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PBW, IVAP und (un)Dichtbetonkeller

Besonders Fehler beim Kellerbau verursachen meist Riesen-Ärger. Der Kunde bestellt einen „Dichtbetonkeller“ (Fachartikel Renovation zu Weisse Wanne, wasserundurchlässiges Betonbauwerk…) und weiß nicht dass dieser nicht nur aus der Anforderung „nicht über B30/300“ besteht.

„Wir ham eh B300 betoniert“, hört man dann oft von den Baufirmen. Aber ob eine weisse Wanne auch funktioniert hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

WU-Beton richtig geplant und verarbeitet

Der Beton-Förderschlauch darf nicht zu hoch angesetzt werden (Schütthöhe), ein Bewehrungsplan muss vorliegen, und so weiter. Kennt sich ihr Kellerbauer oder Baumeister nicht aus ist es besser zusätzlicher zur weissen Wanne auch eine schwarze Wanne auszuführen. Das heißt eine Abdichtungshaut aufzubringen. Müßig zu schreiben dass auch das richtig gemacht werden muss. Überlassen sie beim Kellerbau nichts dem Zufall! Vor allem dann wenn der Bemessungswasserstand (HGW 50/100 = höchster Grundwasserstand, ermittelt aus den Grundwasserdaten der letzten 50 oder besser 100 Jahre) über der Keller-Bodenplatte liegt! (Der Wasserstand während der Bauarbeiten zählt da nicht!)

PRÜFFRAGE FÜR IHRE BAUFIRMA:

  • Nach welcher ÖNORM wird die Betonsorte festgelegt (ÖNORM B4200 Teil10)
  • Was bedeutet der HGW 100 (siehe oben)
  • Was ist der Bemessungswasserstand
  • Liegt ein Bewehrungsplan vor?

Verlangen sie immer Lieferscheine vom gelieferten Beton, notieren sie die Klimadaten während des Betoniervorganges, fotografieren sie JEDEN EINZELNEN ARBEITSSCHRITT beim Kellerbetonieren. (Sollte man immer tun) Der Sachverständige welcher zu einem späteren Kellerschaden ermitteln soll wird es ihnen danken. Und vor allem: Lassen sie den Kellerbau extern überwachen. Das sage ich nicht um das Geschäft anzukurbeln, aber unsere Arbeit (Sachverständigenarbeit) wäre lustiger wenn wir vorher positiv auf den Bauablauf wirken könnten. Im Nachhinein, wenn der Schaden groß ist , wird zwar auch Geld verdient, aber von positiver Arbeit keine Spur mehr. (SV sind auch Menschen)

ZUM SCHADENSFALL

So ist es auch beim gegenständlichen Schadensfall geschehen. Der Kunde vertraut auf seine Baufirma, bezahlt wurde alles, extern geprüft nix. Wozu auch, die Baufirma muss doch wissen was sie tut…  6 Jahre später steht der Keller unter Wasser, fertig eingerichtet, Bodenbelag da, Gartenanlage längst fertiggestellt. Vermittelt hat die Firma „PBW Planen Bauen Wohnen Wohnraumschaffungs- und Handelsgesellschaft m.b.H.„, lt. WKO-Auskunft damals eine Firma mit Gewerbeschein für Baustoffhandel… ? Gebaut hat die Firma „IVAP – Bau Bauträger Gesellschaft m.b.H.“, beide Firmen sollen personell verbandelt gewesen sein? Der Bauträger ist, wie so oft bei derartigen Mängelfällen, … „in Liquidation„. Die Liquidatorin ist die Geschäftsführerin der Firma PBW…

Ursachenforschung

Die Begehung zeigt einen total abgesoffenen Keller, den Bildern und dem Schadensbild nach ist die Fuge zwischen Bodenplatte und Wände undicht. Aber die Betonqualität ist auch bei den Wänden schlecht, teilweise sind Entmischungen feststellbar. Nachdem aber lt. Angaben auch eine bituminöse Abdichtungslage aufgeflämmt wurde hoffe ich dass wenigstens die Wände dicht bleiben. Der Bodenaufbau (Dämmung, Estrich, Fliesen) muss rundum bei den Wandanschlüssen entfernt werden, RASCOR war hier schon bei einer Wandundichtheit aktiv und hat mittels injizierender Verpressung die Dichtheit wieder hergestellt.  Das kostet für das Kleingartenhaus keine 4000 Euro und ist somit sehr ok. (Plus Bodenbelagsarbeiten)

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