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Lebendiger Hausstaub – Schimmelpilze & Milben

2014_08_07_SporenschwammEine eindeutige Sporenbelastung liegt dann vor wenn die Sporen-konzentration in der Raumluft beträchtlich über der Außenluft liegt. Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 70% finden die im Hausstaub abgelagerten Pilzsporen ideale Bedingungen zum Auskeimen.

Das Problem ist immer die Heizperiode.

Sinkt die Oberflächentemperatur innen an den typischen Kältepunkten, also an Punkten verstärkter Wärmeverluste wie bei Ecken an Außen- bzw. Feuermauern, an Fensterlaibungen und Auskragungen von Balkonen und Beton-Deckenauflagern, am gründerzeitlichen Parapet, an Außenfenstern bei schlecht dichtenden Innenfenstern bzw. bei besonders hoher Luftfeuchtigkeit auch an Innenfenstern, besteht bei andauernder Unterschreitung des sog. Taupunktes  ( bei 70% Luftfeuchtigkeit genügen schon 13ーC) die Gefahr des Auftretens von Feuchtigkeitsschäden an den entsprechenden Bauteilen.

Aufgeweichtes organisches Material, wie z.b. schadhaft gewordene Holzrahmen mit aufgesprungenen Lackschollen, Rauhfasertapeten, mit Dispersionsfarben behandelte Wände, und nicht ausreichend hinterlüftete Holzverschalungen dienen nun in weiterer Folge als Nährboden für diese Mikroorganismen aus dem Reiche der niedrigen Pilze. Eine rauhe Oberfläche, wenig Umluft, z.b. als Folge nahe an die Wand gerückter flächiger Möbelstücke und Nässe begünstigen das Anlagern und in weiterer Folge das Auskeimen ihrer Sporen.

Besonders zu erwähnen ist hier das Althaus.

Wird dieses z.b. auf einmal mit superdichten neuen Fenstern ausgestattet und bleibt es dabei rundum unverändert ohne zusätzlichen Vollwärmeschutz, müssen Sie als Bewohner gleichzeitig auch rasch Ihr Lüftungsverhalten ändern. Vor der Sanierung hat der im beheizten Innenraum verstärkt anfallende Wasserdampf durch Fugen und Ritzen rund um den Bereich von Fenstern und Türen gemeinsam mit der Wärme das Weite gesucht – damit ist es nun vorbei. Ohne regelmäßigem Luft- und leider auch Wärmeaustausch, der daher am besten kurz aber dafür bei weit geöffneten Fenstern (Stoßlüften) erfolgt, kann der oft auch nur zeitweise anfallende hohe Wasserdampfanteil (z.b. Kochen, Duschen) auch in Räumen mit weitgehend versiegelten Poren zu Tropfsteinhöhlen ähnlichen Erscheinungen führen.
Dies vor allem dann, wenn Räume durch Kunststofftapeten, manche Arten von Dispersionsfarben, versiegelten Bodenbeläge und bei Innendämmungen mit zu dünnen Putzschichten bzw. versiegelten Verkleidungen auf den notwendigen Dampfbremsen regelrecht von der Atmosphäre abgeschlossen sind. Hier ist Schimmelbildung nur eine Frage der Zeit.

Meist chronisch schimmlig ist der Fall bei aufsteigender Mauerfeuchte, wie in vielen gründerzeitlichen Althäusern oder ganz allgemein bei durchfeuchtetem Mauerwerk als Folge von typischen Bauschäden, wie z.b. bei undichten bzw. unsachgemäß ausgeführten Verschalungen und Verblechungen, und lange Zeit nicht erkannten Rohrbrüchen.
Mit freiem Auge ist dies meist an einem sehr starken und eher abgegrenzten Pilzbefall im Sockelbereich bzw. rund um den Bauschaden zu erkennen. Oft treten hier auch zusätzliche Verfärbungen auf, die nicht von den Pilzsporen sondern von den Inhaltsstoffen der Mauerfarbe, den Tapetenklebstoffen etc. stammen. Eine Absenkung der Luftfeuchtigkeit hilft hier nur wenig.

Neben der Trockenlegung des gesamten Gebäudes, die als sehr aufwendig gilt, sind bereits eine richtige Wahl der Wandfarbe – möglichst Mineralfarben – ein erster Schritt zur Reduktion des Schimmelproblems. Allgemein bergen Baustoffe mit neutralem pH-Wert wie z.b. Gips aber auch Dispersionsfarben immer ein erhöhtes Risiko. Organische Bestandteile wie z.b. in letzt genannten, aber auch in ökologisch um einiges wertvollen Leim– und Kaseinfarben ebenso wie in zellulosehaltige Tapeten (z.b. Rauhfasertapeten), können von Schimmelpilzen sogar verwertet werden.

2014_08_07_schimmel gesamtbild

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zur Verfügung gestellt von Mag.Paul Peikert, GF Ecowork Peikert und Strauss Gmbh
Bildschirmfoto 2014-08-04 um 19.26.21www.ecowork.at

 

 

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