenergiebedarf übersichtlich dar. Kaufinteressenten sollten zudem auf eine Bauweise, die den gängigen Effizienzklassen entspricht, sowie auf Merkmale wie Fenster mit guten U-Werten (Wärmedurchgangskoeffizienten), zum Beispiel 3-fach verglaste Fenster, und energiesparende Heizanlagen achten.

Aktualisierung 2015:
Infolinks zu Neuerungen bzgl. dem Energieeffizienzgesetz 2015
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft:
http://www.bmwfw.gv.at/EnergieUndBergbau/Energieeffizienz/Seiten/Energieeffizienzpaket.aspx
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Bundes-Energieeffizienzgesetz, Fassung vom 14.09.2015/Quelle Bundeskanzleramt Österreich:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008914

Bildquelle:Österreichisches Institut für Bautechnik www.oib.or.at

Bildquelle:Österreichisches Institut für Bautechnik www.oib.or.at

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