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Warnung vor -einigen- Metalldachpfannen!

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Gleich vorab, hier geht es nicht um die von mir geschätzten Produkte der Firma PREFA. Vor 2 Wochen kam es zu einer Dachbegehung. Erste Auffälligkeit noch lange vor der Ankunft: Eine Baufirma hat eine Dachsanierung vorgenommen. Mit Gewerbeschein für Baumeisterarbeiten, was grundsätzlich möglich ist. Es dürfen Subfirmen beschäftigt werden.

Üblich ist das aber nicht, in der Regel empfiehlt sich für eine Dachsanierung der Dachdecker,- oder Zimmermeister. Gleich zum Schmied, bitte nicht zum Schmiedl.

Baumeister, wirklich Baumeister? 

Meiner Feststellung nach entstehen die meisten Bauprobleme aus der Gewerbeliberalisierung heraus. Ein Betrieb mit Baumeister-Konzession sollte auch wirklich den Baumeister im Betrieb haben. In diesem -und vielen anderen Fällen- gibt es zwar einen Baumeister, aber vermutlich nur als Gewerbeträger. Rechtlich kein Problem, solange der nachweislich mindestens 20 Wochenstunden im Betrieb arbeitet. Doch ist der zwar meist 20 Wochenstunden angemeldet, eine entsprechende Gegenleistung liegt aber nicht vor. So kommt es dann dass „der Baumeister“ zu Unrecht Imageprobleme bekommt. Baupraktisch kontrolliert niemand die Beschäftigung der Gewerbeträger. Im Auftragsfall rate ich Jedem nachzuhaken ob ein Bau- oder Handwerksmeister (das Gleiche gilt für alle Bau- und Baunebengewerbe) auch wirklich im Betrieb arbeitet.

Ein Handelsagent für Küchengeräte plant die Dachsanierung? 

In gegenständlichen Fall hat die Baufirma die Arbeiten -lt.Angaben- mit Eigenpersonal durchgeführt. Der Chef persönlich hat zur Dachsanierung beraten und sogar Skizzen gezeichnet. (siehe unten verlinktes Protokoll) Den Recherchen nach war das nicht der Baumeister sondern der kaufmännisch rechtliche Geschäftsführer des Bauunternehmens. Laut WKO hat der Chef u.A. eine Gewerbeberechtigung für den Handel mit Küchengeräten und Baustoffen. (…) So kam es vermutlich auch zu der Empfehlung die gegenständlichen Metalldachpfannen zu verlegen. Dazu braucht man keine großartige Ausbildung, aus Sicht eines Dachdeckermeisters aber ein klassisches „Heimwerkerprodukt.“ So kenne ich persönlich auch keinen Dachdeckermeister der zu einer Verwendung raten würde.

Gebrauchstauglichkeit von Dachdeckungen

Die Metalldachpfannen werden frei bewittert in die Dachlatten geschraubt, sind schadensfrei NICHT begehbar und kaum reparabel! Es gibt zwar Herstellerrichtlinien aber keine mir bekannten normativen Grundlagen. Da entsteht aus meiner Sicht eine Rechtsfrage: „Hätte der Bauunternehmer“ auf die Probleme die nach Verlegung entstehen hinweisen müssen?“ Der Kunde dachte Metall ist praktisch unzerstörbar. Glaubte an eine gute Lösung. Knapp 1 Jahr nach Verlegung kommt es zu den gleichen Wasserschäden wie vor der Sanierung. Dafür kann die Metalldachpfanne zwar nichts, das liegt an der fehlerhaften Ausführung am Unterdach. Aber es offenbarten sich die Schwächen dieses Systems.

Es wird nun auf einvernehmlichen Weg eine Lösung mit dem Vertragspartner gesucht. Die muss aber eine Sanierung der Sanierung beinhalten, sowie einen Wechsel auf ein anderes Dachsystem!  Zur näheren Erläuterung anbei mein Begehungsprotokoll, dies darf NICHT ALS GUTACHTEN verstanden werden. Um Kosten zu sparen habe ich vorab diesen Bericht zur Weitergabe empfohlen. Wenn der Fall strittig wird kann jederzeit in ein Gutachten vertieft werden. BEGEHUNGSPROTOKOLL und GUTACHTLICHE STELLUNGNAHME 

Der Grund für die Wassereintritte ist wohl in der fehlerhaften Verarbeitung zu sehen. Verarbeitungsrichtlinien wurden nicht eingehalten. Dennoch rate ich jedenfalls und schon aufgrund der Probleme bei nachträglicher Begehung von diesem Produkt ab. Anbei ein Link zu den Verarbeitungsrichtlinien. Wobei das Decra Dachsystem nur ein Produkt der geschätzten Icopal Group ist. Aus meiner Sicht nicht das Beste…

AKTUALISIERUNG – wieder Pfusch am Dach, diesmal mit DECRA-Classic, Metalldachpfannen

Natürlich auch hier wieder vorrangig die fehlerhafte Ausführung. Aber es ist auch hier festzustellen dass dieses Material Systemfehler offenbart und kaum betreten werden kann. So ist auch dieses nagelneue Dach schon als Totalschaden zu bewerten. Einen richtigen Spengler oder Dachdecker hat auch dieses Dach nicht zu sehen bekommen. Villas hat mich mittlerweile kontaktiert, meine Berichterstattung ist natürlich nicht gerne gesehen. Man schickt mir folgende -freundlich formulierte- Stellungnahme, und bin ich gerne bereit diese hier zu veröffentlichen:

Wir möchten darauf hin weisen, dass diese Stahlleichtdach über den Icopal Konzern europaweit vom mediterranen- hin bis zum polaren Siedlungsgebiet als STURMSICHERE-, HAGELSICHERE- (bis Hagelkorngröße 3) und garantiert REGENSICHERE Dacheindeckung am Wohnobjekt seit nahezu 40 Jahren in Verwendung ist. Für den österreichischen Dachmarkt wurden unsere Verarbeitungsrichtlinien im Jahre 2008 vom damaligen Dachdecker-Bundesinnungsmeister KommRat Ing. … überarbeitet – abgenommen und haben somit Gültigkeit.(Verlegeanleitung siehe im Anhang) Weiters entsprechen sie dem österr. Dachdeckerregelwerk! Wir gehen davon aus, dass Ihnen diese Informationen sicher nicht zur Verfügung gestanden sind und ersuchen Sie daher, Ihre Aussagen zu überdenken und den Bauherren und Verarbeiter zu informieren. Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Decra Stahlleichtdach haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich habe darauf hin um Nachweis zu den Normprüfungen gebeten. An meiner negativen persönlichen Bewertung ändert das natürlich nichts. Ich bin zwar nicht der leichteste Dachdeckermeister, aber mir fällt sonst kein Dachmaterial ein auf dem man nicht zumindest für Wartungszwecke gehen kann. Weiters kenne ich kein Material was direkt frei bewittert und ohne Dichtung genagelt werden darf. Die Anforderung der „Schlagregensicherheit“ kann aus meiner Sicht hier nicht erfüllt werden. Siehe nachfolgende Bilder von einer anderen Baustelle…

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Ein Gedanke zu „Warnung vor -einigen- Metalldachpfannen!

  1. B.Schieb says:  

    Hallo Bauherren hilfe,

    Ich bin Klempner Meister,

    auf den gezeigten Bilder waren ja wirklich Pfuscher am Werk. Wie kann man mit einem Hammer dabei mehrmals auf die verzinkten Blechelemente ( 30 Jahre Garantie) daneben schlagen. Hierfür nimmt man einen vom Verkäufer kostenlos zur Verfügung gestellten Druckluftnagler, der mit Edelstahlnägel geladen wird. Ein Nagel reicht pro Ziegel.
    Es ist natürlich auch zu erwähnen das unter einem Blech oder Tonziegel ein wasserdichte unterspannbahn standard ist.Damit sind die Blech u. Tondächer wind, regen, wasserdicht. Ich habe eine Seite gefunden wo ein Dachdeckermeister decra Produkte fachgrecht einbaut ( min.30 Jahre Garantie in Deutschland ,in Schweden 50 Jahre. http://www.das – metalldach.de. Super Seite, einfach mal diesen Handwerksmeister anrufen.
    Wichtig: Informieren, Informieren, Meinung selbst bilden.

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