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Argumente für fachgerechte Dachbegrünung!

Dachbegrünung vom Fachbetrieb!

  • Längere Lebensdauer der Dachabdichtung durch Schutz vor UV-Strahlung, Temperaturdifferenzen, Hagelschlag und Krustenbildung
  • Regenwasserrückhalt (je nach Region und Gründach 30-99 % des Jahresniederschlags
  • Reduzierung der Abwassergebühren(bei einigen Gemeinden umgesetzt, bei vielen angestrebt)
  • Minimierung der Niederschlagsabflussspitzen
  • Verbesserung des Wärme- und Kälteschutzes
  • Ökologische Ausgleichsfläche bei der Eingriff-Ausgleichs-Regelung, Lebensraum für Pflanzen und Tiere
  • Anerkannte “ Entsiegelungsmaßnahme“ vieler Gemeinden im Zuge ökologischer Regenwasserbewirtschaftung
  • Verbesserung des (Klein-)Klimas durch Evaporations- und Transpirationsleistungen
  • Bindung und Filterung von Staub und Luftschadstoffen
  • Verbesserung des Arbeits- und Wohnumfeldes für den Menschen; besonders bei begehbaren bzw. einsehbaren Dachbegrünungen
  • Großflächig einsetzbares Gestaltungselement der Städte- und Landschaftsplaner
  • Windsogsicherung bei ungenügender Lagesicherheit der Dachabdichtung
  • Verbesserung der Luftschalldämmung größere Schwingungsträgheit der Gesamtfläche und gute Schalladsorption der Vegetation
  • Verminderung Elektro-Smog 

In Deutschland spielen für die Dachbegrünung zwei Gesetzesvorgaben eine große Rolle: die Eingriffs-Ausgleichs-Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes (nach § 19) und die Entwicklung der Berechnung der Abwassergebühren, die früher oder später in allen Bundesländern durch eine gesplittete Abwassergebühr erhoben werden. In der Praxis heißt das, dass viele Dächer aufgrund von Bau- und Naturschutzauflagen begrünt werden müssen und immer mehr Dächer freiwillig begrünt werden, weil Teile der Kosten für die Niederschlagswassergebühr eingespart werden können.

Der reine Dachbegrünungsaubau ist derzeit nicht im Sinne der Wärmeschutzverordnung als definierte Dämmschicht anrechenbar. Als Grund wird angeführt, dass der Gesamtaufbau phasenweise durchfeuchtet ist, was zu Kältebrücken führen kann. Untersuchungen u.a. von KOLB (1988), KÖHLER (2006) und MINKE (2009) haben dagegen gezeigt, dass begrünte Dächer durchaus nennenswerte Wärmedämm- und Hitzeschutzeigenschaften besitzen. Hier besteht also auf jeden Fall noch Handlungs- und Forschungsbedarf – in den Bereichen „Lärmschutz“ und „Feinstaubbindung“ ebenso.

Die Nachhaltigkeit von Gebäuden wird u.a. unter den Aspekten Ökonomie, Ökologie und Soziales betrachtet – wie steht die Dachbegrünung dazu?

Ökonomie

  • Unter diesen Punkt werden alle Wirkungen begrünter Dächer zugeordnet, die direkte und indirekte finanzielle Einsparungen mit sich bringen. Sie waren u.a. auch Grundlagen verschiedener Kosten-Nutzen-Betrachtungen. Die bisher durchgeführten Kosten-Nutzen-Analysen von HÄMMERLE (1995 und 2002), KOLB (1997), MANSCHEK (1997), LIETCKE (1998), HOFFMANN (1999), KRUPKA (2001) und MANN (2003) lassen sich aufgrund unterschiedlicher Ausgangs nicht direkt miteinander vergleichen. Richtungsweisen war die Veröffentlichung von HÄMMERLE (1995), der als Erster eine ausführliche Analyse erstellte, die vielen Autoren als Leitfaden diente. In einem Punkt sind sich alle Autoren einig – begrünte Dächer rechnen sich.
  • Schutz der Dachabdichtung vor Extrembeanspruchung bei Spitzentemperaturen im Sommer und Winter und vor Wind- und Witterungseinflüssen wie Sturm, Hagel, UV-Strahlung – damit verlängerte Lebensdauer der Dachabdichtung gegen der unbegrünten Variante. Fachleute sprechen von einer doppelt so langen Zeit ohne Reparaturen oder Komplettsanierungen. Wärmedämmleistungen im Winter und Hitzeschild im Sommer und damit ein Beitrag zur Energieeinsparung, auch wenn (noch) nicht mit Zahlen anrechenbar. Erhöhung des Wirkungsgrades von Photovoltaikanlagen bei der Kombination Photovoltaik/Dachbegrünung.
  • Wasserrückhaltung – je nach Begrünungsart jährlich 30-99% des Niederschlags, und Minderung der Spitzenabflüsse – je nach Begrünungsart bis zu 100%. Damit Entlastung der Kanalisation mit den verbundenen Einsparungspotentialen bei der Rohr- und Kanaldimensionierung, Einsparung von Regenrückhaltebecken und mögliche Gebührenminderung bei Städten mit gesplitteter Abwassersatzung. 

Ökologie

Hier finden sich die Punkte, die ökologischen Belangen gerecht werden.

  • Ökologische Ausgleichsflächen und Ersatz-Lebensräume für Tiere. Anerkannte Minderungsmaßnahme bei der Eingriffs-Ausgleichsregelung. Je nach Begrünungsart sind dauerhafte Lebensräume mit hoher Artenvielfalt in Flora und Fauna möglich (MANN 1998).
  • Ausgewählte Gründachsysteme mit ausgeglichener Ökobilanz und einem dezentralen Substratkonzept, um Transportwege zu minimieren. 

Soziales

In diesem Themenbereich steckt vor allem das, was man unter „Lebensqualität“ versteht, die durch das Begrünen von Dächern direkt und indirekt beeinflussbar ist.

  • Durch die Verdunstung des gespeicherten Wassers ergibt sich eine Verbesserung des Umgebungsklimas: Kühlung und Luftbefeuchtung.
  • Verbesserung der Luftschalldämmung aufgrund der größeren Schwingungsträgheit der Gesamtfläche und gute Schalladsorption wegen der Struktur der Vegetation.
  • Filterung von Luftschadstoffen und Feinstaub und Minderung von Elektro-Smog.
  • Verbesserung des Arbeits- und Wohnumfeldes für die Menschen, insbesondere bei einseh- bzw. begehbaren Dachbegrünungen und zusätzliche Wohn- und Nutzflächen. 

Die Tendenz zu nutzbaren Intensivbegrünungen mit Freizeit- und Verkehrsflächen ist spürbar. Auf Kaufhäusern, Geschäften, Einkaufszentren, Hotelanlagen, Schulen, Kindertagesstätten, Parkhäuser entstehen für den Menschen nicht nur zusätzlicher „Wohnraum“ mit Spiel- und Sportplätzen, Pausen- und Rückzugsräumen, sondern vor allem Begegnungsstätten generationsübergreifend für junge und ältere Menschen.

Und das Reizvolle für alle Investoren – der Baugrund für diese weiteren Nutzflächen ist kostenlos. Er wurde ja schon ebenerdig bezahlt und erfährt „oben“ eine „Zweitnutzung“. Und die Kosten der beschriebenen intensiven Dachbegrünungen sind bei weitem geringer als die Kosten eines neuen Bauplatzes – man muss sich nur die Grundstückspreise in größeren Städten vor Augen halten. Ganz davon zu schweigen, dass vor allem in Ballungszentren freie Bauplätze Mangelware sind.

FBB Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. – www.fbb.de

Flächenbegrünung - Bildquelle: www.fbb.de

Flächenbegrünung – Bildquelle: www.fbb.de

 

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