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Baumängel – Info zu Gewährleistung und Mangelrüge

Baumängeln – was kann ich tun!

Bei jedem Hausbau ist mit dem Auftreten von Mängeln zu rechnen. Die wichtigste Schutzmaßnahme vor Streitigkeiten über die ordnungsgemäße Bauausführung kann man bereits vor Baubeginn setzen, indem man eine möglichst klare und detaillierte Vereinbarung über die zu erbringenden Leistungen trifft. Vor der Abnahme jeder Teilleistung (und vor jeder Teilzahlung) sollte dann genau geprüft werden, ob die Arbeiten entsprechend der Vereinbarung ausgeführt wurden und frei von sichtbaren Mängeln sind.

Solange wesentliche Mängel bestehen, muss das Haus nicht übernommen werden. Bei der endgültigen Übernahme ist es ratsam, gemeinsam mit dem Bauunternehmen ein genaues Protokoll aufzunehmen, in dem alle erkennbaren Mängel dokumentiert und auch gleich Vereinbarungen über die Maßnahmen zur Mängelbehebung getroffen werden.

Gewährleistung beim Hausbau

Erst mit der Übernahme beginnt die Frist für die Gewährleistung zu laufen. Bei unbeweglichen Sachen (wie zum Beispiel bei Bauwerken) beträgt diese Frist drei Jahre, bei beweglichen Sachen zwei Jahre. Fest mit dem Gebäude verbundene Sachen wie etwa Fliesen, Heizung, Fenster oder Elektroinstallationen gelten als unbeweglich und unterliegen daher der dreijährigen Frist. Das Unternehmen muss innerhalb dieser Frist dafür einstehen, dass die vereinbarten oder gewöhnlich vorausgesetzten Eigenschaften vorliegen. Tritt ein Mangel innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe auf, wird jedenfalls angenommen, dass er bereits bei der Übergabe versteckt vorhanden war. Nach Ablauf von sechs Monaten müssen die KonsumentInnen nachweisen, dass der Mangel bereits zum Übergabezeitpunkt bestanden hat (und nicht zum Beispiel durch falsche Behandlung oder spätere Gewalteinwirkung entstanden ist).

Hat man nur eine/n VertragspartnerIn (Fertighausfirma, GeneralunternehmerIn), so müssen diesem/dieser alle Mängel der einzelnen Gewerke bekannt gegeben werden und er/sie ist auch für deren Behebung verantwortlich. Wurden die HandwerkerInnen direkt beauftragt, können und müssen die jeweiligen Unternehmen auch bei Gewährleistungsansprüchen direkt kontaktiert werden.

Schon aus Beweisgründen sollten Mängel so rasch als möglich gerügt werden. Dabei sollte man für die Verbesserung auch eine angemessene Frist setzen. Reagiert das Unternehmen in der Nachfrist nicht, so kann man die Mängel durch ein anderes befugtes Unternehmen vornehmen lassen und die Kosten vom noch offenen Geldbetrag abziehen.

UnternehmerInnen können Gewährleistungsansprüche von KonsumentInnen nicht vertraglich ausschließen. Beim privaten Kauf von Häusern (oder Grundstücken) sind Gewährleistungsausschlüsse aber möglich und auch weithin üblich.

Wurde durch nicht fachgerechte Arbeit (oder auch durch Planungsfehler) ein weiterer Schaden verursacht, so ist auch ein Schadenersatzanspruch möglich. Vor der Geltendmachung sollte man sich jedenfalls umfassend rechtlich beraten lassen.

Wichtig : Halten Sie regelmäßig Nachschau auf der Baustelle, begutachten Sie alle Arbeiten sorgfältig und führen Sie ein genaues Bautagebuch. Wenn Ihnen ein Mangel auffällt, informieren Sie umgehend den/die BauleiterIn oder die betroffene Firma. Reagieren Sie so rasch als möglich und geben Sie die Mängel immer schriftlich bekannt (per eingeschriebenem Brief, Telefax oder zumindest per E-Mail). Machen Sie auch umgehend Fotos oder Videos und sammeln Sie alle schriftlichen Unterlagen. -> Link zu BHH.org  Artikel „Baumängelanzeige„; „Sicherheit durch Baubegleiter“ & „Tipps bei Baumängeln„.

Treten größere Baumängel auf, über deren Behebung Sie mit dem Unternehmen keine Einigung erzielen, so sollten Sie die Beiziehung eines/einer privaten Sachverständigen in Betracht ziehen. Textquelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK); www.konsumentenfragen.at

Bildquelle: Bausachverstänidger Günther Nussbaum-Sekora

Bildquelle: Bausachverstänidger Günther Nussbaum

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