Sie sind hier: Bauherrenhilfe.org > Schimmel > Schimmelpilze meist nichts für Sachverständige

Schimmelpilze meist nichts für Sachverständige

Gute 80% unserer Einsätze zu Schimmelpilzen wären vermeidbar. Schließlich sollte der Sachverständige erst gerufen werden wenn Bauschäden oder Baumängel vorliegen. Nicht weil am Heizen oder Lüften gespart wird. Beziehungsweise glaubt der Mieter dem Hausverwalter nicht so gerne. „Richtiges Lüften und Heizen“ ist nicht so einfach, also ist man zuerst mal lieber nicht selber schuld. Wenn ich dann zu beschlagenen Fenstern schon im Vorfeld weiß dass keine Bauschäden vorliegen, muss ich dennoch hinfahren. Wärmebildkamera, Feuchtemessgeräte, Handmikroskope usw. sind beeindruckend, geben einem Kompetenz. So dass man von den Bewohnern erst damit Ernst genommen wird. Nicht dass mich meine Voreingenommenheit von einer Befundaufnahme ablenkt, ich ziehe mein Programm durch, werde aber in 0,5 von 100 Fällen bestätigt. Somit ist meine Arbeit vor Ort zwar gut bezahlt, aber eher psychologischer Natur. Es bleiben noch genügen „echte Fälle“ wo aufgrund gesundheitlicher Probleme oder falscher Sanierung eine Befundung nötig wird, wo Wärmebrücken und Bauschäden zugeordnet werden müssen. Aber ich freue mich natürlich auch wenn ich erfahre dass Leute ihr Wohnverhalten erst nach der Einschulung vor Ort geändert haben…? Unten ein recht guter Artikel, passend zum Thema:

Schimmelfalle Bad: Richtiges Lüften ist das A und O
Von Stepha nie Hoen ig, dpa am 18. Januar 2010 09:31

Schimmelpilz-Befall im Bad trifft viele Haushalte. Denn Duschen und Baden bringt viel Feuchtigkeit in die Luft, die durch verschlossene Fenster oder gar fensterlose Bäder nur schlecht abzieht. «Typische Stellen, an denen sich gerne Schimmel ansiedelt, sind die Silikonfugen an der Dusche und Zementfugen zwischen den Fliesen», sagt Stefan Brenner vom Mieterschutzbund in Berlin. Bei Baumängeln wie einer fehlenden Dämmung wachse der Pilz auch gern an der Fensterlaibung und an Außenwänden. Schimmelpilz vorzubeugen ist einfacher als ihn später zu entfernen. «Deshalb sollte das Bad unbedingt regelmäßig nach dem Duschen und Baden gelüftet werden – bei voll geöffnetem Fenster und nicht nur gekippt», erklärt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn Schimmelpilze können nur auf Materialien mit erhöhter Feuchtigkeit wachsen. Wird nicht gelüftet, durchfeuchten die Wände auf Dauer: Durch Kondensation schlägt sich dann das in der Luft gespeicherte Wasser an den kalten Innenwänden nieder. Das ist dann ein idealer Nährboden für Pilzwachstum, warnt der Experte.«Durch viel Feuchtigkeit kann sich in Bädern auch an gestrichenen Wänden schnell Schimmel bilden», warnt auch Ludger Küper vom Paint Quality Institute in Frankfurt. Diese Schimmelbildung lasse sich in Bädern durch sogenannte Feuchtraumfarben herauszögern. Denn diese Spezialfarben enthalten Zusätze, die die Farbe resistent gegen Schimmel machen.

«Feuchtraumfarbe kann in kleinen gefährdeten Räumen nützlich sein», sagt Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut München. Vom großflächigen Einsatz in der Wohnung rät er allerdings ab. Denn bei dauerhafter Durchfeuchtung seien Feuchtraumfarben und auch pilzhemmend wirkende Silikonfugen für die Ränder der Dusche oder der Badewanne kein Allheilmittel.

Denn auch diese Silikonfugen färben sich durch den Schimmelpilz auf Dauer schwarz. «Sie müssen deshalb, spätestens wenn der Schimmelpilz sich in die Fugen gefressen hat und sie nicht mehr gereinigt werden können, erneuert werden», sagt Ulrich-Raithel. Noch besser ist es, ganz auf Fugen zu verzichten. Es gebe beispielsweise Badewannen mit Kanten, die einfach überfliest werden und keine zusätzliche Dichtung benötigen.Weitere Vorsichtsmaßnahmen sind folgende: «Nach dem Duschen und Baden sollten nasse Wände und Abtrennungen trocken gerieben oder mit einem Abzieher abgewischt werden», rät Petersen. Verzichtet werden sollte auch auf das Trocknen frisch gewaschener Wäsche im Bad. Nasse Handtücher können noch viel Wasser enthalten. Deshalb trocknet man sie nach Angaben des Umweltbundesamtes in Dessau am besten auf einem Heizkörper und lässt die Fenster solange offen, bis die Handtücher sich einigermaßen trocken anfühlen. Die Heizung im Bad sollte im Winter nicht abgeschaltet werden.

In fensterlosen Bädern wird die Feuchtigkeit mit Hilfe von Ventilatoren verdunstet. «Aber die in den Lüftungsschächten installierten Ventilatoren sind oft mit dem Lichtschalter des Badezimmers gekoppelt und gehen mit dem Licht im Bad aus», warnt Petersen. Die Dauer des Aufenthalts reiche aber etwa nach der Dusche oft nicht aus, um die Feuchtigkeit abzutransportieren. Deshalb sollte der Ventilator länger laufen, bis die Feuchtigkeit abgezogen ist. Zur Kontrolle kann ein Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser) dienen. Die Luftfeuchtigkeit im Bad sollte ungefähr 50 Prozent betragen. Und damit eine automatische Lüftung einwandfrei funktioniert, sollte sie ab und an von Staub befreit werden

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.