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Sanierung der Dachsanierung…

Der alte Dachstuhl mit Welleterniteindeckung hat lange gehalten. Zeit für eine thermische Sanierung mit Solaranlage am Dach.  Die Firma Rambacher wird beauftragt, wirbt, wie viele andere, mit dem Slogan „Alles aus einer Hand“. Der klassische Zimmerer hat scheinbar ausgesorgt, nicht immer zum Wohle der Bauqualität…

Dachdecker, Spengler und Zimmerei

Rambacher hat seit 2002 eine Berechtigung zum Holzbaubetrieb, gewerberechtlich ist also alles in Ordnung. Nur hat es den Anschein als würde die gegenständliche Dachsanierung nie von einem Zimmerer besichtigt worden sein. So ziemlich alle Zimmermeisterarbeiten sind hier als fehlgeschlagen zu bezeichnen.  Anlassgebend für den „Artikel der Woche“ war die gegenständliche Sanierung, aber auch uns bekannte Vorgeschichten mit dabei festzustellenden Qualitätsproblemen auf anderen Baustellen.  Hier hat es den Anschein als würde bei der Firma Rambacher mittlerweile um jeden Preis gearbeitet werden.  Respekt vor jeder Firma welche sich am Markt behauptet, nur soll das nicht auf Kosten der Handwerksqualität sein.

Wir machen das auf 80% derartiger Sanierungsbaustellen so

Wird ein Handwerksbetrieb beim „Pfuschen“ erwischt, kommen immer wieder Rechtfertigungen wie „Wir machen das seit 20Jahren so“.  So auch von Rambacher jr., der sogar angibt dass 80% derartiger Sanierungen so gemacht werden. Ich hoffe doch dass dies ein rethorischer Ausrutscher war, quasi ein verzweifelter Versuch den Kunden zu überzeugen dass „eh alles gut sei“. Nur ist es damit leider nicht abgetan.

PREFA statt WELLETERNIT ersetzt (k)eine konstruktive Prüfung?

Rambacher hat die fehlende Dachstuhlverstärkung so argumentiert dass ja ohnehin leichte Prefa-Platten statt der ursprünglich schwereren Welleternitdeckung verwendet wurden. Nur stimmt das so nicht, saniert wurde mit einer zusätzlichen Lage Bretterschalung, es wurde eine Solaranlage auf das Dach gestellt, (Eigengewicht u. Windlasten!) und kann nicht automatisch davon ausgegangen werden dass ein Dachstuhl der seit 20Jahren vorhanden ist auch weiter halten wird. Dazu auszugsweise aus meinem Begehungsprotokoll:

„Betreffend der Zimmermannsarbeiten ist der Dachstuhl nicht fachgerecht errichtet bzw. saniert worden. Hier ist im Besonderen nach ÖNORM B4100-2 Ziffer 3.3.2.1 ein entsprechender Standsicherheitsnachweis zu erbringen. Als Beispiel ist nach Ziffer 3.3.4 eine zulässige Durchbiegung von l/200 nicht zu überschreiten. Die Begehung hat gezeigt dass dieser Wert zumindest teilweise massiv überschritten wird. Im Besonderen bei Bestätigung einer nicht ausreichend gegen Windsog gesicherten Konterlattung ist von einer Komplettsanierung des Dachstuhles auszugehen. Darüber hinaus wurde teilweise die ÖNORM B2215 (2009) nicht eingehalten, Schalungsbretter dürfen lt. Ziffer 5.3.3.2, Absatz 2) maximal 16cm breit sein. Im Bestand sind Bretter bis über 25cm feststellbar. Diesbezüglich sind auch winddichte Anschlüsse an alle angrenzenden Bauteile gefordert, dieser Forderung wird in keinem Bereich nachgekommen. Für Unterdächer ist die ÖNORM B4119 (2010) einzuhalten, hier wird gefordert dass das Unterdach begehbar und ausreichend steif sein muss. Beispielsweise  Vollschalung mit Auflagerabstand von maximal 100cm! Bestand sind teilweise 110-120cm zwischen den Sparren, nachdem die Bretter unzulässigerweise quer zu den Sparren verlegt wurden ergeben sich wesentlich längere Abstände“

Bei der Begehung am Dach zeigt sich eine teilweise Durchbiegung -wenn man auf die Dachhaut steigt- von mehreren Centimetern! Schlecht für die Schalungsbahn am Unterdach. Eine allenfalls später erfolgende, dachstuhlunterseitige Beplankung mit bspw. Feuerschutzplatten wäre hier zum Scheitern (Risse) verurteilt. Firma RAMBACHER hätte hier wohl seiner Warnpflicht nach ABGB nachkommen müssen, zumindest in der Form dass der Hinweis hätte erfolgen müssen dass Dachstuhl für einen Ausbau zum Lagerraum oder dergleichen nicht geeignet ist. Darüber hinaus wurde die Konterlattung, in welcher die Dachlattung befestigt ist, nicht wirksam befestigt. Bei Windsogeinwirkung könnte die gesamte Dachhaut abgetragen werden können. Ein Hinweis dazu wäre sinnlos, bei Gefahr zu Personenschäden darf nicht ausgeführt werden!

Rambacher saniert die Sanierung

Aber immerhin, die Firma Rambacher steht dann doch zu den gemachten Fehlern und saniert unmittelbar nach der Feststellung. Die Dachhaut wird abgetragen, die Konterlattung neu befestigt und der Dachstuhl verstärkt… Schlussendlich hätte Rambacher eine Dachstuhlverstärkung im Vorfeld anbieten, und damit seinen Umsatz erhöhen können. Entweder wußte Rambacher nicht dass hier Zusatzleistungen nötig wären, oder hat man befürchtet dass die Offertsumme damit zu hoch gewesen, und ein anderer beauftragt worden wäre…? Wie schon geschrieben, bitte Sanierungen nicht um jeden Preis anbieten und durchführen.

Für den Auftraggeber der immer wieder folgende Hinweis nicht unbedingt den Billigstbieter zu beauftragen…

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Ein Gedanke zu „Sanierung der Dachsanierung…

  1. CM says:  

    Zur Firma Rambacher möchte ich mich wie folgt äussern:
    Zuerst wurde mein Dach (Bramac) so schlampig verlegt, daß ich mich weigerte, diesen Pfusch auch noch zu bezahlen. Fa. R. hat NICHT bemerkt, das mein Haus aus bautechnischen Gründen nicht im Winkel ist. Alle Dachziegel wiesen eine Höhendifferenz vom 3 cm zueinander auf. R. musste das Dach noch einmal decken.
    Bei normale Regen floss an der Dachkante das Wasser UNTER dem Dach, auf dem Unterdach heraus.
    Etliche Anrufe waren nötig, um jemand zu mir zu schicken.Natürlich wurde kein Fehler entdeckt. Selbst als ich das Filmte und an R. schickte wurde mir nur gesagt, dieses Dateiformat könne man nicht öffnen. Mit R. habe ich übrigens kein einziges mal reden können.( Ja wenn ich jedem seine Handynummer geben würde…….. Aussage Sekretärin) Irgendwann wurde dann ein Patentsaum am Giebel angebracht. Keine Besserung. Weitere Versuche, den Weg des Wassers zu finden blieben erfolglos.
    Schließlich beauftragte ich eine andere Firma, sich mein Dach anzusehen. Da war die Rede von Dachziegel, die durch das Saumblech angenagelt waren, gebörteltes Blech mit nur 2 cm Höhe, schlampig verklebte Fugen beim Kamin. Die Sanierungskosten werden sich auf ca. 7000€ belaufen. Soviel wie ein neues Dach.
    Ich würde diese Rechnung gerne R. zahlen lassen, kenn aber keinen Gutachter. Vielleicht finde ich bei der Bauherrenhilfe Hilfe.

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