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Besichtigung eines SV – Bilder aus dem Alltag!

Sehenswertes aus der Praxis – das zum Nachdenken und auch Schmunzeln anregen soll…

Fall 1: Mischmauerwerk – nicht nur für die DDR typischer Baustil der Mangelwirtschaft. Es wurde verbaut, wessen man gerade habhaft werden konnte. Selbst die Betonstürze (unter dem linken Fenster) hat nicht so ganz ihre vorgesehene Bestimmung gefunden. Herausgekommen ist ein bunter Mix aus Kalksandstein, Betonhohlblocksteinen sowie Loch- bzw. Vollziegeln verschiedenster Güte, der dann 2009 endlich verputzt wurde. In der Thermografie sind deutlich sowohl die stofflichen als auch geometrischen Wärmebrücken erkennbar, die ohne Dämmung zu teilweise erheblichen Wärmeverlusten und letztendlich zu Schimmelpilzbefall führen werden. 

   

Fall 2: Er ist so selten in Innenräumen anzutreffen, dass er in den meisten Fachbüchern über holzzerstörende Pilze gar nicht benannt wird. Im Normallfall findet man den grauen Faserling, auch Mürbling genannt, an morschen Eichenstubben. Hier sprießt er aus der Dehnungsfuge zwischen Laminatboden und Küchenwand aus einer völlig abgesoffenen Spanplatte darunter. Ursache des Schadens: Leckage oder fehlende Dampfbremsfolie zur Kellerdecke??? Nach der Öffnung der Konstruktion werden wir Sie hier darüber informieren! Das Makabre an der Geschichte: Die betroffenen Mieter waren vor drei Tagen aus einer völlig verschimmelten Wohnung hier erst eingezogen – und dann das… 

   

Fall 3: Bei einer Schimmelpilzsanierung in einem Schlafzimmer kam hinter einer Verkleidung aus Gipskartonplatten diese sehr kreative „Innendämmung“ aus DDR-Zeiten zum Vorschein. Styroporverpackung von TV-Geräten sollten hier vor Wärmeverlust schützen. Stattdessen fühlten sich ganze Dynastien von Mäusen pudelwohl in dieser Kletterburg… Bei der fachgerechten Sanierung wurde der Stuhlrahmen freigelegt und mit Mineralschaumplatten gedämmt.

   

Fall 4: Hier wird gerade eine Eigentumswohnung der 4. Etage im Kiewer Stadtteil Oboln (Ukraine) mit einem WärmedämmverbundSystem (WDVS) „verschönert“. Mal ganz abgesehen davon, dass die BG Bau die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würde, ist dieser Versuch ein schlechter Kompromiss. Eine kapillaraktive Innendämmung mit CaSi- oder Mineralschaumplatten würde hier alle ihre Vorteile ausspielen können… vor allem ihre Unsichtbarkeit fürs Stadtbild!  

   

Fall 5: Öko-Wahnsinn in der Oberlausitz! Anfang der 90er Jahre versuchte sich der Eigentümer an der Montage eines Wärmedämmverbundsystems um dann 2010 sein Werk mit einer Photovoltaik-Anlage zu krönen. Derartiger Unfug wird auch noch staatlich gefördert… Das WDVS jedenfalls ist mittlerweile abrissreif, wenn es nicht gerade von geschützten Vogelarten besiedelt wird…

   

Fall 6: Schimmelpilzbefall in leer stehenden Büroräumen eines Ärztehauses. Der Vermieter hatte die Thermostat-Ventile sicherheitshalber plombieren lassen, damit der Hausmeister ja nicht auf die Idee käme, die Räumlichkeiten im Winter ausreichend zu beheizen – wie er das von seinen Mietern forderte! Falscher Geiz kostete den Eigentümer im Endeffekt 18.500 € für die nötige Sanierung…

   

Fall 7: Schlagregenschutz?!? Wozu denn, ist doch 10 cm Polystyrol dahinter und ein prima Kalksandstein mit einem klasse Gipsputz und einer tollen Raufasertapete mit x fach so atmungsaktiven Farbanstrichen drauf… Selber schuld, wenn der böse Mieter seinen Schrank an diese Wand stellt und nicht richtig heizt und lüftet. (Seine Hausverwaltung empfiehlt doch tatsächlich 6 x täglich zu lüften – zu dumm nur, dass er berufstätig ist und außerhalb arbeitet…)

   

Fall 8: Ein Keller, wie er feuchter kaum sein kann. Das leuchtende Kästchen an der Decke ist übrigens nicht der letzte Schrei auf dem Gebiet der schwarzen Elektro-Osmose-Zauberei sondern die Deckenlampe. Man beachte das dauergekippte Kellerfenster bei 35°C im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 85%!

   

Fall 9: Mal was zum Thema Statik, fotografiert in Schleife bei Weißwasser: Ich möchte Ihr waches Auge gern auf die Balkon-Konstruktion lenken. Wenn Sie auf das Bild klicken, werden Sie sehen, was ich gesehen habe. Nein! Das ist keine Ziegel-Girlande, sondern soll ein Ziegelsturz sein, der eigentlich teilweise den darüber liegenden Balkon tragen soll. Aber wer trägt den denn nun eigentlich? Der Sturz jedenfalls nicht… 

   

Claus-Peter Sommer; AWUSgepr. Sachverständiger für Schimmelpilze

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