Sie sind hier: Bauherrenhilfe.org > Recht > Bauherrenhaftpflichtversicherung!

Bauherrenhaftpflichtversicherung!

Warum eine Bauherrenhaftpflichtversicherung….

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung bietet Versicherungsschutz gegen gesetzliche Haftpflichtansprüche (Personenschäden, Sachschäden und Vermögenschäden, welche auf einen Personen- und/oder Sachschaden zurück zu führen sind) und beinhaltet im wesentlichen

  • Haftung aufgrund des Nachbarschaftsrechtes (ABGB § 364b)

Darunter versteht man Schäden an benachbarten Objekten, verursacht durch die Bauarbeiten.

Grundsätzlich würde man derartige Schäden dem Verschulden des z.B. Baumeisters oder den Bauhandwerkern zuordnen und eine Regulierung über deren Betriebshaftpflichtversicherung erwarten. Das ist aber nur dann möglich, wenn diese auch Verschulden haben, also etwa sorglos arbeiten. Wird eine Tätigkeit, z.B. eine Sprengung, nach dem letzten Stand der Technik und mit der Sorgfalt eines gewissenhaften Kaufmannes ausgeführt und es kommt trotzdem zu einem Schadenereignis, dann haftet in diesem Fall der Bauherr, welcher ja letztendlich den Auftrag gegeben hat.

  • Haftung für das eigene Verschulden

Darunter versteht man die Verletzung von Verkehrssicherungspflichten und das Nichtkümmern rund um das Baugeschehen.

Verkehrssicherungspflichten sind z. B. schlechte Beschilderung oder schlechte Beleuchtung bei der Durchführung eigener Bauvorhaben. Der Bauherr hat seine Baustelle ordnungsgemäß abzusichern, sodass sich dort niemand verletzen kann. Es ist aber üblich, dass der Bauherr seine Verkehrssicherungspflichten auf den Bauleiter/Bauunternehmer delegiert. Jedoch haftet der Bauherr weiterhin für die Überwachung des Bauleiters/Bauunternehmers, sodass er bei Verletzung dieser Überwachungspflicht in Anspruch genommen werden kann.

Unter Nichtkümmern versteht man die Sorglosigkeit des Bauherren sein eigenes Bauvorhaben betreffend. Z.B muss nach der Baustellenverordnung bei einem Bauvorhaben, auf dem mehrere Unternehmer tätig werden, ein Koordinator, z. B. ein Architekt, eingesetzt werden. Der Koordinator hat die Aufgabe, die Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften und Gefahrgutvorschriften zu organisieren und zu überwachen. Der Bauherr ist verantwortlich für die Einsetzung eines Koordinators, wenn er diese Aufgabe nicht selbst übernehmen möchte oder kann.

  • Haftung für fremdes Verschulden

Der Bauherr haftet weiters für seine untüchtigen Besorgungsgehilfen wie z.B. Handwerker und Bauunternehmer und kann auch hier in Verantwortung genommen werden.

In der Privathaftpflichtversicherung  und in der Betriebshaftpflichtversicherung ist meistens schon das Bauherrenrisiko im Rahmen der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung mitversichert. Bei den meisten Versicherungsgesellschaften ist die Deckung jedoch auf eine bestimmte Bausumme beschränkt. Wird diese Bausumme überschritten, ist der Abschluss einer gesonderten Bauherrenhaftpflichtversicherung erforderlich, welche projektbezogen angeboten wird.

Es gilt also jedenfalls zu prüfen, ob und in welcher Höhe Deckung gegeben ist. Hier ist auch besonders auf die Höhe der Versicherungssumme zu achten, welche im Schadenfall zur Befriedigung der gestellten Schadenersatzansprüche zur Verfügung steht. Auch gibt es spezielle Ausschlüsse wie z.B. „Risse an Nachbarobjekten ohne Beeinträchtigung der Statik“ oder „reine Verstaubungen“, welche manchmal wegverhandelt werden können.

Jedenfalls ist Versicherungsschutz sehr individuell und Bedarfsfall empfiehlt es sich unbedingt einen unabhängigen Versicherungsberater beizuziehen und bestehende Polizzen prüfen zu lassen bzw. geeigneten Versicherungsschutz einzuholen.

Robert Dittmayer

Bildquelle: Artikel "Mauern bei Frost"

Bildquelle: Artikel „Mauern bei Frost“

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.