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Schimmel-Sachverständiger von der Baustelle verwiesen

Nach (m)einem leider vernichtenden Gutachten betreue ich 4 Dachbodenwohnungs-Eigentümer bei der Sanierung durch den Bauträger. Siehe Erstbericht. Zu alle dem Übel hat sich noch herausgestellt daß massive Wasserschäden (Terrasse über Holztramdecke) nicht ernst genommen wurden, der Trockenbau wurde einfach geschlossen, nach dem Motto: Wird schon austrocknen!

Nachdem auch der Trockenbau „verpfuscht“ war lasse ich alle Decken freilegen, die Dämmung muß raus damit die Holzkonstruktion geprüft werden kann. Im Steildachbereich vermutet ich weniger Probleme, hier ist die Konstruktion nach oben hin ja diffusionsoffen, eine Austrocknung wäre möglich. Anders unter den Terrassen, hier ist durch die 3-lagige Bitumenbahn mit einem Sperrwert von über 1000m sd zu rechnen. Eingeschlossenes Wasser würde hier zur Austrocknung massiv Energie benötigen, und die ist durch normales Heizen oder sommerliche Temperaturen nicht vorhanden.

Und so kam es auch, oberhalb der entnommenen Glaswolle kamen massive Feuchteschäden zum Vorschein, meine erste Diagnose: Schimmelpilze, dazu Moderfäule und/oder eine Pilzart aus der Gruppe Kellerschwamm. Jedenfalls holzzerstörende Pilze und die Notwendigkeit alle befallenen Holzteile plus mind.30cm augenscheinlich gesundem Holz rauszuschneiden. Der Bauträger wehrt sich, hat guten Kontakt zur Hausverwaltung. Diese lehnt meine Unterstützung in dem Fall ab, schickt einen Sachverständigen, Herr O. ! Finde den Herrn O. nicht im Internet, nicht in den gelben Seiten, bin beim Termin leider nicht dabei. Aber Eigentümerin Frau G. ist da, und es hat mir schon gereicht als der „SV O.“ meinte „Einfach austrocknen lassen und zumachen, Holz kann bleiben“.

Ich schreibe ein Mail an die Hausverwaltung und den Bauträger, sinngemäß: „Herr O. hat keine Ahnung, Gefahr in Verzug, sofort handeln“. Es vergehen wieder 2 Wochen, Ein Eigentümer arbeitet auf der Uni. hat mittlerweile feststellen müssen daß der Schimmelpilz Stachybotris involviert ist, dieser hat höchstes Gefährdungspotential, ist gefährlich. Nun sammelt die Dach-WEG auch bei den anderen Eigentümern Unterschriften um mich direkt beauftragen zu können, hier soll „das Haus“ zahlen, da der Schadensbereich einen allgemeinen Teil betrifft.

Die Hausverwaltung und der Bauträger schicken noch einen neuen „Sachverständigen“, Herrn D. von NÖ., er soll der absolute Fachmann für Pilze sein. Demnach bremse ich die WEG und empfehle diesen“SV D“ noch abzuwarten, da der vom Haus bezahlt wird und nicht vorfinanziert werden muss! Diesmal bin ich dabei, habe so meine Fragen um den SV „abzuklopfen“:

  1. Frage 1: „Herr D., woher kommen die Verfärbungen am Holz“ Antwort Herr D: „Das sind Stoffe die durch den Wasserschaden durch das Holz transportiert werden, keine Pilze“.
  2. Frage 2: „Herr D., gibt es Pilze welche keinen Fruchtkörper ausbilden“ Antwort Herr D: „Nein, alle Pilze bilden Fruchtkörper“.
  3. Frage 3 zu blauen Verfärbungen an anderen Brettern: „Herr D. was sind das für Pilze“ Antwort Herr D.: „Es gibt 2Millionen Pilzarten, das kann er so nicht sagen.

Mir reicht es bereits jetzt, ich bedanke mich bei dem Herren und bitte ihn zu gehen. Mit dem Hinweis daß wir seit Wochen auf einen SV warten um sanieren zu können, und ich ihn nicht als Fachmann für Pilze betrachte. Schon der Hinweis: „Trocknen und zumachen“ würde reichen.? Aber zu den Fragen:

  1. 1) Die Antwort alleine reicht schon, wie sich heute noch herausstellen wird möchte Herr D. die morschen Hölzer austrocknen und zumachen lassen. Ein späterer Terrasseneinsturz wäre die mögliche Folge…
  2. 2) Natürlich gibt es Pilzbefall ohne Fruchtkörper, gerade in der Anfangsphase werden zuerst lösliche Zucker aus dem Holz gelöst, der Fruchtkörper folgt später, oder auch gar nicht…
  3. 3) Es handelt sich um Bläuepilze, hier kommen rund 100 Arten in Frage, eigentlich weniger weil es Schnittholzbläue ist. Alle „Wald- und Käsepilze“ inkludiert soll es 1,5Mio. Pilze geben, rund 75? – 100.000 sind derzeit bestimmt. Das hier für das Holz ungefährliche Bläuepilze vorliegen sollte er erkennen.

Am Ende gibt Herr D. zu dass er KEIN SACHVERSTÄNDIGER für Pilze ist, ich sage noch daß ich damit kein Problem habe, er aber dann nicht versuchen solle über derlei Fragen zu referieren… Na jedenfalls rufe ich nach kurzer Rücksprache mit Eigentümer O. sofort einen Zimmermann von „Pieler, Posch & Leckel – Bauhandwerks GmbH.“ an und ist dieser 45Minuten später auf der Baustelle, schneidet mir Proben mit der Motorsäge heraus, und bringe ich diese in das Holzforschungsinstitut zur Bestimmung.

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