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Der größte Feind beim Hausbau!

Hausbau ist Vertrauenssache!?

Unten erläutert „ein Hausbau“! Vielleicht genau wie Ihre Baustelle? Bei der Wahl der Baufirma Ihres Vertrauens sollten Sie ruhig mal hinterfragen, ob denn der Chef in einem Haus wohnt, dass seine Firma selbst gebaut hat… Ansonsten gibt es einen schönen Spruch: „Man(n) sollte im Leben 3 Häuser bauen. Das erste für seinen ärgsten Feind, das zweite für seinen besten Freund und dann das dritte für sich selbst“. Erst danach sollte man Otto-Normalverbraucher versuchen vorzugaukeln, dass er sich zum Preis seiner derzeitigen Mietwohnung locker auch ein eigenes Haus (auf Dauer) leisten kann. Die größten Feinde eines Wohnhauses? Der Bauherr, der Planer, der Handwerker und das Wasser und zwar genau in dieser Reihenfolge!

Der slowenische Hersteller dieses Fertigteilhauses wusste wohl mit dem Wort „Dampfbremsfolie“ wenig anzufangen, Kondensfeuchte und Schimmel da schon eher…

Sein Sie sich in jeder Phase Ihres Neubaus bewusst, dass Estrich, Putz und Farbe jede Menge Wasser enthalten – und das muss und will raus und zwar so schnell wie möglich! Es ist daher wichtig, die Gewerke Putz, Estrich und Trockenbau in der richtigen Reihenfolge zu koordinieren:

1. Dach decken sowie Fenster und Türen einbauen, Installation ELT, HLS 2. Dach dämmen einschl. Dampfbremse und Bodenluke 3. Bodenluke schließen (am besten abschließen!!!) 4. Innen- und Außenputz 5. Nachweis der Luftdichtheit gem. ENEV durch BlowerDoor 6. Estrich-Einbau bei geschlossener Bodenluke 7. Technische Trocknung 8. Beplankung Trockenbau, Maler und Bodenleger 9. Umzugswagen

Sockeldämmung oder gar Abdichtung? Hier läuft Wasser rein und wenn die Terrassenplatte unter dem Balkon tragenden Pfeiler weggegammelt ist, möchte ich weder darunter stehen noch darüber sitzen….

Ein Außenmauerwerk benötigt ca. 24 Monate (2 Jahre!), um seine Ausgleichsfeuchte zu erreichen. Wenn Sie im Außenbereich ordentlich Styropur dranpappen und innen Fliesen an den Wänden haben bzw. Schränke dicht vor die Außenwandflächen stellen, verlangsamt sich dieser Prozess enorm.

Dies gilt auch für das Verlegen von (relativ) dampfdichten Bodenbelägen, egal ob schwimmend oder fest verklebt. Hier kann es unter Plattenbelägen wie Parkett und Laminat oder auch festverklebten Belägen wie CV und PVC schnell zu einem versteckten Befall kommen.

Achten Sie bitte darauf, daß in Bodenabläufen stets Wasser steht und alle Abwasserrohre mit einem Blindstopfen verschlossen sind, sonst haben Sie einen direkten „Draht“ zur nächsten Kläranlage und müssen sich nicht wundern, wenn es vor Schimmelpilzsporen in Ihrem Häusle nur so wimmelt – die warten nur auf Gipskarton und Tapetenkleister…

Sie sind bautechnischer Laie. Nehmen Sie sich einen Fachmann zur Seite. Ziehen Sie zu den Abnahmen sämtlicher Einzelgewerke einen unabhängigen Gutachter hinzu. Möglichst keinen „Universal-Gelehrten“ Bausachverständigen sondern Spezialisten auf ihren Fachgebieten. Das kostet wenig und hilft Ihnen vielleicht jede Menge Ärger, Zeitverzug oder gar Prozesskosten zu sparen.

Zum Abschluss noch ein Schmeckerchen: Obwohl die Bauherrin das Schild täglich entfernte, hing es am nächsten Tag wieder da – an der geöffneten Bodenluke ihres Einfamilienhauses. Der dafür verantwortliche Bauleiter sollte sein Diplom in den Schredder stecken. Hier zeigt sich mal wieder, daß Bauleiter Zitronenfalter sind…

Und nicht zu Letzt: Bauen Sie bitte ein solides Haus, keinen Bunker und keine Tropfsteinhöhle!!! SV Claus-Peter Sommer; AWUSgepr. Sachverständiger für Schimmelpilze

 

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