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Elektrosmog – Worum es im Detail geht…

Elektrosmogmessung am Schlafplatz

Ich werde öfter gefragt, was denn eine Elektrosmogmessung am Schlafplatz genau bedeutet und was man davon hat. Aus Erfahrung muss ich ja leider sagen, dass Menschen an Schlafplätzen so gut wie immer „Elektrosmog“ ausgesetzt sind – es kommt halt immer drauf an, wieviel es ist.

Um dieses Wieviel festzustellen, wird bei einer Elektrosmog-Messung mit modernster Messtechnik ein elektrobiologisches Zustandsbild vom Schlafplatz erstellt. Ganz genau werden „elektrisch- magnetische und hochfrequente Wechselfelder“ sowie das „Erdmagnetfeld“ gemessen. Was die einzelnen Feldebenen bedeuten wird in Kürze erklärt.

Der gemessene Platz wird anhand von baubiologischen Richtwerten und den Empfehlungen zur biophysikalischen Vorsorge für die Verträglichkeit elektromagnetischer Felder genau beurteilt.

Wenn es nötig ist, wird der Schlafplatz aufgrund der Messergebnisse anschließend optimiert.

Das Ziel ist „ein möglichst elektrostressfreier Schlafplatz“, an dem Sie Belastungen durch elektro-magnetische Felder vermeiden.

Ihr Gewinn ist sozusagen ein Platz, an dem Sie sich rundherum wohlfühlen. So werden die zwei Quadratmeter Ihres Bettes zu einer belastungsfreien Zone, in der Sie sich gut erholen können und jede Nacht Kraft und Energie auftanken.

4 Feldebenen werden gemessen

Um noch genauer zu wissen, wovon man spricht, folgt hier ein kurzer – „spannender“ – Ausflug in die Physik mit Details zu den vier Feldebenen:

Ein elektrisches Wechselfeld entsteht, sobald eine elektrische Spannung anliegt, z.B. beim Anschluss eines Kabels, an eine Steckdose. Es braucht noch gar kein Strom zu fließen, und trotzdem ist dieses elektrische Feld schon vorhanden. Wenn man also abends im Bett liegt und alle Lichter und Verbraucher im Schlafzimmer abgedreht sind, ist man fast immer noch von elektrischen Feldern umgeben. Ein elektrisches Feld hat eine Kraftwirkung, und dadurch entsteht eine Belastung für den Körper. Denn unser Körper enthält immer geladene Teilchen (Ionen), auf die diese Kraft wirkt. Gemessen wird die elektrische Feldstärke in V/m (Volt pro Meter).

DI FH Christoph Berger_Bild1_Artikel2 Abbildung 1: Ein häufiger Fall: Hohe elektrische Felder im Kopfbereich eines Bettes durch spannungsführende Kabel, eine Situation, die leicht lösbar ist.

Magnetische Wechselfelder entstehen rund um stromdurchflossene Leiter durch die bewegten elektrischen Ladungen (elektrische Ströme).  Sobald, also Strom fließt, ist neben dem elektrischen Feld auch ein magnetisches Feld vorhanden. Magnetische Wechselfelder durchdringen beinahe alle Materialien ungehindert, also auch Mauern oder Betondecken. Dadurch können Menschen an Schlafplätzen auch durch magnetische Wechselfelder aus umliegenden Räumen betroffen sein. Ab einer gewissen Stärke können Befindlichkeitsstörungen und gesundheitliche Problemen bei Menschen auftreten.

Die Einheit der magnetischen Feldstärke ist A/m (Ampere pro Meter). Das Magnetfeld in Materialien beschreibt man besser durch die magnetische Induktion in T (Tesla) bzw. nT (Nanotesla), das ist die Erregung elektrischer Spannungen durch bewegte Magnetfelder.

DI FH Christoph Berger_Bild2_Artikel2 Abbildung 2: Aufzeichnung von magnetischen Wechselfeldern während einer Nacht. Gut erkennbar sind die niedrigen Werte ab ca. 22h.

Hochfrequente Wechselfelder (Elektromagnetische Wellen) werden durch die heute vielfach verwendeten Funktechnologien erzeugt, z.B. wenn wir mit Handys telefonieren oder drahtloses Internet nutzen. Bei elektromagnetischen Wellen wird oft das Augenmerk nur auf sogenannte thermische Effekte gerichtet, das sind Effekte, die mit Gewebserwärmung aufgrund von Strahlungsleistung zu tun haben. Jenseits von Wärmeeffekten werden sogenannte athermische Effekte immer häufiger beobachtet und untersucht. Dabei geht es z.B. um biologische Auswirkungen von Signalen (informativen Komponenten) der elektromagnetischen Wellen. In den Auswirkungen haben beide Effekte ihre Bedeutung.

Die Leistungsflussdichte elektromagnetischer Wellen wird in ?W/m² (Mikrowatt pro Quadratmeter) gemessen.

DI FH Christoph Berger_Bild3_Artikel2 Abbildung 3: Oft hausgemacht; der Großteil von Hochfrequenzeinflüssen durch eigene Schnurlostelefone und W-LAN. Im Messprotokoll erhalten Kunden die Handlungshinweise, wie sie Vorsorgeempfehlungen leicht  selber umsetzen können.

Das statische und ELF-Magnetfeld (Erdmagnetfeld) schützt alle Lebewesen vor der hochenergetischen kosmischen Strahlung und gibt unserem Körper natürliche Impulse. In seiner Bedeutung ist das Erdmagnetfeld für Menschen lebensnotwendig – so wie Luft und Wasser. Ein natürlicher und homogener Zustand des Erdmagnetfeldes ist für Menschen daher äußerst wichtig. Durch technischen Einfluss kann das Erdmagnetfeld seinen natürlichen Charakter verlieren. Dadurch können für Menschen an Schlafplätzen Reizpunkte und Reizzonen entstehen.

Die vertikale Flussdichte des Erdmagnetfeldes wird  in µT (Mikrotesla) gemessen und als sogenanntes Feldkohärenzmuster (FKM) dargestellt. Daraus lassen sich „Belastungszonen“ erkennen; Belastungen werden als Feldgradientendivergenz (FGD) berechnet mit der Einheit mT/m² (Millitesla pro Meter zum Quadrat).

DI FH Christoph Berger_Bild4_Artikel2 Abbildung 4: 3D- Darstellung des Erdmagnetfeldes. Eine technisch bedingte Störung ist gut erkennbar, das Bett sollte um ca. 30cm verschoben werden.

2 Stunden dauert die Messung der vier Feldebenen

Mit der Schlafplatzuntersuchung erfährt man über Einflüsse von Nachttischleuchte, Radiowecker, Federkernmatratze und vieles mehr. Man erkennt auch, ob eine nicht sichtbare elektrische Leitung oder Gegenstände in den ans Schlafzimmer angrenzenden Räumen die Qualität des Platzes beeinflussen. Für die Erdmagnetfeld-Messung wird ein Messraster über den Schlafplatz gespannt. Auf der gesamten Liegefläche werden dafür 231 Punkte vermessen. In der Auswertung erkennt man, ob Störungen im Erdmagnetfeld vorhanden sind. Diese Reizpunkte und Reizzonen sind oft die Ursache, wieso die Schlafqualität nicht stimmt.

Mit den Messergebnissen und den Handlungshinweisen kann der Schlafplatz „jetzt optimal“ gestaltet werden.

Übrigens, können sich Gegenstände elektrobiologisch unterschiedlich auswirken. So können sich beispielsweise durch verschiedene Modelle von Nachttischleuchten völlig unterschiedliche Störeinflüsse ergeben.

Fazit: Genau nachschauen hilft unnötige Belastungen für Menschen zu vermeiden. Der Lohn, können mehr Gesundheit und Wohlbefinden durch eine völlig neue Schlafqualität in einem störungsfreien Umfeld sein.

Und der Nutzen?

Zum Nutzen der Schlafplatzuntersuchung kann man eine einfache Rechnung aufstellen. Für die meisten von uns teilt sich das Leben in die drei Drittel von Arbeit, Freizeit und Schlaf. Jeder von uns will optimal leben, und ein verständlicher „Wunsch ist es“, alle drei Drittel des Lebens bestmöglich zu gestalten.

Nun hat die jahrelange Praxis gezeigt, dass der Aufwand für ein „optimales Schlafdrittel“ relativ gering ist: Man braucht einfach ein gutes Bett und ein störungsfreies Umfeld. Beides stellt eine sehr überschaubare Aufgabe dar.  So ist für einen sicheren und belastungsfreien Schlafplatz nur wenig Geld und etwas Zeit nötig.

Der Aufwand für optimale Arbeits- und Freizeitgestaltung, dürfte in den meisten Fällen wesentlich höher sein – was „aber nicht“ bedeutet, dass man hier auf Optimierungen verzichten sollte. Schließlich wollen wir ja in allen Bereichen ein gutes Leben führen!

Artikel als PDF zum Download : “ Elektrosmog“ – Worum es im Detail geht! Von DI FH Christoph Berger

DI FH Christoph Berger – Ingenieurbüro für Messtechnik

 

 

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