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Trend zu Pelletheizungen für Großverbraucher

Kostendegression – Biomasseheizungsanlagen

Spricht man von Pelletheizungen, denken die meisten zunächst an Einfamilienhäuser. Dort haben sich Pelletheizungen vor allem in der Sanierung eine solide Marktnische geschaffen. Die stärkste Expansion dieses Heizsystems findet aber derzeit im Bereich der Versorgung von Objekten mit einer Heizlast von über 30 kW statt.

Der Grund: die vergleichsweise geringen Investitionen und die derzeit um die Hälfte niedrigeren Betriebskosten.

Kostendegression

Der Grund für die erfolgreiche Expansion der Pelletheizungen bei größeren Verbraucher liegt auf der Hand: die enorme Kostendegression bei den Investitionskosten und die erheblichen Kostenvorteile bei den Betriebskosten. Wie die Grafik zeigt, fallen die spezifischen Investitionskosten einer Pelletheizung inklusive Kamin und Installation von über 1600 €/kW für einen Kleinkessel im Einfamilienhaus auf unter 400 €/kW für einen 100 kW Kessel. Für noch größere Heizlasten pendeln sich die Kosten bei 200 – 300 €/kW Heizlast ein. Die Kosten für bauliche Maßnahmen sind in dieser Grafik nicht berücksichtigt, weil sie je nach Projekt erhebliche Schwankungen aufweisen können. Zahlreiche Hersteller bieten Container-Lösungen an, bei denen Heizkessel und Brennstofflager in einem oder zwei transportablen Containern untergebracht werden, was die erforderlichen baulichen Investitionen auf die Herstellung einer Fundamentplatte reduziert. 

Spezifische Infvestitionskosten von Pelletheizungen  – Quelle: Fröling; www.propellets.at
  • Wie kommt es zu dieser großen Kostendegression?

Pelletkessel sind hochwertige Heizgeräte, die über eine sehr aufwändige Sensorik und elektronische Regelung, aufwändige Sicherheitseinrichtungen sowie frequenzgesteuerte Ventilatoren und Fördereinrichtungen verfügen, deren Kosten für Kessel größerer Leistung praktisch unverändert bleiben. Die Zusatzkosten entstehen vor allem durch die größeren Dimensionen der Wärmetauscher und des Feuerraums und sind im Leistungsbereich zwischen 50 – 300 kW nicht so erheblich. Auch die zusätzlichen Kosten, wie die Errichtung eines Kamins und die Installation der Anlage, sind in diesem Bereich kaum von der Leistung der Anlage abhängig. Entsprechend sinkt ihr Beitrag zu den spezifischen Investitionskosten mit zunehmender Leistung rasch ab.

  • Mehrkesselanlagen – eine wirtschaftliche und sichere Lösung

Die niedrigen Kosten größerer Pelletkessel führen auch dazu, dass immer häufiger mehrere Pelletkessel installiert werden um die gewünschte Heizleistung zu erreichen. Die Vorteile liegen auf der Hand: je nach Bedarf läuft nur ein Kessel oder beide. Das bringt mehr Effizienz, vor allem bei geringer Heizlast, bei der sich ein einzelner großer Kessel dauernd ein- und ausschalten würde. Auch die hohe Betriebssicherheit spricht für den Einsatz von 2 oder mehreren Kesseln. Die in der Grafik dargestellten spezifischen Investitionskosten beruhen ab 100 kW auf der Kombination von jeweils 2 passenden Kesseln.

  • Pellets oder Hackschnitzel?

Viele Heizkessel über 100 kW sind Hackgutkessel, die über die Steuerung einfach auf Pellets umgestellt werden können oder die sich sogar selbsttätig umstellen. Sie können daher grundsätzlich mit beiden Brennstoffen betrieben werden, sofern die Raumaustragung aus dem Lager auch für Hackgut geeignet ist. Dass Pellets immer häufiger als Brennstoff eingesetzt werden, obwohl Hackgut kostengünstiger ist, ist vor allem auf 2 Faktoren zurückzuführen: die hohe Betriebssicherheit, die mit dem industriell hergestellten homogenen Brennstoff einhergeht und der geringe Lagerraumbedarf. Die Energiedichte von Pellets ist mit rund 3100 kWh/m3 vier mal so hoch wie bei Hackgut (750 kWh/m3 bei 25% Wassergehalt). Weitere Vorteile von Pellets sind deren flächendeckende Verfügbarkeit, auch in urbaneren Bereichen und der reduzierte Wartungsaufwand für den Heizkessel. Textquelle – Mit freundlicher Bereitstellung durch proPellets Austria

Bildquelle: proPellets Austria
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