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Bauqualität als Folge einer konsequenten Kostenrechnung!

Qualität am Bau – Handwerkskosten!

Arbeitgeber in Belgien zahlen durchschnittlich 39,30 Euro pro Arbeitsstunde, Arbeitgeber in Bulgarien nur mehr 3,50 Euro. Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Betrachtet man das Verhältnis der Lohnnebenkosten zu den Bruttoverdiensten ist es möglich, die Lohnnebenkosten unabhängig vom Verdienstniveau der einzelnen Mitgliedstaaten zu vergleichen. Im Jahr 2011 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. Damit lag Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro und nahm mit Rang 16 einen Mittelplatz innerhalb der Europäischen Union ein. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (52 Euro) und Frankreich (50 Euro) die höchsten und in Malta (10 Euro) die niedrigsten Lohnnebenkosten gezahlt. Hauptbestandteil der Lohnnebenkosten sind die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall.

Daraus ergibt sich aber noch nicht der Verkaufspreis einer Handwerkerstunde, sondern nur die Selbstkosten! Nun muss der Unternehmer noch seine Gemeinkosten ermitteln. Die Kosten für den Bürobetrieb, Versicherungen, Miete, Finanzierungskosten, usw. Werden für KFZ-, Maschinen,- Geräteeinsatz keine eigenen Positionen „verkauft“ sind auch diese in der Kostenrechnung zu ermitteln beziehungsweise auf den Stundensatz aufzuschlagen. 

Ein Betrieb mit 20 Handwerkern kann rund 33.000 Arbeitsstunden verkaufen.  Im Büro sind 5 Mitarbeiter angestellt, deren Produktivität kann nicht direkt verkauft bzw. verrechnet werden, demnach die entstehenden Kosten in Höhe von rund 285.000 Euro auf die verkaufbaren Arbeitsstunden aufgeschlagen werden müssen. Dazu kommen Versicherungen, Mieten, KFZ-Kosten in Höhe rund 120.000 Euro pro Jahr, also gesamt 405.000 Euro. 405.000 dividiert durch 33.000 Arbeitsstunden ergibt einen Aufschlag von rund 12,72 Euro auf die Handwerker-Selbstkosten/Std. Die Selbstkosten sollten individuell ermittelt werden, folgt man den nachfolgenden Angaben zur durchschnittlichen Arbeitsstunde in Österreich ergibt das 29.20 Euro plus 12,27 Euro. Somit Euro 41,92 Euro exklusive Umsatzsteuer. Mit diesem Stundensatz hat der Unternehmer noch nichts verdient, und auch nur dann wenn er eine volle Auslastung im Betrieb schafft. Werden weniger als die angenommenen 33.000 Arbeitsstunden verkauft läuft der Betrieb schon ins Minus. Eine exakte Kostenrechnung –hier nur schemenhaft angeführt- sollte daher Pflicht in jedem Betrieb sein. Dazu gehört auch die ständige Nachkalkulation, die Prüfung der tatsächlichen Produktivität.  Schlussendlich muss noch der Aufschlag für Wagnis und Gewinn kalkuliert werden. Kein Betrieb kann ohne Gewinn langfristig überleben, Innovationen und Weiterbildung müssen erstmals verdient werden. Und der Aufschlag für „Wagnis“ deckt das unternehmerische Risiko ab. Baumängel, Rohstoffpreiserhöhungen, ein Unfall usw. Viele Fallen lauern auf dem Weg zu einer positiven Bilanz. 

Für den Facharbeiter am Bau und im Handwerk empfiehlt die Bauherrenhilfe einen Stundensatz von mindestens Euro 50,00 plus 20% Ust. Also für Österreich Euro 60,00 für den Verkaufspreis einer Handwerkerstunde. Verfügt ein Betrieb über eine hochwertige maschinelle Ausstattung und einen effektiven Fuhrpark steigt die Produktivität. Demnach muss auch der Verkaufspreis einer Arbeitsstunde steigen ohne dass der Kunde verstärkt belastet wird. Der Maschineneinsatz reduziert ja schließlich den Aufwand für die Erbringung einer Bauleistung.

Für den Kunden gilt: Wer in der Bauwirtschaft billig einkauft geht den ersten Schritt in Richtung Baupfusch!

Bauherrenhilfe-Redaktion

Link zur Tabelle!   

In Österreich kostete eine Arbeitsstunde im Schnitt 29,2 Euro, am billigsten ist sie in Bulgarien, am teuersten in BelgienBerlin/Wien – Die Arbeitskosten in den EU-Staaten klaffen weit auseinander. Zwischen 3,50 Euro in Bulgarien und 39,30 Euro in Dänemark kostete 2011 im Schnitt eine geleistete Arbeitsstunde. Der Preis für eine Stunde Arbeit in der österreichischen Privatwirtschaft belief sich auf 29,20 Euro und in Deutschland auf 30,10 Euro, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mit. Damit lagen die Kosten über dem EU-Schnitt von 22,80 Euro und der Eurozone von 27,70 Euro. 

In Schweden (39,10 Euro), Dänemark (38,90 Euro), Frankreich (34,20 Euro), Luxemburg (33,70 Euro) und den Niederlanden (31,10 Euro) ist Arbeit in der Privatwirtschaft teurer als in Österreich und Deutschland. Die Arbeitskosten in den Euro-Krisenstaaten Portugal (12,10 Euro), Griechenland (16,4 Euro) und Spanien (20,6 Euro) liegen jedoch unter dem Schnitt in der Eurozone. Besonders niedrig waren die Kosten für eine Stunde Arbeit in Rumänien (4,50 Euro), Litauen (5,50 Euro) und Lettland (5,90 Euro) sowie Ungarn (7,60 Euro).

2011 verteuerte sich eine Stunde Arbeit in Deutschland kalenderbereinigt um 3,0 Prozent und in Österreich um 4 Prozent. In der gesamten EU fiel der durchschnittliche Anstieg mit 2,6 Prozent etwas niedriger aus. Die höchsten Wachstumsraten gab es in Bulgarien (10,5 Prozent), Rumänien (7,1 Prozent) und der Slowakei (5,5 Prozent) auf. Dagegen sanken die Arbeitskosten in Portugal um 0,2 Prozent und in Griechenland sogar um 5,7 Prozent. „Hier machten sich somit die Folgen der wirtschaftlichen Krise bemerkbar“, schrieben die Statistiker. Textquelle: www.destatis.de

 Invest in Austria? – PDF zum Downlad  ABA Österreich Wirtschaftsstandort_2012_; Quelle:  InvestinAustria.at

Verein BHH.org - Verein für Qualität am Bau; Messe "Wien" Bauen und Energie 2012

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