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Überprüfung von Feuerungsanlagen und Blockheizkraftwerken (§23) – Wien § NÖ

Erstmalige & Einfache Überprüfung von Feuerungsanlagen & Blockheizkraftwerken gemäß Wiener Heizungs- und Klimaanlagengesetz 2015 & NÖ, Gültig Juni 2016

Einfache Überprüfung von Feuerungsanlagen und Blockheizkraftwerken (§23)!

Gemäß Wiener Heizungs- und Klimaanlagengesetz 2015 (Inkrafttreten Juni 2016) sind Feuerungsanlagen und Blockheizkraftwerke nach erstmaliger Inbetriebnahme und danach wiederkehrend einer Überprüfung dahin zu unterziehen, ob sie die Anforderungen hinsichtlich der zulässigen Emissionsgrenzwerte und Abgasverluste sowie der zulässigen Brenn- und Kraftstoffe erfüllen.

Feuerungsanlagen und Blockheizkraftwerke über 10 MW Brennstoffwärmeleistung sind darüber hinaus kontinuierlich hinsichtlich ihrer Emissionskonzentrationen zu überwachen.
Ausnahmen
Von einer Überprüfung und Überwachung ausgenommen sind:

  • Anlagen, die nur als Ausfallreserve dienen oder nachweislich nicht mehr als 250 Stunden pro Jahr betrieben werden (Betriebsstunden der Verbrennungseinrichtung)
  • Blockheizkraftwerke in Objekten, die an keine öffentliche Stromversorgung angeschlossen sind und nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand an eine öffentliche Stromversorgung angeschlossen werden könnten (isolierte Lagen)
  • Raumheizgeräte
  • bestehende Anlagen, bei denen eine Messöffnung nach Feststellung der Überwachungsstelle nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand eingebaut werden kann.

Prüf-Intervalle
Die Überprüfung hat in folgenden Intervallen zu erfolgen:

  • Erstmalige Überprüfung: spätestens innerhalb von vier Wochen nach Inbetriebnahme
  • Wiederkehrende Überprüfungen:

o Gasförmige Brennstoffe

  • Nennwärmeleistung unter 26 kW: vier Jahre
  • Ab 26 kW und unter 50 kW: zwei Jahre
  • Mehr als 50 kW: jährlich

o Feste und flüssige Brennstoffe

  • Nennwärmeleistung unter 50 kW: zwei Jahre
  • Mehr als 50 kW: jährlich

o Blockheizkraftwerke: jährlich

Die wiederkehrenden Überprüfungen sind in den jeweiligen oben angeführten Zeitabständen grundsätzlich gerechnet ab dem Tag der erstmaligen Inbetriebnahme (Stichtag) durchzuführen. Sie können – ohne Wirkung für den Zeitpunkt der nächsten wiederkehrenden Überprüfung – auch bis zu drei Monate nach dem Ablauf des Kalendermonats des Stichtages vorgenommen werden (Überprüfungszeitraum).

Bestehende Anlagen, für die bisher keine Verpflichtung für eine derartige Überprüfung bestand, sind spätestens innerhalb einer Frist von längstens zwei Jahren ab Inkrafttreten dieses Gesetzes einer einfachen Überprüfung zu unterziehen.

Prüfberechtigte
Die Berechtigung von Fachunternehmen und –Personen zur einfachen Überprüfung von Feuerungsanlagen und Blockheizkraftwerken setzt die Zuteilung einer Prüfnummer durch die Abteilung Technische Gewerbeangelegenheiten, behördliche Elektro- und Gasangelegenheiten, Feuerpolizei und Veranstaltungswesen (MA 36) voraus, wobei die Behörde die Prüfnummer bei Erbringung des Nachweises der fachlichen Qualifikation bzw. der Bestellung in einem anderen Bundesland und bei Zustimmung zur Veröffentlichung der Daten mit Bescheid an das Fachunternehmen bzw. die Fachperson zuzuteilen hat. Die Prüfnummer besteht aus einer Länderzuordnung und einer fortlaufenden Nummer. Die Liste der prüfberechtigten Fachunternehmen oder -personen ist vom Magistrat als elektronisches Verzeichnis im Internet zu veröffentlichen.

Zur Durchführung von einfachen Überprüfungen an Feuerungsanlagen und Blockheizkraftwerken dürfen außer den amtlichen Sachverständigen nur folgende Fachunternehmen oder -personen herangezogen werden:

  1. Gewerbetreibende, die im Rahmen ihrer Gewerbeberechtigung zur Errichtung, Änderung oder Instandsetzung der Feuerungsanlagen oder zur Durchführung von Wartungen, Untersuchungen, Überprüfungen oder Messungen an den Feuerungsanlagen befugt sind
  2. Ziviltechnikerinnen sowie Ziviltechniker mit einschlägiger Befugnis
  3. akkreditierte Überwachungs- oder Prüfstellen

Personen, die nach den bisher geltenden Vorschriften zum Überprüfungsorgan bestellt wurden, können diese Tätigkeit bis 4. Juni 2017 weiterhin ausüben.
Prüfberechtigungen, die von anderen Bundesländern ausgestellt sind, werden in Wien anerkannt.

Prüfbericht
Über das Ergebnis der Überprüfung ist ein Prüfbericht gemäß der Anlage 2 des Wiener Heizungs- und Klimaanlagengesetzes 2015 zu erstellen. Der Prüfbericht ist der Betreiberin beziehungsweise dem Betreiber der Anlage auszuhändigen. Diese beziehungsweise dieser hat den Prüfbericht mindestens bis zur nächsten Überprüfung, das Überprüfungsorgan mindestens für den Zeitraum von sieben Jahren aufzubewahren. Auf Verlangen ist der Prüfbericht der Überwachungsstelle oder der zuständigen Behörde vorzulegen. Ist der Überprüfungsbefund positiv, hat das Überprüfungsorgan an der Feuerungsanlage eine Prüfplakette mit dem Datum der Überprüfung anzubringen.

Nachweispflicht
Die erstmaligen und wiederkehrenden Überprüfungen sind von den die Anlage betreibenden Personen zu veranlassen, die sich dabei der oben genannten Fachunternehmen oder -personen zu bedienen haben. Wiederkehrende einfache Überprüfungen sind von der Überwachungsstelle (zuständiger Rauchfangkehrerbetrieb) nach Ablauf des Überprüfungszeitraumes durchzuführen, soweit nicht eine andere prüfberechtigte Person diese Überprüfung bereits vorgenommen hat. Von der beabsichtigten Durchführung einer solchen Überprüfung durch die Überwachungsstelle sind die Betreiberinnen und Betreiber rechtzeitig zu verständigen; Überprüfungen außerhalb der Heizperiode sind dabei möglichst zu vermeiden.

Quelle o.a. Abgasmessungen für Wien: https://www.wien.gv.at/recht/gemeinderecht-wien/abgasmessung/

NÖ Bauordnung und NÖ Bautechnikverordnung – Neufassungen gültig ab 1.2.2015

Mit 1.2.2015 erfolgte die Neufassungen der NÖ Bauordnung und NÖ Bautechnikverordnung in Kraft.

Eine Übersicht der Änderungen finden Sie auf der Website des Landes NÖ, wo Sie
auch die Volltexte und Anlagen abrufen können.
www.noe.gv.at/Bauen-Wohnen/Bauen-Neubau/NOe-Bauordnung/Bauordnung1996.html
Beachten Sie bitte insbesondere die Änderungen bei den bewilligungspflichtigen, anzeigepflichtigenund meldepflichtigen Vorhaben (§ 14 ff NÖ Bauordnung).

Bewilligungspflicht (Auszug) für:
Die Aufstellung von Feuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung von mehr als 400 kW und von Blockheizkraftwerken, die keiner elektrizitätsrechtlichen Genehmigungspflicht unterliegen.
Die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten ab einem Ausmaß von insgesamt 1000 Liter außerhalb gewerblicher Betriebsanlagen.

Anzeigepflicht (Auszug) für:
Die Aufstellung von Heizkesseln mit einer Nennwärmeleistung von nicht mehr als 400 kW für Zentralheizungsanlagen einschließlich einer allfälligen automatischen Brennstoffbeschickung.

– 2 –

  • DVR 0043061;
    Die nachträgliche Konditionierung von Räumen in bestehenden Gebäuden ohne bewilligungsbedürftige bauliche Abänderung (z. B. Beheizung bisher unbeheizter oder nur geringfügig temperierter Räume).
  • Die Herstellung von Hauskanälen.
  • Die Aufstellung von thermischen Solaranlagen oder deren Anbringung an Bauwerken sowie in Schutzzonen die Anbringung von TV-Satellitenantennen an von öffentlichen Verkehrsflächen einsehbaren Fassaden und Dächern von Gebäuden.
  • Die Errichtung von Senk- und anderen Sammelgruben für Schmutzwässer bis zu einem Rauminhalt von 60 m3.
  • Die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten ab einem Ausmaß von insgesamt 500 Liter außerhalb gewerblicher Betriebsanlagen.
  • Die Errichtung baulicher Anlagen, die zur mit der Errichtung von Gasanlagen (§ 2 Z 2 des NÖ Gassicherheitsgesetzes 2002, LGBl. 8280) verbundenen Gefahrenabwehr notwendig sind.
  • Maßnahmen zur kontrollierten Wohnraumlüftung in Wohngebäuden mit mehr als 2 Wohnungen; ausgenommen davon sind Einzelanlagen, bei denen die Lüftungsleitungen von der jeweiligen Nutzungseinheit unmittelbar ins Freie geführt werden.

Meldepflicht (Auszug) für:

  • Die ortsfeste Aufstellung und die Entfernung von Klimaanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 12 kW in oder in baulicher Verbindung mit Gebäuden, ausgenommen jener, die anzeigepflichtig sind.
  • Der Austausch von vorangeführten Klimaanlagen, wenn die Nennleistung verändert wird.
  • Die Aufstellung von Heizkesseln für gasförmige Brennstoffe mit einer Nennwärmeleistung von nicht mehr als 50 kW, welche an eine über Dach geführte Abgasanlage angeschlossen sind.
  • Die Aufstellung von Öfen, ausgenommen jene in Wohngebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen sowie in Reihenhäusern
  • Zentralheizungs- und Klimaanlagenüberprüfung.

Die NÖ Bautechnikverordnung beinhaltet in §§ 15 ff Regelungen zu Heizungen und Blockheizkraftwerken und auf Grundlage von § 32 NÖ Bauordnung in § 27 ff (Periodische Überprüfung von Zentralheizungsanlagen mit Heizkesseln, Blockheizkraftwerken und Klimaanlagen) nähere Bestimmungen betreffend der Perioden, den Umfang, das Verfahren und den Inhalt.

– 3 –

Es werden hinsichtlich Zentralheizungsanlagen mit Heizkesseln 2 im Umfang unterschiedliche Prüfpflichten geregelt.

1.
Zentralheizungsanlagen mit Heizkesseln mit einer Nennwärmeleistung von mehr als 6 kW sind vom Eigentümer periodisch auf ihre einwandfreie Funktion, die von ihnen ausgehenden Emissionen und das Vorliegen eines optimalen Wirkungsgrades des Heizkessels überprüfen zu lassen (ehem. Rauch- und Abgasmessung).

Die Prüfintervalle betragen – nach der ersten Überprüfung von Heizkesseln im Rahmen der erstmaligen Inbetriebnahme – für Anlagen mit einer Nennwärmeleistung > 6 kW und ≤ 50 kW für alle Brennstoffe einheitlich 3 Jahre, ab 50 kW jährlich.

Neuer Prüfbericht (lt. Beilage. Die Datei steht Ihnen auch zum Download auf unserer Website www.installateur-noe.at zur Verfügung bzw. mailen wir Ihnen diese auf Anforderung gerne zu.)

2.
Zentralheizungsanlagen mit Heizkesseln mit einer Nennwärmeleistung von mehr als 20 kW sind zusätzlich zum vorgenannten Prüfungsumfang periodisch auf eine einwandfreie Dimensionierung des Heizkessels im Verhältnis zur Heizlast des Gebäudes und eine einwandfreie Wärmeverteilung überprüfen zu lassen.

Hier betragen die Fristen für alle Brennstoffe bei Anlagen mit einer Nennwärmeleistung > 20 kW und ≤ 100 kW 9 Jahre, bei höherer Nennwärmeleistung 4 Jahre bei gasförmigen und 2 Jahre bei festen und flüssigen Brennstoffen.

Die erste Überprüfung der Zentralheizungsanlagen ist im Rahmen der unter Ziffer 1 beschriebenen nächstfolgenden Überprüfung der Heizkessel durchzuführen.

Mit den vorgenannten Überprüfungen dürfen nur befugte Fachleute betraut werden, eine Registrierung bei der Landesbehörde ist nicht mehr vorgesehen.
Die Überprüfung hat gemäß den Regeln der Technik zu erfolgen. Die Ergebnisse dieser Überprüfung sind in einem Prüfbericht festzuhalten, der dem Eigentümer der Anlage auszuhändigen ist.

Die Prüfberichte über die periodische Überprüfung von Zentralheizungsanlagen mit Heizkesseln und von Klimaanlagen sind der Baubehörde binnen 4 Wochen durch den Prüfer vorzulegen. Empfehlungen für kosteneffiziente Verbesserungen der Energieeffizienz dieser Anlagen sind in diesen Prüfberichten festzuhalten.

Für jede Feuerungsanlage, ausgenommen für Öfen, ist ein Anlagendatenblatt 9 (lt. Beilage.
Die Datei steht Ihnen auch zum Download auf unserer Website www.installateurnoe.at zur Verfügung bzw. mailen wir Ihnen diese auf Anforderung gerne zu.) zu erstellen, das auf die Dauer des Bestandes der Anlage bei dieser aufzubewahren ist. Änderungen
an der Anlage, die für die Verbrennungsgüte von Bedeutung sind, sind im Datenblatt zu vermerken.

– 4 –

Die neue Dachmarke für alle Installateure
Im Jänner 2015 starteten alle Landesinnungen erstmals gemeinsam unter dem Dach der Bundesinnung mit einer neuen Dachmarke. Die österreichweite Kampagne wird das Image des Berufsstandes verbessern, vereint die Bedürfnisse von neun Bundesländern
unter einem Dach – und bringt jedem einzelnen Installateur Vorteile!
www.dieinstallateure.at/niederoesterreich/

Text-Quelle: Landesinnung Niederösterreich der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker
Ansicht NÖ-Prüfbericht & NÖ-Anlageblatt

 

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Veröffentlicht am 6. Dezember, 2016 von Dohnal